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Von TraderFox
13. Mai 2019

Angesichts des enttäuschenden Ausgangs im Zollstreit ist der QIX Deutschland am Montag schwach in die neue Handelswoche gestartet. Am Nachmittag notiert der Index dabei mit 1,6% im Minus bei 12.800 Punkten. SAP und Microsofts neue Partnerschaft für das Internet der Dinge (IoT) trägt mit der Anbindung von SAP Leonardo an Microsoft Azure erste Früchte. Beiersdorf investiert trotz konstantem Wachstum und nimmt hierfür eine etwas geringere EBIT-Marge in Kauf.

Relativ robust präsentiert sich heute im Qualitäts-Index die SAP-Aktie. Aktuell klettert sie dabei leicht auf 110,60 Euro. Goldman Sachs hatte die Aktie in der vergangenen Woche angesichts der anstehenden Anwenderkonferenz Sapphire auf der "Conviction Buy List" mit dem Kursziel von 121 Euro bestätigt. Sie sehen vor dem Hintergrund des wachsenden Produkt-Portfolios sowie im Hinblick auf die Kunden und Partner nach wie vor umfangreiche Quellen und Chancen für eine weitere Beschleunigung des Umsatzwachstums, schrieben die Analysten in einer Studie.

Nach der jüngst auf dem “Mobile World Congress“ in Barcelona angekündigten Vertiefung der Partnerschaft mit Microsoft und den starken Quartalszahlen hat SAP nun erste Fortschritte bei der Zusammenarbeit verkündet. Dabei geht es vor allem um die allgemeine Verfügbarkeit und Integration des SAP Leonardo IoT-Systems mit der Azure IoT-Cloudplattform des US-Softwareunternehmens. Letztlich sollen die Kunden damit künftig die Daten von IoT-Sensoren und anderen Endgeräten im Internet der Dinge in die Business-Anwendungen von SAP übertragen und dort verarbeiten können. Beide Unternehmen hatten bereits im Februar die geplante Integration angekündigt, seinerzeit jedoch keinen festen Fahrplan genannt. Konkret bedeutet diese Weiterentwicklung, dass Kunden von SAP in dem Cloud-Bereich von Microsoft demnächst erstmals auf die Angebote Azure IoT Hub und Azure IoT Edge zugreifen können. Mit diesem Schritt lassen sich Daten direkt verarbeiten und auswerten beziehungsweise für die Weiterverarbeitung in der Cloud vorbereiten.

Vor allem aber lassen sich durch die Integration mit SAP Leonardo die im Internet der Dinge anfallenden Daten erstmals in Geschäftsanwendungen wie SAP S/4HANA, CRM C/4HANA, SuccessFactors und andere Softwareprodukte des Konzerns problemlos einbinden. Dabei hatte SAP in den letzten Jahren die Leonardo-Plattform technisch auf SAP HANA aufsetzt und daraufhin kontinuierlich ausgebaut. Die Plattform selbst enthält zwar bereits unterschiedliche Lösungen für Bereiche wie Machine Learning und Big Data Analytics. In das entstandene “Digital Innovation System“ wurden aber zuletzt gerade mit Leonardo Bridge und Leonardo IoT Edge zusätzliche Angebote für das Internet der Dinge integriert.

Derweil zeigt die SAP-Aktie trotz jüngster Kursexplosion nur eine moderate Bewertung. Zwar liegt das 2020er KGV derzeit bei 21, für ein Wachstumsunternehmen ist das aber bei weitem nicht zu teuer. Außerdem ist der Software-Dienstleister derzeit mit einer Eigenkapitalquote von fast 56% finanziell grundsolide ausgestattet. Und auch operativ kann neben der Nettomarge von 17%, die Eigenkapitalrendite von 14% durchaus überzeugen. Die Aktie entspricht damit wichtigen Aufnahmekriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Einer der wenigen heutigen Gewinner im Qualitäts-Index ist die Beiersdorf-Aktie, die leicht auf 98,50 Euro ansteigt. Die Geschäfte des Konsumgüterproduzenten laufen nach den jüngsten Rückschlägen wieder prächtig. Allein im zurückliegenden Quartal konnte der Nivea- und tesa-Hersteller mit unerwartet starken Wachstumsraten aufwarten. Das von Beiersdorf dabei erzielte organische Umsatzwachstum von 6,0% lag bei weitem über den Erwartungen der Analysten. Inklusive Preiserhöhungen kletterten die Erlöse sogar um 7,8%. Für den schon seit Jahren beständig wachsenden Kosmetikriesen war das durchaus ungewöhnlich viel. Auch entwickelten sich die einzelnen Konzernbereiche überragend. So wuchs Beiersdorf beispielsweise im Consumer-Segment gegenüber dem Vorjahr um fast 7%. Während die tesa-Sparte trotz schwierigem Umfeld gerade im schwächelnden Autosektor ein kleineres Plus von immerhin 2,2% schaffte. Einen ebenfalls starken Anstieg verzeichnete das Unternehmen zudem in den Regionen Afrika/Asien/Australien, wo am Ende des Quartals ein rasantes Wachstum von 10,5% erreicht wurde. Aber auch der europäische Markt trug mit Plus 4,4% zu diesen Zahlen bei. Außerdem bestätigte der Beiersdorf-Vorstand die Aussichten für 2019, die ein gruppenweites Umsatzplus von 3 bis 5% erwarten lassen. Letztlich dürfte sich dabei die EBIT-Marge zwischen 14 bis 14,5% einpendeln. Die Profitabilität läge damit bedingt durch höhere Investitionen etwas unter dem Wert von 2018.

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