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Von Christina Rothfuß
06. Mai 2022

Der QIX Deutschland wird am Freitag erneut von Zinsängsten und den schwachen Vorgaben der Wall Street belastet. Am Nachmittag liegt der Index folglich mit 1,4 % im Minus bei 14.030 Punkten. Siemens Healthineers glänzt trotz Lieferketten-Einflüsse im 2. Quartal mit robusten Geschäften und rechnet für das Gesamtjahr mit bis zu 7 % Wachstum. Henkel plant beim gegenwärtigen Umbau mit weitreichendem Synergiepotenzial, zudem sollen weltweit hierdurch bis zu 2.000 Stellen wegfallen.

 

Eine starke Kursperformance zeigte mit über 2 % im Qualitäts-Index am Donnerstag die Aktie von Siemens Healthineers. Die Papiere geben aber heute wieder etwas nach und notierten aktuell bei 52,45 Euro. Der entscheidende Impulsgeber für den gestrigen Anstieg war die nach einem robusten 2. Quartal gemachte Prognoseanhebung seitens des Medizintechnik-Spezialisten. Dabei profitierte das Unternehmen zuletzt vor allem von weiter über den Erwartungen liegenden Verkäufen von Covid-19-Schnelltests, die inzwischen auch in den USA zugelassen sind. Außerdem zeigten sich auch die anderen Bereiche, wie die Bildgebung, recht widerstandsfähig gegenüber dem derzeit schwierigen Umfeld. Bei Siemens Healthineers rechnet man dementsprechend für das Berichtsjahr 2021/22 (Ende Sept.) mit einem Umsatzanstieg im Bereich von 5,5 bis 7,5 %, nach bislang 3 bis 5 %. Zudem wird mit Erlösen aus dem Geschäft mit den Antigen-Schnelltests von etwa 1,3 Mrd. Euro ausgegangen, und damit rund 600 Mio. mehr als bisher geplant. Probleme in den Lieferketten spürt das Medizintechnik-Unternehmen, der sich vor allem auf die Entwicklung und Herstellung von medizinischen Produkten sowie eine Vielzahl an Dienstleistungen spezialisiert hat, aber mittlerweile auch. Die Beschaffungs- und Logistikkosten dürften laut Siemens Healthineers zunächst auch hoch bleiben. Die Restriktionen in China im Zusammenhang mit dem Wiederaufflammen der Corona-Pandemie könnten dagegen aber im Laufe des 3. Geschäftsquartals wegfallen. Von Januar bis März kletterte dennoch der Absatz des Unternehmens um beachtliche 38 % auf knapp 5,5 Mrd. Euro.

Neben dem sprudelnden Geschäft mit Schnelltests profitierte der Gesundheits-Dienstleister auch von der im letzten Jahr gemachten Varian-Übernahme. Die US-Krebstherapietochter trug im jüngsten Quartal letztlich mit 706 Mio. Euro zum Gesamtumsatz bei. Zwar drückten bei Siemens Healthineers zuletzt in der Bildgebung negative Währungseffekte sowie die höheren Kosten in der Sparte Advanced Therapies auf die Margen. Dennoch waren Analysten von der fortgesetzt starken Umsatz- und Auftragsentwicklung in dem Unternehmensbereich begeistert. Der gegenwärtige Schnelltest-Boom dürfte sich aber im 2. Halbjahr etwas abkühlen. Mit rund einer 1 Mrd. Euro in den ersten 6 Monaten wurde aber bereits der überwiegende Teil der neuen Umsatzprognose eingefahren. Letztlich erzielte Siemens Healthineers mit 583 Mio. Euro auch einen um 30 % höheren Quartalsgewinn. Zudem ist das Qualitätsunternehmen weiterhin sehr profitabel, davon zeugt neben der Gewinnmarge von 10 % auch die Eigenkapitalrendite von 11 %. Mit diesen Kennzahlen notiert es auch zu Recht im Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Teils deutliche Abgaben musste in den zurückliegenden Wochen im Qualitäts-Index die Henkel-Aktie verkraften. Am Freitag ist sie aber mit einem Plus von 2,8 % auf 60,20 Euro der Tagesgewinner. Dabei treibt der Konsumgüter- und Klebstoffhersteller derzeit seinen Umbau voran, und erwartet hierdurch inzwischen millionenschwere Einsparungen vor allem aus der Fusion seiner Konsumgütergeschäfte. Aber auch in Verwaltung und Vertrieb sieht das Management diesbezüglich erhebliches Synergiepotenzial. Der laufende Umstrukturierungsprozess wirkt sich allerdings auch auf die Arbeitsplätze aus, denn Henkel plant weltweit bis zu 2.000 Stellen zu streichen. Zudem wird auch der Verkauf weiterer Marken und Geschäften vorbereitet. Schon im Januar kündigte das Unternehmen an, mittelfristig durch die bereits eingeleitete Zusammenlegung der Geschäfte mit Wasch- und Reinigungsmitteln sowie der Kosmetik bis zu 500 Mio. Euro jährlich einsparen zu wollen. In der 1. Phase sollen zunächst bis Ende 2023 Netto-Einsparungen auf jährlicher Basis von rund 250 Mio. Euro realisiert werden. Henkel sieht hierbei wichtige Synergien, insbesondere durch die Verbesserung von Vertriebs- und Verwaltungsstrukturen, in Produktion und Logistik sowie bei Werbung und Marketing. Dies würde Wachstum und Profitabilität ankurbeln, hieß es Anfang des Jahres. Dabei macht das Waschmittelgeschäft in den USA seit einiger Zeit Probleme. Vor allem aber die Haar- und Körperpflegesparte gilt trotz starker Marken wie Fa, Schauma oder Schwarzkopf seit Jahren bezogen auf die Margen als Sorgenkind. Dementsprechend will Henkel durch die Verschmelzung von Größenvorteilen profitieren und dadurch auch finanzielle Mittel für weitere Investitionen freilegen. Aber auch das eigene Portfolio möchte der Konsumgüter-Produzent strategisch weiter ausmisten.

Aktuell prüft der Vorstand jedenfalls Geschäfte und Marken mit einem Umsatzvolumen von bis zu 1 Mrd. Euro, die entweder abgestoßen oder sogar stillgelegt werden könnten. Bereits bekannt sind die 200 Mio. Euro im Kosmetikgeschäft, die schon zu Jahresbeginn zur Disposition gestellt wurden. Damit setzt die Unternehmensführung letztlich die Konzentration im Markenportfolio weiter fort. In den vergangenen 2 Jahren wurden von Henkel bereits Marken und Geschäftsbereiche mit einem Umsatzvolumen von rund 500 Mio. Euro verkauft oder eingestellt. Neben dem schwächelnden Kosmetikgeschäft sieht sich der Persil-Hersteller zusätzlich auch mit den derzeit stark steigenden Rohstoffpreisen konfrontiert. Wegen der deutlich höheren Kosten hatte das Unternehmen daher in der Vorwoche bereits seine Ergebnisprognose senken müssen. Ferner belastet auch der Teilrückzug aus Russland. Am mittelfristigen Ausblick hält Henkel aber dennoch fest. Dieser sieht ein jährliches organisches Umsatzwachstum von 3 bis 4 % sowie eine EBIT-Marge von rund 16 % vor.

 

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

 

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