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Von TraderFox
02. April 2019

Nach der fulminanten Montagsrally kann der QIX Deutschland am Dienstag trotz

anhaltender Brexit-Unsicherheiten weiter zulegen. Dabei steigt der Index letztlich bis zum Nachmittag um 0,5% auf 12.855 Punkte. ProSiebenSat.1 Media erreicht im 1.Quartal bestes Marktanteilsergebnis seit 2016 und dürfe auch operativ davon profitieren. Talanx ist als Rückversicherer über seine Tochter von den kürzlich passierten Boeing-Unfällen betroffen und erwartet dadurch eine niedrige zweistellige Millionenbelastung.

Nach den starken Vortagesgewinnen gehört im Qualitäts-Index heute mit einem Plus von 2,0% auf 13,02 Euro erneut die ProSiebenSat.1 Media-Aktie mit zu den größten Tagesgewinnern. Der Münchner Free-TV-Anbieter hatte am Montag berichtet, seinen Marktanteil bei den Zuschauern im 1.Quartal ausgebaut zu haben. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum habe die Sendergruppe mit einem Zuwachs von 1,1 Prozentpunkten auf 27,9% sein bestes Ergebnis seit 2016 erreicht, teilte das Unternehmen dabei mit. Allein im Monat März lag der Marktanteil den Angaben zufolge sogar bei 28,7%. Besonders erfolgreich sei ProSiebenSat.1 Media bei der jungen Zielgruppe mit Shows wie "Germany's Next Topmodel", "Taff" oder "Galileo" gewesen. Insgesamt habe der Marktanteil des TV-Senders bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern im 1.Quartal bei 10,1% gelegen. Für den Medienkonzern sind dies durchaus zufriedenstellende Zahlen, inwieweit sie sich aber auf das operative Geschäft auswirken werden, bleibt abzuwarten. Der von ProSiebenSat.1 Media und sogar für die gesamte TV- und Werbebranche schon seit Anfang 2018 spürbare Abschwung bei den Einnahmen, könnte sich dadurch zunächst etwas abschwächen.

Aber auch wenn die werbeabhängigen Geschäfte des Unternehmen derzeit leiden, von 2014 bis 2017 gelang es den Münchnern jedenfalls den Jahresumsatz von 2,9 auf 4,1 Mrd. Euro zu steigern. Dies war immerhin ein durchschnittliches Umsatzwachstum von knapp 12%. Im gleichen Zeitraum kletterte der Gewinn von ProSiebenSat.1 Media im Schnitt um 8% auf über 470 Mio. Euro. Das Wachstum der Erlöse ließ jedoch schon in der Zeit von 2016 auf 2017 deutlich nach und lag dabei nur noch bei gut 8%. Für viele Anleger ist dabei auch die Aktie des Medienhaues in Anbetracht der weiterhin hohen Dividendenrendite von über 9% interessant. Diese Gewinnbeteiligung ist jedoch aufgrund der laufenden Umstrukturierung, in der sich ProSiebenSat.1 Media zurzeit befindet, auch keineswegs sicher.

Zumindest belegen die starken Schwankungen der vergangenen Jahre, dass es hin und wieder zu geringeren Ausschüttungen kam. Letztlich stieg die Dividende seit 2014 von 1,60 Euro auf gut 1,93 Euro für das Jahr 2017. 2018 wurde sie dann jedoch deutlich um über ein Drittel auf 1,19 Euro gekürzt. Für ProSiebenSat.1 Media spricht aber dennoch die hohe Eigenkapitalrendite von 23% sowie das niedrige Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,9. Die Aktie notiert damit zu Recht im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Auch die Talanx-Aktie verzeichnet heute im Qualitäts-Index ein leichtes Plus auf aktuell 34,95 Euro. Die Versicherungsholding hatte kürzlich erste Schätzungen für die Großschadenbilanz durch den Boeing-Absturz in Äthiopien bekannt gegeben. Dabei rechnet das Unternehmen mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Das wird schon ein größerer Luftfahrtschaden werden, sagte dabei der für die Rückversicherung zuständige Vorstand der Tochter Hannover Rück. Zugleich betonte der Manager aber, dass der Schaden netto gut zu verkraften sei. Als Rückversicherer ist Talanx über die Hannover Rück an allen Luftfahrtbereichen beteiligt, so auch bei Boeing. Die Beteiligung wird erwartet bei der Produkthaftpflicht von Boeing sowie auch für die Airline-Schäden durch den Ausfall von Flugzeugen, die durch behördliche Flugverbote am Boden bleiben müssen. Der Unfall wird es wohl mit einem niedrigen zweistelligen Betrag auf unsere Großschadenbilanz schaffen, kommentierte auch der Talanx-Vorstand die Entwicklung bei der jüngsten Vorlage der Geschäftszahlen 2018.



Im zurückliegenden Jahr kam der Versicherer jedenfalls beim Umbau seines stark belasteten Industriegeschäfts gut voran. Die Sparte hatte zuletzt vor allem mit Großschäden in der Feuerversicherung zu kämpfen. Bis Anfang März seien knapp 90% der bis 2020 geplanten Preiserhöhungen mit den jeweiligen Kunden vereinbart worden, teilte Talanx dazu letztlich mit. Und trotz leichter Zuwächse der Bruttoprämien in dem Segment auf 4,7 Mrd. Euro, kam es zu einem Ergebniseinbruch von -16 Mio. Euro. Insgesamt bekräftigte das Management aber seine Gewinnprognose für 2019. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Großschäden im Rahmen der Erwartungen blieben.

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