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Von Christina Rothfuß
23. Januar 2024

Am Dienstag atmet der QIX Deutschland nach dem gestrigen Rekordlauf der US-Börsen erst einmal durch. Folglich liegt er am Nachmittag bei unverändert 16.080 Punkten. Nemetschek profitiert von Kurszielanhebungen durch die Deutsche Bank und Oddo BHF, 2024 dürfte demnach ein gutes Jahr für den Bau- und Videosoftware-Entwickler werden. Chipproduzent Elmos präsentiert auf der CES-Messe in Las Vegas neue Produkthighlights, mit der die weltweite E-Mobilität sicherer und energieeffizienter werden soll.

Mit Zuwächsen von fast 7,0 % war am Montag im Qualitäts-Index die Nemetschek-Aktie der absolute Top-Performer. Am Dienstag gibt sie aber zunächst wieder etwas ab auf 84,40 Euro. Was den Titel des Bau- und Design-Softwareanbieters gestern besonders beflügelte und auf den höchsten Kurs seit April 2022 getrieben hat, waren zwei neue Kaufempfehlungen. So hoben die Analysten von Deutsche Bank und Oddo BHF in aktuellen Studien ihre Kursziele für Nemetschek an, lagen allerdings mit 67,00 bzw. 105,00 Euro weit auseinander. 2024 dürfte ein gutes Jahr für die Softwarebranche in Europa werden, schrieben die Experten der Deutschen Bank in einer Branchenstudie. Sinkende Zinsen böten voraussichtlich Luft für steigende Bewertungen, zumal diese bei einigen Unternehmen aus dem Sektor unter den Höchstständen von Ende 2021 lägen. Dabei gelingt es Nemetschek offenbar das seit 2022 anspruchsvoller gewordene Umfeld für die Bauindustrie besser zu meistern als andere. Die Geschäfte rund um Software für Architekten, Immobilienverwalter sowie Filmproduzenten sollen ab 2024 laut Nemetschek-Vorstand sogar wieder prozentual zweistellig zulegen. Auch, weil ungeachtet der momentanen Marktlage bei den Münchnern die strukturell langfristigen Wachstumstreiber wie die zunehmende Digitalisierung in den adressierten Branchen weiterhin intakt sind. Nemetschek hatte für 2023 die Übergangsphase im Rahmen der Abo-Umstellung ohnehin mehrfach in Aussicht gestellt, mit niedrigeren Zuwachsraten von 4,0 bis 6,0 % und geringeren Margen. Für die ersten 9 Monate ergab sich bei dem Bau- und Mediensoftwareanbieter auch nur ein Erlösplus von 5,5 %.

Unternehmensseitig lief es dabei trotz mauer Wirtschaftslage im Geschäft mit Konstruktionssoftware und auch in der Mediensparte, die Programme für Videospiele und Filmproduktionen anbietet, etwas besser. Zudem steigerte Nemetschek als weltweit agierender CAD-Software-Spezialist auch immer mehr den Anteil wiederkehrender Einnahmen durch Abos und Wartungserlöse. Zuletzt lagen sie erstmals bei rund 75,0 %. Damit nähert sich das Unternehmen zahlreichen anderen Softwareanbietern an, die diesen Branchentrend vorangetrieben haben. Geht es nach den Plänen des Managements, dann liegt bei Nemetschek die Umsatzrendite in diesem Jahr auch wieder bei weit über 30,0 %. Für 2023 wurde zuletzt eine EBITDA-Marge am oberen Ende der Prognose von 28,0 bis 30,0 % bestätigt, was ziemlich beachtlich wäre. Bei dem Bau- und Videosoftware-Entwickler dürften inzwischen die größten Auswirkungen durch den Wechsel auf das Abomodell bei der Tochter Bluebeam verdaut sein. Damit stünden für Nemetschek in diesem Jahr wieder branchenführende Wachstumsraten bevor, zu dem sich noch ein attraktives Margenprofil gesellt. Mit der hohen Renditestärke erfüllt die Aktie auch wichtige Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Eine kräftige Kurserholung verbuchte in den letzten Tagen im Qualitäts-Index auch die Elmos Semiconductor-Aktie, die heute aber bei unverändert 67,80 Euro steht. Unterstützung bekamen die Papiere des Chipentwicklers aber zuletzt von den optimistischen Aussagen des weltweit größten Halbleiterherstellers TSMC, der den Kursen der gesamten Chip-Branche Auftrieb verlieh. Elmos selbst produziert und vertreibt ein innovatives Chipsortiment, das in erster Linie für den Einsatz in der Automobilbranche konzipiert wird. Die hergestellten elektronischen Bauteile können dabei unter anderem zahlreiche Sicherheits-, Antriebs- und Netzwerkfunktionen steuern. Der Halbleiterspezialist hatte jedenfalls Mitte Januar auf der CES-Messe in Las Vegas neue und hochinnovative “Mixed-Signal“-Chiplösungen für die Bereiche Autonomes Fahren, E-Mobilität sowie Fahrkomfort vorgestellt. Dabei zeigte Elmos Produktneuheiten, die von Ultraschall- und “LiDAR“-Sensorik über die Elektrifizierung von Fahrzeugen bis hin zur intelligenten LED-Steuerung und Gestenerkennung reichten. Mit den vorgestellten Mixed-Signal Halbleitern will das Unternehmen die automobile Mobilität weltweit sicherer, komfortabler und energieeffizienter machen. Elmos gilt dabei unter anderem als weltweit führender Anbieter von Ultraschall-IC-Lösungen für den Einsatz in Autos, die fortschrittliche Assistenzsysteme sowie das autonome Fahren erst ermöglichen. Als Pionier für innovative Gestenerkennungs-Technologie mittels “Hand Tracking“, stellte das Unternehmen auf der Messe unter anderem auch die neuen ToF- und HALIOS-Sensor ICs vor, die eine zuverlässige optische Erfassung von Gesten ermöglichen.

Außerdem gab Elmos in Las Vegas auch erste Einblicke in neue LED Treiber ICs für energieeffiziente und konfigurierbare Lichtanimationen, die visuelle Gestaltung und Effizienz von Rückleuchten auf ein neues Niveau heben sollen. Der Halbleiterzulieferer belegt hierbei sogar im automobilen Markt für RGB- und Rücklichtbauteilen dank patentiertem “Power Zeroing“ ein Alleinstellungsmerkmal. Mit den neuen Mixed-Signal-Halbleiterlösungen will Elmos jedenfalls seinen Wachstumspfad beschleunigen, und sogar neue Marktanteile gewinnen. Angesichts der weiterhin robusten Kundennachfrage kletterte bereits der Q3-Umsatz des Unternehmens um beachtliche 27,0 % auf 151,5 Mio. Euro. Der Vorstand erwartet folglich auch ein starkes Jahr 2023, in dem die Einnahmen aus dem Halbleiterzuliefergeschäft auf 560 Mio. Euro zulegen sollen. Aber trotz der weiterhin dynamischen Aussichten notiert Elmos an der Börse aktuell nur mit einem KGV von 12.

 

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der TraderFox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u. a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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