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Von Christina Rothfuß
04. Mai 2022

Vor dem heutigen US-Zinsentscheid ist beim QIX Deutschland zunächst Zurückhaltung angesagt. Dabei liegt der Index am Nachmittag leicht im Minus bei 14.360 Punkten. Immobilien-Plattform Scout24 vermeldet für das 1. Quarta1 einen der stärksten Quartalsumsatzanstiege seit Jahren und will 2022 um bis zu 12 % zulegen. Energieversorger RWE plant sein Portfolio an alternativen Energien in den nächsten 8 Jahren mit hohen Investitionen auf 50 Gigawatt zu erweitern.

Angesichts solider Geschäftszahlen war am Dienstag im Qualitäts-Index die Aktie von Scout24 einer der größten Gewinner. Am heutigen Mittwoch gibt sie leicht um 0,5 % auf 60,55 Euro nach. Das Management der Immobilienanzeigen-Plattform verkündete gestern immerhin einen der stärksten Quartalsumsatzanstiege seit Jahren. Verantwortlich hierfür war dabei primär die neue Unternehmensstrategie, die stärker auf transaktionsbasierte Produkte setzt. Zudem teilte der Vorstand mit, dass sich der Ukraine-Krieg auf die Anzeigengeschäfte kaum negativ auswirkt. Im Auftaktquartal erlöste Scout24 folglich mit knapp 108 Mio. Euro rund 15 % mehr als im Vorjahr. Dabei kam dem Unternehmen, das als führender Dienstleister für digitale Immobilienanzeigen in Deutschland gilt, der jüngste Strategiewechsel zugute, bei dem vermehrt Produkte rund um Immobilientransaktionen angeboten werden. So wird von den Münchnern etwa neben der An- und Vermietung von Wohn- und Gewerbeimmobilien auch das Management der Objekte digitalisiert. Im 1. Quartal ordnete Scout24 außerdem seine Bereiche neu und teilt sie nunmehr in die Kundenkategorien "Professional", "Private" und "Media and Other" auf. Und die mit Abstand wichtigste Sparte mit gewerblichen Kunden legte in den ersten 3 Monaten umsatztechnisch auch um gut 12 % auf 71,4 Mio. Euro zu und steuerte damit rund zwei Drittel zum Betriebsergebnis bei. Prozentual stärker als das Geschäft mit Gewerbekunden entwickelte sich aber die Privatkundensparte, bei dem der Plattform-Anbieter die Zahl an sogenannten “Subscriptions“-Umsätze kräftig nach oben kurbeln könnte. Darunter fallen bei Scout24 fast ausschließlich Plus-Produkte, damit Suchende mit Priorität Kontakt mit dem Immobilienverkäufer oder -vermieter aufnehmen können.

Allerdings stieg der operative Gewinn zuletzt nur um 6,5 % auf 58,6 Mio. Euro, da von Unternehmensseite mehr Geld für Online-Marketing sowie Werbung und Personal bei der Tochter-Plattform “vermietet.de“ ausgab. Nach dem 2020er-Verkauf der ehemaligen Töchter AutoScout24, FinanceScout24 und Finanzcheck, hatte das Management durch den im Jahr 2021 gemachten Zukauf der digitalen Plattform www.Vermietet.de hauptsächlich die Marktstellung hierzulande ausgebaut. Mit „Vermietet.de“ wird von Scout24 letztlich aufbauend auf dem eigenen „VermieterPlus“-Produkt, das Angebot für private Vermieter und Vermieterinnen deutlich, und zwar über die Laufzeit eines oder sogar mehrerer Mietverhältnisse hinweg, erweitert. Und dank der jüngst recht soliden Entwicklung wird nunmehr für das Gesamtjahr mit einem Erlösplus am oberen Ende der bekannten Bandbreite von 11 bis 12 % gerechnet. Die operative Marge soll dabei ähnlich wie 2021 mit über 50 % bei Scout24 ein Spitzenniveau erreichen.

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden mit einbezogen.

In Anbetracht der wieder steigenden Ölpreise ist am Mittwoch im Qualitäts-Index die Aktie von RWE mit einem Plus von über 4 % auf 40,80 Euro einer der wenigen Tagesfavoriten. Dabei dürfte der Energiekonzern dank derzeit weiter anziehender Preise von Energie für 2022 ein durchweg erfolgreichstes Jahr einplanen. Zu den Kernaktivitäten des Unternehmens zählen dabei vor allem die Speicherung von Strom und Gas sowie das Wasserstoffgeschäft. Aber auch der Handel mit energienahen Rohstoffen sowie das Angebot innovativer Energielösungen für Industriekunden gehören dazu. RWE will künftig aber auch sein Geschäft mit verflüssigtem Erdgas (LNG) weiter ausbauen und verhandelt gegenwärtig mit Amerikanern und Katar über langfristige Lieferverträge. Dafür wird zugleich der Bau von entsprechenden Terminals vorangetrieben. Zuletzt hat sich das Unternehmen ebenso wie der Energiedienstleister Uniper eine Option auf immerhin 3 schwimmende LNG-Terminals gesichert. Damit will RWE schon ab 2023 versuchen, einen Teil des in Deutschland benötigten russischen Gases zu ersetzen. Ungeachtet dieser Pläne läuft derzeit nicht alles rund bei dem Versorger.

So wird von Investoren unter anderem eine Abtrennung des Braunkohlegeschäfts gefordert, was die Unternehmensführung aber weiterhin ablehnt. Zwar teile RWE das Ziel, den Wert des Unternehmens zu steigern, betonte jüngst ein Sprecher. Es entstünden aber erhebliche Unsicherheiten für die betroffenen Beschäftigten und Regionen. Der momentane Plan des Managements sieht nach wie vor den gesetzlich geregelten Kohleausstieg bis 2038 vor. Bis 2030 will der Strom- und Gaserzeuger jedenfalls Bruttoinvestitionen von bis zu 50 Mrd. Euro tätigen, vor allem um das unternehmenseigene Portfolio an alternativen Energien bis dahin auf rund 50 GW zu erweitern. Das eigentliche Kerngeschäft von RWE zu dem neben Windkraft- und Solarerzeugung auch der Energiehandel sowie Wasserkraft und Biomasse gehören, dürfte trotz der anhaltend hohen Investitionen dann auch weiterhin gute Renditen abwerfen. Zuletzt lag die operative Marge jedenfalls bei soliden 6 %.   

 

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

 

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