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Von TraderFox
09. Juli 2020

Beim QIX Deutschland kehrt am Donnerstag dank solider Geschäftsberichte und der anhaltend starken Wall Street der Optimismus zurück und steigt am Nachmittag um 1,6% auf 13.110 Punkte. Erste Eckdaten zu SAPs Q2 geprägt von starker Cloud-Sparte treiben Aktie um fast 7% auf einen neuen Rekordstand. Chemiehändler Brenntag schlägt sich derzeit trotz Covid-19-Ausswirkungen und schwächelnder amerikanischer Ölindustrie weiterhin sehr wacker.

Der größten Gewinner auf der Liste im Qualitäts-Index ist am Donnerst die SAP-Aktie. Aktuell legt dabei um 6,8% auf ein Allzeithoch bei 137,50 Euro zu. Der IT- und Software-Dienstleister hat heute überraschend mitgeteilt, besser durch die Corona-Krise als erwartet gekommen zu sein. Nach einem Dämpfer durch die Pandemie zum Jahresauftakt zog das Geschäft des Unternehmens von April bis Juni vor allem in Asien wieder an, erklärte der Vorstand. Dazu drückten der zügig beschlossene Einstellungsstopp und der Verzicht auf Geschäftsreisen bei SAP die Ausgaben. Der Umsatz im 2.Quartal kletterte um 1% auf 6,74 Mrd. Euro, Analysten hatte hier nur mit 6,54 Mrd. gerechnet. Ein ermutigendes Zeichen wurde zugleich vom Management mit der bekräftigten Jahresprognose gesetzt. Auch wird von Unternehmensseite weiterhin in den Jahren 2021 und 2022 mit einem sehr starken Aufschwung im Cloud-Geschäft gerechnet. Dabei macht insbesondere der zunehmende Verkauf von flexibleren Web-Abos, die in der Regel monatlich bezahlt werden und nicht einmalig, den Softwareanbieter letztlich immer konjunkturunabhängiger. Von April bis Juni legten die Cloud-Erlöse von SAP jedenfalls um beachtliche 18% zu, während das traditionelle Software-Lizenzgeschäft deutlich um 18% nachgab.

Kurz nach dem Ausbruch des Virus hatte das Unternehmen in Reaktion auf die Krise noch den Ausblick für das Gesamtjahr gesenkt und dies damit begründet, dass das Neugeschäft nahezu zum Erliegen gekommen war. In Anbetracht der breitgefächerten und über die Welt verteilten Kunden sowie der immer wichtiger werdenden Cloud-Sparte sei das 2.Quartal gut bewältigt worden, kommentierte der Finanzvorstand die positive Entwicklung. Und angesichts der weiterhin herausragenden Wachstumsraten wird SAP letztlich zu Recht als Qualitätsunternehmen bezeichnet. Dabei sind bei dem Technologiekonzern für den langfristigen Erfolg neben der hohen Eigenkapitalquote von 51% auch die durchaus solide Eigenkapitalrendite von 10% sowie die Nettomarge von 12% die wichtigsten Treiber. Mit diesen Kennzahlen erfüllt die Aktie wichtige Aufnahmekriterien im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Im Qualitäts-Index verbucht heute auch die Brenntag-Aktie neue Jahreshöchststände und liegt dabei mit 1,4% im Plus bei 51,40 Euro. Bei dem weltweit führenden Chemikalien-Vertriebshändler waren zwar die Zahlen zum 1.Quartal überraschend stark ausgefallen. Aber erst die kommenden Monate werden zeigen, ob es sich dabei teils um Vorzieheffekte gehandelt haben könnte. Brenntag selbst konnte hierdurch aber dennoch eindrucksvoll beweisen, wie widerstandsfähig das Geschäftsmodell trotz erster Covid-19-Einflüsse letztlich ist. Das Vertriebsunternehmen operiert als dauerhaftes Bindeglied zwischen Chemieproduzenten sowie der abnehmenden und weiterverarbeitenden Industrie. Hierbei bezieht Brenntag zunächst von seinen Lieferanten große Mengen an unterschiedlichsten Chemikalien, die kommissioniert und danach weltweit in bedarfsgerechten Größen verkauft werden. Und einer der großen Abnehmer diesbezüglich ist insbesondere die Öl- und Gasindustrie in den USA, die nach dem jüngsten Ölpreisrückgang erhebliche Schwäche zeigt. Vom März bis Juni ist immerhin die Zahl der aktiven Bohrgeräte in Amerika um 74% gesunken. Weitere internationale Kunden des Unternehmens kommen aber auch aus der Pharma- und Körperpflegebranche sowie aus der Nahrungsmittel- und Beschichtungsindustrie.



Noch im April hatte Brenntag allerdings aufgrund der sich verschlimmernden Corona-Auswirkungen seinen Jahresausblick ausgesetzt. Eine zuverlässige Prognose soll es demnach erst wieder geben, wenn die Auswirkungen der Pandemie auf das Vertriebsgeschäft realistisch eingeschätzt werden können. Der Nettogewinn des Chemiespezialisten zog im letzten Quartal aber überraschend um rund 8% auf 114 Mio. Euro an. Und auch der freie Cashflow erreichte mit knapp 162 Mio. Euro fast das Niveau des Vorjahres, was umso erstaunlicher ist, da gerade das Geschäft mit der nordamerikanischen Öl- und Gasindustrie schwächelte. Die von Brenntag aber in diesem Umfeld gezeigte Stabilität, zeigt einmal mehr die Qualität des Unternehmens.

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