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Von Christina Rothfuß
24. Oktober 2023

Am Dienstag wagt der QIX Deutschland trotz unsicherer Geopolitik mit einem kleinen Plus von 0,4 % auf 14.340 Punkte einen Stabilisierungsversuch. CAD-Softwareanbieter Nemetschek erhöht trotz mauer Wirtschaftslage die Umsatz- und Margenprognose für 2023, und strebt ein Wachstum zwischen 6,0 und 8,0 % an. Versicherungsholding Talanx hebt 2023er-Gewinnziel nach unerwartet guten Geschäften auf deutlich über 1,5 Mrd. Euro an.

 

Dank eines unerwartet robusten Quartalsberichts ist im Qualitäts-Index am Dienstag die Nemetschek-Aktie mit 7,0 % Plus auf 67,15 Euro der Top-Performer. Was den Titel des Bau- und Design-Softwareanbieters dabei besonders beflügelt, ist die Anhebung der Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr 2023. Immerhin erwartet das Management nach dem starken Q3-Verlauf nun ein Wachstum in einer Bandbreite zwischen 6,0 und 8,0 %, nach zuvor 4,0 bis 6,0 %. Dabei hatte Nemetschek im Rahmen der laufenden Umstellung auf Software-Abos noch in den ersten 6 Monaten weniger verdient als prognostiziert. Dafür lief es unternehmensseitig trotz mauer Wirtschaftslage im Geschäft mit Konstruktionssoftware und auch in der Mediensparte, die Programme für Videospiele und Filmproduktionen anbietet, etwas besser. Zu der heute veröffentlichten soliden operativen Entwicklung im 3. Quartal trugen bei dem Software-Entwickler auch Nachholeffekte aus dem Vorquartal bei. Außerdem verbuchte Nemetschek von Juli bis September Einmaleffekte in den Sparten “Design“ und “Build“, was am Ende zu dem Erlöswachstum von über 8,0 % auf 219,8 Mio. Euro führte. Währungsbereinigt stiegt der Quartalsumsatz sogar fast 13,0 %. Für die ersten 9 Monate ergab sich bei dem Unternehmen aber nur ein Zuwachs von 5,5 %. Und auch die EBITDA-Marge von Nemetschek verbesserte sich zuletzt auf 32,5 %. Für das laufende Jahr hatte der Bau- und Mediensoftwareanbieter die Übergangsphase im Zuge der Abo-Umstellung ohnehin in Aussicht gestellt, mit niedrigerem Wachstum von 4,0 bis 6,0 % und geringeren Margen.

Aber offenbar gelingt es Nemetschek das anspruchsvoller gewordene Umfeld für die Bauindustrie seit letztem Jahr besser zu meistern. Zumal der Anteil der wiederkehrenden Einnahmen, also Abos und Wartungserlöse, bei dem weltweit agierenden CAD-Software-Spezialisten Ende Juni erstmals auf rund 75,0 % gestiegen waren. Und ungeachtet der momentanen Marktlage sind bei Nemetschek die strukturell langfristigen Wachstumstreiber wie die zunehmende Digitalisierung in den adressierten Branchen auch weiterhin intakt. Die Geschäfte rund um Software für Architekten, Immobilienverwalter sowie Filmproduzenten sollen ab 2024 dann wieder prozentual zweistellig zulegen. Wenn es nach den Plänen des Managements geht, dann liegt die Umsatzrendite auch wieder bei weit über 30,0 %. Für dieses Jahr wurde heute für Nemetschek eine EBITDA-Marge am oberen Ende der bereits kommunizierten Prognose von 28,0 bis 30,0 % bestätigt, was ziemlich beachtlich wäre. Mit der hohen Marge erfüllt die Aktie auch wichtige Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Mit Zuwächsen von 2,6 % auf 59,25 Euro gehört am Dienstag im Qualitäts-Index auch die Aktie von Talanx zu den heutigen Tagesfavoriten. Gestern nach Börsenschluss hatte die Versicherungsholding ihre Prognosen für 2023 ebenfalls angehoben, und rechnet nach unerwartet guten Geschäften bis zum Jahresende mit mehr Gewinn. Der Überschuss soll statt über 1,4 Mrd. jetzt deutlich mehr als 1,5 Mrd. Euro erreichen, wie die Unternehmensführung von Talanx überraschend am Montagabend mitteilte. Für die ersten 9 Monate rechnet der Vorstand vor allem dank eines starken operativen Ergebnisses in der Erstversicherung mit einem Gewinn von mehr als 1,25 Mrd. Euro. Zuletzt warf dabei auch Talanx` Privat- und Firmenversicherungsparte im Ausland deutlich mehr ab, nachdem das zugekaufte Brasilien-Geschäft der Versicherungsgruppe in die Gewinnzone gedreht hat. Das Unternehmen selbst ist in Deutschland mit seiner Hauptmarke HDI als Erstversicherer aktiv, und besitzt zudem gut 50,0 % am weltweit drittgrößten Rückversicherer Hannover Rück. Ein entscheidender Grund für die derzeit so robuste Entwicklung ist aber auch die von Talanx betriebene risikobewusste Anlagepolitik, wodurch die Gruppe sogar zu den “Zinsanstiegsprofiteuren“ geworden ist.

Und gerade dieses umsichtige Verhalten des Managements dürfte mit Blick auf die Kapitalreserven des Unternehmens nur Gutes für künftige Gewinne bedeuten. Mit dem Zukauf des Privat- und Firmenkundengeschäfts in Lateinamerika wurde im Mai darüber hinaus ein wichtiger Expansionsschritt getätigt. In Chile stieg Talanx damit in der Sachversicherung sogar zum absoluten Marktführer, und in Brasilien immerhin zur Nr.2 auf. Bislang schätzten Analysten den Gewinn je Aktie für dieses Jahr auf 5,94 Euro, was ein KGV von rund 10 ergibt. Und die solide Dividendenrendite von 3,2 % überzeugt ebenfalls, zumal Talanx bis Ende 2025 die Gewinnbeteiligung bei “normaler“ Großschadensentwicklung um weitere 25,0 % auf dann 2,50 Euro anheben will.

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der TraderFox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u. a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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