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Von TraderFox
15. April 2021

Nach der am Vortag gestarteten US-Berichtssaison kann auch der QIX Deutschland am Donnerstag wieder zulegen. Am Nachmittag notiert der Index folglich mit 0,4% im Plus bei 15.870 Punkten. Umsätze der Cloud-Sparte steigen bei SAP in Q1 angesichts verschiedener Wachstumsinitiativen um starke 13% und treiben Aktie damit kräftig an. Covestro spürt derzeit in vielen Industriebereichen eine noch stärkere Geschäftserholung, und rechnet deshalb mit Mengenwachstum in diesem Jahr von 10 bis 15%.

Beflügelt wurde die SAP-Aktie am Mittwoch im Qualitäts-Index mit Zuwächsen von über 4% von überraschend guten Nachrichten zum Cloud-Geschäft. Und auch heute zieht sie weiter um 2,3% an und steht damit bei aktuell 116,10 Euro. Dabei berichtete das Management des Software- und IT-Dienstleisters gestern von einem boomenden Cloud-Neugeschäft, das alle Erwartungen übertraf. Folglich dürften die Gesamterlöse im laufenden Jahr bei 23,4 bis 23,8 (2020: 23,2) Mrd. Euro landen, teilte das Unternehmen hierzu mit. Damit wurde die erst Anfang März von SAP gegebene Prognose am unteren Ende der Spanne um 100 Mio. Euro angehoben. Das Betriebsergebnis hingegen soll weiter bei 7,8 bis 8,2 Mrd. Euro liegen. Laut Unternehmensangaben zogen im 1.Quartal jedenfalls allein die Umsätze der Cloud-Sparte um 13% im Vergleich zum Vorjahresquartal an. Allerdings gehörte dazu auch der Start des Angebots "Rise with SAP", mit dem das Unternehmen seine Abo-Angebote für Software und Plattformen ankurbeln will. In den ersten 3 Monaten des Jahres erlebte jedoch auch das eigentlich zuletzt stagnierende Lizenzgeschäft den vorläufigen Zahlen zufolge nochmals einen unerwarteten Boom und verzeichnete ein zweistelliges Wachstum von 11%. Die gesamten Cloud- und Softwareerlöse stiegen dementsprechend zum Jahresstart um 6% auf 5,43 Mrd. Euro. SAP verwies dabei auf den starken Rückgang der Serviceumsätze, bedingt durch den Verkauf der Kommunikationssparte Digital Interconnect. Unter dem Strich stand aber ein Gewinn von etwas mehr als 1 Mrd. Euro und damit rund ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor.

Für 2021 erwartet der Softwarespezialist, dass die Einnahmen aus dem herkömmlichen Lizenzgeschäft zugunsten der Abo-Programme weiter zurückgehen werden. Mittelfristig soll sich das Cloud-Geschäft sogar mehr als verdoppeln. SAP hat sich dabei ehrgeizige Ziele für seine schnell wachsende Sparte gesteckt. Wie bereits Anfang März vom Vorstand verkündet wurde, sollen sich letztlich die Erlöse der Cloud-Sparte bis 2025 auf mehr als 22 Mrd. Euro erhöhen, bei einem Gesamtumsatz von dann über 36 Mrd. Euro. Und trotz jüngstem Anstieg liegt das KGV der Aktie derzeit jedenfalls weiterhin nur bei moderaten 20. Mit einer Eigenkapitalquote von 51% ist das IT-Unternehmen nicht nur finanziell weiterhin bestens ausgestattet, die solide Eigenkapitalrendite von 17% kann ebenfalls überzeugen. Damit entspricht SAP letztlich auch wichtigen Aufnahmekriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Auch die Covestro-Aktie am Donnerstag im Qualitäts-Index einer der größten Gewinner. Aktuell notiert sie aber erstmal wieder im Minus bei 57,00 Euro. Immerhin traut sich der Produzent von Hightech-Polymerwerkstoffen nach dem schwierigen und Pandemie-beeinflusstem Vorjahr für 2021 eine noch deutlichere Gewinnerholung zu als bislang angenommen zu. Wie der Konzernchef gestern mitteilte, werde wegen einer überraschend guten Entwicklung der Gewinnmargen für das laufende Jahr nun mit einem Betriebsgewinn (EBITDA) von 2,2 bis 2,7 Mrd. Euro kalkuliert. Bislang hatte er Investoren 1,7 bis 2,2 Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Analysten zeigten sich von den Aussagen mehr als begeistert. Vor allem die Investmentbank Goldman Sachs lobte Covestro, und erklärte, dass der fundamentale Hintergrund außerordentlich positiv sein muss für ein eigentlich konservatives, zyklisches Chemieunternehmen, um so früh im Jahr eine so deutliche über den Markterwartungen liegende Gewinnprognose abzugeben. Schon im Februar hatte sich die Unternehmensführung nach einem beachtlichen Schlussquartal im Corona-Jahr 2020 zuversichtlich für die kommenden Monate gezeigt. Insbesondere das Kerngeschäft rund um harte Kunststoffe (Polycarbonate) sowie Weich- und Hartschäume (Polyurethane) für die Auto-, der Bauindustrie sowie mit Herstellern von Elektronik- und Haushaltsgeräten läuft inzwischen für Covestro wieder gut.



Unterstützung bekommt das Unternehmen aber noch von Produktionsausfällen der Konkurrenz, was zu weitreichenden Knappheiten gerade bei Polyurethanen führt und damit gegenwärtig die Preise antreibt. Zudem soll die Übernahme des Geschäfts mit nachhaltigen Beschichtungsharzen des Konkurrenten DSM in diesem Jahr für zusätzlichen Rückenwind sorgen. Der Anfang April abgeschlossene milliardenschwere Zukauf soll in erster Linie die kleinste Covestro-Sparte CAS rund um Vorprodukte für Lacke, Klebstoffrohstoffe und Spezialanwendungen stärken. Dank der strategischen Übernahme rechnet das Management für 2021 sogar mit einem Mengenwachstum im Kerngeschäft von 10 bis 15%, ohne der Akquisition wären es immerhin 6% weniger. Damit würde Covestro letztlich auch zu Wachstum zurückkehren, nach einem Einbruch von 5,6% im Corona-Jahr. Gleichzeitig drückt der Kunststoffhersteller aber auch weiterhin auf die Kostenbremse. Bis 2023 sollen dabei die Fixkosten unter dem Strich stabil bleiben. Zumal im vergangenen Jahr bereits weltweit rund 700 Stellen abgebaut wurden, und bis Ende Dezember weitere 400 wegfallen dürften.

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