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Von TraderFox
17. Juli 2020

Vor dem wichtigen EU-Sondergipfel am Wochenende und anstehenden Geschäftszahlen halten sich die Anleger am Freitag mit Käufen erstmal zurück. Der QIX Deutschland zeigt sich damit am Nachmittag unverändert bei 13.250 Punkten. Sartorius will dank Corona-Zusatzgeschäfte und boomender Biotech-Sparte in 2020 nunmehr 22 bis 26% an Wachstum hinlegen. Spezialchemie- und Desinfektionsmittel-Geschäft von Evonik wirft ungeachtet aller Virus-Belastungen weiter 4,7% an Dividende ab.

Angehobene Aussichten hatten am Donnerstag im Qualitäts-Index die Aktie von Sartorius zeitweise kräftig auf ein neues Rekordhoch getrieben. Heute gibt sie allerdings wieder etwas nach und steht damit aktuell bei 331,80 Euro. Dabei konnte das Management des Labor- und Prozesstechnologieanbieters gestern nach einem guten Verlauf im ersten Halbjahr die Jahresprognose für das Unternehmen erhöhen. Der Umsatz dürfte auch wegen zusätzlicher Geschäfte im Zuge der Corona-Pandemie um 22 bis 26% steigen, teilte der Vorstand diesbezüglich mit. Investoren hörten dies nur zu gern, und kauften die Aktie, die folglich bereits über 70% in 2020 zulegen konnte. Angesichts der anhaltenden Covid-19-Krise gehört Sartorius als Pharma- und Laborausrüster mit seinen Dienstleistungen zu den wenigen weltweiten Profiteuren. Bisher war von Analystenseite auf Jahressicht nur mit einem Plus von 15 bis 19% gerechnet worden. Auch der Auftragseingang war neben dem starken Umsatzanstieg (17,9%) von Januar bis Juni um beeindruckende 27,5% gestiegen, Ausschlagend für die Beschleunigung des Wachstums sind aber auch die jüngst getätigten Zukäufe.

Denn mit dem von Sartorius zuletzt übernommenen israelischen Zellkulturmedien-Entwickler und -Hersteller Biological Industries und dem Erwerb verschiedener Labor- und Bioprozess-Technologien vom US-Mischkonzerns Danaher wurden die Jahresziele folglich nach oben angepasst. Zwar hat das Unternehmen derzeitig auch mit einer rückläufigen Nachfrage nach Laborinstrumenten in China zu kämpfen. Die operative Marge soll bis Ende Dezember dennoch von 27,1% im Vorjahr auf rund 27,5% steigen. Aber nicht nur die hohe Marge überzeugt, sondern auch die Eigenkapitalrendite, die zuletzt bei 14% lag. Damit erfüllt die Aktie von Sartorius wichtige Aufnahmekriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Leichte Abgaben verzeichnet am Freitag trotz ebenfalls robuster Wachstumsaussichten im Qualitäts-Index die Evonik-Aktie. Derzeit steht sie damit bei 24,55 Euro. Der Spezialchemie-Anbieter, der mit seinen Sparten im Wesentlich in den Bereichen Ernährung, Konsumgüter und Gesundheit breit aufgestellt ist, hat die wirtschaftlich schwierigen Corona-Umstände angesichts der geschäftlichen Diversifikation bislang gut verkraftet. Die Geschäfte seien im zweiten Quartal besser gelaufen, als noch im Mai angekündigt, erklärte der Unternehmenschef jüngst gegenüber der "Rheinischen Post". Vor allem die Evonik-Sparte mit Zusatzstoffen für Tierfutter (Methionin) profitierte dem Manager zufolge von der steigenden Geflügel-Nachfrage. Auch seien dem Unternehmen verschiedene Zusatzstoffe für Desinfektionsmittel, Hygieneartikel und Zahnpasta regelrecht aus der Hand gerissen worden. Dabei hatte das Management erst Anfang Mai die Prognose für 2020 gesenkt. Da sich zu diesem Zeitpunkt bereits abzeichnete, dass die robusten Geschäfte etwa mit der Lebensmittel-, Pharma- und Windkraftbranche, aber auch die starke Desinfektionsparte die verschärfte Autokrise und Preisdruck durch den Ölpreisverfall nicht ausgleichen können. Evonik selbst rechnet derzeit mit einem Jahresumsatz zwischen 11,5 und 13,0 Mrd. Euro, nach 13,1 Mrd. Euro in 2019. Das Unternehmen will allerdings bis Ende des Jahres planmäßig 1.000 Stellen abbauen, darüber hinaus soll es aber kein weiteres Sparprogramm geben.

Und mit der im Februar vollzogenen Akquisition des amerikanischen Wasserstoffperoxid-Herstellers ProxyChem dürften sich zudem für das Essener Unternehmen insbesondere im Markt für umweltfreundliche Desinfektionslösungen neue Wachstumschancen eröffnen. Evonik sieht hierbei auch spartenweite Kostensynergien, die in erster Linie auch die Belastungen durch die Corona-Pandemie zumindest teilweise ausgleichen sollten. Mit einer attraktiven Dividendenrendite von immerhin 4,7%, bleibt die Aktie erste Wahl. Abgerundet wird das Ganze von einem Spezialchemie-Geschäft, das mit einer Gewinnmarge von gut 16%. weiterhin sehr gewinnträchtig ist.

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