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Von TraderFox
09. Mai 2019

Dank des nach wie vor breit diversifizierten Konzernportfolios gehört Siemens mit zu den stabilsten deutschen Industrieunternehmen überhaupt. Immerhin erzielen die Münchner operativ neben der EBIT-Marge von 9% auch eine ordentliche Eigenkapitalrendite. Uns selbst nach der jüngsten Kurserholung ist die 16er KGV-Bewertung der Aktie weiterhin nur als moderat zu bezeichnen. In Anbetracht der jüngsten Dividendenaufstockung erreicht die Rendite zudem ganz ordentliche 3,6%.

Mit einen Jahresumsatz von 83 Mrd. Euro gehört Siemens zu den weltweit führenden Industrie- und Technologiekonzernen. Dabei entwickelt und vertreibt das Unternehmen vor allem Produkte und Dienstleistungen für das Produktions- und Transportwesen, für Gebäudetechnik und Energieverteiler, die Gas- und Ölindustrie sowie die städtische Infrastruktur. Darüber hinaus ist Siemens auch ein führender Produzent in der Energie- und Automatisierungstechnik sowie der Prozessleittechnik für Kraftwerke. Letztlich bedient der Münchner Konzern mit seinen Produkten insbesondere Großunternehmen aus der Industrie sowie der Energie- und Gesundheitsbranche. Über Zukäufe und Fusionen hat sich Siemens dabei in den vergangenen Jahren konsolidiert und besitzt daher weltweit bedeutende Beteiligungen wie an dem spanischen Windkraftanlagenbauer Gamesa. Auch das konzerneigene Medizintechnikgeschäft wurde im April 2018 als eigenständige Unternehmenssparte unter dem Namen Siemens Healthineers an die Börse gebracht.

Kraftwerksgeschäft droht Abspaltung mit anschließendem Börsengang

Der Vorstand des Siemens-Konzerns hat sich tatsächlich zu einer Abspaltung der unter rückläufigen Aufträgen leidenden Kraftwerkssparte entschlossen. Kurs vor der Präsentation der jüngsten Q2-Zahlen, die mit einem Umsatzplus von 4% auf 21 Mrd. Euro und einem Rekordauftragsbestand durchweg solide ausfielen, wurde die Öffentlichkeit über die spannenden Pläne informiert. Demnach hat Siemens in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat entschieden, das schwächelnde "Gas & Power"-Geschäft als eigenständiges Unternehmen auszugliedern. Auch der Mehrheitsanteil an der spanischen Windkrafttochter Gamea soll darin eingebracht werden. Die neu entstehende Gesellschaft soll dann bis September 2019 an die Börse gebracht werden. Siemens verspricht sich von den ergriffenen Maßnahmen, eine noch bessere Fokussierung und Stärkung der Kernbereiche. Traditionelle Mischkonzerne hätten es in Zeiten der Digitalisierung schwerer als fokussierte Spezialisten, so der Konzernchef. Dies ist auch ein Grund, warum der Münchner Konzern seit Mitte 2018 im Rahmen der Strategie "Vision 2020+" zu einer operativen Holding umgebaut wird. Im Kern bleiben dabei die beiden Geschäftsbereiche "Digitale Industrien" und "Intelligente Infrastrukturen" erhalten.

Derweil sieht es bei dem kriselnden Kraftwerksgeschäft von Siemens weiterhin durchwachsen aus. Allein im letzten Quartal ging der Umsatz um 4% auf 2,8 Mrd. Euro zurück. Geld verdient die Sparte derzeit lediglich im Service-Geschäft mit der Wartung und Instandhaltung bestehender Anlagen. Und gerade hier kletterte der operative Gewinn zuletzt um 38% auf 156 Mio. Euro. Im Vergleich zu anderen Siemens-Bereichen hinkt das Ergebnis der Energiesparte allerdings hinterher. Im Quartal betrug der Anteil am Konzernergebnis nur 5,6%. Nach Angaben des Vorstands soll sich das im laufenden Geschäftsjahr aber noch ändern und sich letztlich auf 11 bis 12% erhöhen. Als eigenständiges Unternehmen indes soll der Anteil dann sogar zwischen 14 und 18% betragen.

Unterbewertung und robuste Dividendenpolitik

Dank des nach wie vor breit diversifizierten Konzernportfolios gehört Siemens mit zu den stabilsten deutschen Industrieunternehmen überhaupt. Immerhin erzielt der Münchner Technologiekonzern operativ dabei neben der EBIT-Marge von 9% auch eine ordentliche Eigenkapitalrendite. Derzeit liegt sie bei gut 13%. Uns selbst nach der jüngsten Kurserholung ist die Bewertung der Aktie mit einem KGV von 16 weiterhin nur als moderat zu bezeichnen. In Anbetracht der letzten Dividendenaufstockung erreicht die Rendite zudem ganz ordentliche 3,6%. Siemens überzeugt dabei schon länger mit seiner nachhaltigen Dividendenpolitik. Jedenfalls wurde die Gewinnausschüttung seit 2007 kontinuierlich von 1,60 Euro auf nunmehr 3,80 Euro angehoben. Damit hat das Management die Dividende allein in den letzten 5 Jahren letztlich um rund 24% erhöht.

Die Siemens-Aktie befindet sich im Qualitäts-Auswahlindex QIX Deutschland. Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden mit einbezogen.

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