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Von Christina Rothfuß
24. November 2022

Die Hinweise der US-Notenbank auf ein womöglich langsameres Zinserhöhungstempo beflügeln am Donnerstag den QIX Deutschland. Am Nachmittag zieht der Index dabei um 1,1 % auf 14.100 Punkte an. CAD-Software-Anbieter Nemetschek überrascht im 3. Quartal mit anhaltend starkem Wachstum von 20 % und bekräftigt die 2022er-Jahresziele. Kupferproduzent Aurubis will sich zusammen mit Rohstoffförderer Anglo American für eine nachhaltige Kupfer-Wertschöpfungskette einsetzen.

 

Angesichts des viel zu niedrigen Kursniveaus war am Mittwoch die Nemetschek-Aktie mit einem Plus von über 6 % der absolute Highflyer im Qualitäts-Index. Am Donnerstag legt sie auch erneut leicht um 0,5 % auf 47,40 Euro zu. Immerhin hat sich der Bausoftware-Dienstleister ungeachtet des nachlassenden Baubooms für das laufende und kommende Geschäftsjahr viel vorgenommen. Und noch hält das Management nach einem ordentlichen Wachstum im 3. Quartal an der Jahresprognose fest. Die konjunkturelle Situation im Jahr 2023 dürfte für Nemetschek aber eine Herausforderung werden. Vor allem die globalen Zinserhöhungen könnten für eine sich abkühlende Nachfrage seitens der bis zuletzt robusten Bauindustrie sorgen. Denn diese dürfte unter steigenden Finanzierungskosten leiden und künftige Immobilienprojekte erst mal zurückstellen. Aber die Münchner sind bilanziell stark genug und konzentrieren sich im Kerngeschäft hauptsächlich auf CAD-Software-Produkte für das Bauwesen, etwa mit Architektur- und Bauplanungslösungen. Die Sparten Design und Build stehen bei Nemetschek derzeit sogar für über 80 % des Gesamtumsatzes. Die Gruppe wächst gegenwärtig allerdings in der viel kleineren Mediensparte mit Programmen für die Werbe- und Unterhaltungsindustrie am schnellsten. In Q3 lag der Zuwachs immerhin bei 50 %. Hier werden unter anderem 3D-Animationssoftware für die Videospiel- und Filmindustrie vermarktet. Insgesamt ist aber offen, wann und wie stark die wirtschaftliche Lage das Wachstum von Nemetschek im kommenden Jahr beeinflusst. Für Investoren ist aber für 2023 vor allem der Status des Wandels zur Cloud und zu Abo-Modellen entscheidend.

Zwar gibt es zurzeit Probleme bei der US-Tochter Bluebeam und ihrer Umstellung auf Software-Subskription und Programme zur Nutzung über das Netz. Dennoch stieg in den Monaten Juli bis September der Umsatz bei dem auf Bau- und Designsoftware spezialisierten Anbieter um ein knappes Fünftel auf 203 Mio. Euro. Ohne Euro-Abwertung wäre der Erlös um knapp 12 % gewachsen. Inzwischen erzielt Nemetschek auch über 60 % seiner Einnahmen aus wiederkehrenden Quellen, also aus Abonnement- oder entsprechenden Serviceverträgen. Und das Unternehmen bleibt mit dem Ziel, in diesem Jahr zwischen 12 und 14 % zulegen zu wollen, in Sichtkontakt. Nach 9 Monaten stehen schon 15,2 % in den Büchern. Der Vorstand hatte zuletzt auch noch einmal auf die wichtigsten Zukunftstrends verwiesen, die für Nemetschek das größte Wachstumspotenzial bieten. Dazu gehören neben der Design- und Produktplanung vor allem die Bereiche Künstliche Intelligenz sowie maschinelles Lernen und virtuelle Realität. Für 2022 wird von dem Software-Entwickler aber erst mal weiterhin eine operative Gewinnmarge in der Bandbreite von 32 und 33 % anvisiert. Damit erfüllt die Aktie jedenfalls wichtige Aufnahmekriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Ein Tagesfavorit im Qualitäts-Index ist am Donnerstag auch die Aktie von Aurubis, die um 1,4 % auf aktuell 74,40 Euro anzieht. Unterstützung bekommen die Papiere des Metall- und Kupferproduzenten von der heute vermeldeten Kooperation mit dem multinationalem Rohstoffförderer Anglo American. Beide Unternehmen haben während der World Copper Conference Asia 2022 in Singapur eine Absichtserklärung unterzeichnet. Dabei verfolgen Aurubis und Anglo American das gemeinsame Ziel, Kupferprodukte herzustellen, die dem steigenden Bedarf an Zukunftsmetallen aus einem nachhaltigen Abbau und Bezug von Kupfer gerecht werden. Bei der Zusammenarbeit soll es vor allem um Zusicherungen gehen, für die Art der Förderung, Verarbeitung, den Transport und die Vermarktung von Kupfer. Basierend auf ihrer gemeinsamen Expertise wollen Aurubis und Anglo American die Möglichkeiten für technologische Lösungen zur Rückverfolgung eruieren, um den gesamten Produktionszyklus transparenter zu gestalten. Darüber hinaus sollen weitere Bereiche von gemeinsamem Interesse in der Technologieentwicklung identifiziert werden. Anglo American ist allerdings nicht nur einer der weltweit größten Produzenten von Kupfer, sondern fördert auch Platin, Diamanten und Nickel sowie Eisenerz und Kohle für die Stahlerzeugung.

Nachhaltigkeit ist eine tragende Säule unserer Strategie, sagte der Vorstand von Aurubis zu den heute vorgestellten Kooperationsplänen. Wir betreiben das effizienteste Hüttennetzwerk der Welt, daher investieren wir laufend in Lösungen, die es uns ermöglichen, mit den uns anvertrauten Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen, betonte er. Dem Manager zufolge steht der „Sustainable Mining“-Plan von Anglo American im Einklang mit dem Nachhaltigkeitslabel “Tomorrow Metals“ von Aurubis, das schon im Jahr 2021 von den Hamburgern eingeführt wurde. Zudem sind beide Unternehmen bereits Teil der Copper Mark, dem Gütesiegel für Nachhaltigkeit in der globalen Kupferbranche. Dabei spielt Kupfer eine zentrale Rolle für die Herausforderungen durch den Klimawandel und für die steigenden Lebensstandards der wachsenden Weltbevölkerung. Deshalb sollte es laut Aurubis auch nachhaltig und innerhalb einer auf die Kunden ausgerichteten Lieferkette produziert werden.

 

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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