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Von Christina Rothfuß
18. Januar 2024

Der QIX Deutschland zieht am Donnerstag trotz zuletzt gedämpfter Zinssenkungs-Hoffnungen um 1,0 % auf 15.935 Punkte an. Munich Re erwartet trotz anhaltender Krisen für 2024 und 2025 weiterhin gute Versicherungsgeschäfte, zudem sieht der Vorstand vor allem in China enormes Potenzial. Wachstumstreiber dürfte bei Beiersdorf auch in diesem Jahr das Hautpflegegeschäft bleiben, niedrigere Rohstoffpreise sorgen zudem für höhere Margen.

Im Qualitäts-Index war am Mittwoch in Anbetracht bekräftigter Aussichten die Aktie der Munich Re stark gefragt. Am Donnerstag zeigt sie sich aber kaum verändert bei 393,00 Euro. Gestern konnten die Papiere des Rückversicherers von den Prognosen des Managements und einer Analystenstudie profitieren. Die Aussichten für die Jahre 2024 und 2025 seien insgesamt ziemlich hell, sagte der Vorstand am Dienstagabend vor Journalisten in München. Letztlich plant die Munich Re trotz anhaltender Krisen und Kriege auch in nächster Zeit gute Geschäfte zu machen. Schon im Herbst hatte der Manager das Gewinnziel des Spezialversicherers für 2023 von 4,0 auf 4,5 Mrd. Euro nach oben gesetzt, für 2024 peilt er sogar eine Steigerung auf etwa 5,0 Mrd. Euro an. Das Jahr 2023 sei zudem sehr gut gewesen, betonte der Munich Re-Chef am Dienstag mit Blick auf die anstehende Bilanzvorlage im Februar. Im letzten Jahr musste das Unternehmen jedenfalls vergleichsweise geringe Großschäden verkraften, auch dank der glimpflich verlaufenen Hurrikan-Saison. Außerdem konnte die Munich Re zuletzt deutliche Prämienerhöhungen in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung durchsetzen. Und auch die weniger schwankungsanfälligen Geschäftsfelder wie die Erstversicherungstochter ERGO lieferten deutlich mehr Gewinn ab als noch vor 5 Jahren. Diese durchaus robuste Entwicklung bei der Munich Re wurde gestern auch durch eine Neu-Einschätzung der Schweizer Großbank UBS bestätigt, die die Aktie auf "Buy" hochstufte und das Kursziel von 376,00 auf 440,00 Euro anhob. Die Bankanalysten kommentierten, dass das Jahresziel des Rückversicherers für das Nettoergebnis vernünftig erscheine und möglicherweise schon einen Puffer für erwartete Zinssenkungen beinhalte. Zudem prognostizierten sie für die Munich Re in den nächsten 2 Jahren eine Ergebnissteigerung je Aktie von jeweils 13,0 %, wodurch die Aktie zu ihrem bevorzugten Branchentitel werde.

Für die Munich Re als weltweit größter Rückversicherer spricht aber auch das enorme Potenzial in China. Denn wie der Chef kürzlich in einem Exklusivinterview mit China Daily erklärte, verzeichne das Unternehmen in China ein jährliches Prämienvolumen von rund 2,19 Mrd. USD. Angesichts der erheblichen Risiken im Land erwartet die Munich Re, dass dieses Volumen in Zukunft noch steigen dürfte. Der Manager betonte zugleich, dass China trotz des komplizierten geopolitischen Umfelds ein wichtiger Markt mit vielversprechenden Chancen bleibt. Zumal derzeit nur etwa 5,0 % der Naturkatastrophenrisiken in China rückversichert sind, verglichen mit einem weltweiten Durchschnitt von rund 38 %. Für das abgelaufene Jahr hat die Munich Re zunächst aber eine Schadenkostenquote von 85,0 % und das 4,5-Mrd.-Euro-Gewinnziel in Aussicht gestellt. Damit sollte die Dividendenausschüttung von geschätzt 12,49 Euro für 2023 sicher sein. Das Ausschüttungsniveau würde jedenfalls noch immer eine solide Kapitalrendite von 3,2 % bedeuten. Damit erfüllt die Aktie der Munich Re auch wichtige Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX).

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden mit einbezogen.

Im Qualitäts-Index war in den letzten Wochen die Beiersdorf-Aktie ein ziemlicher Highflyer und markierte dabei ein Rekordhoch. Am Donnerstag liegt sie aber minimal im Minus bei 134,20 Euro. Angetrieben wird der Konsumgüterhersteller dabei von den zuletzt soliden Ergebnissen und einem angehobenen Ausblick. Beiersdorf hatte im Herbst im Rahmen erfolgreicher Geschäfte mit den Marken Nivea und Labello seine Jahresziele konzernweit bereits zum zweiten Mal hintereinander angehoben. Die 2023er-Erlöse sollen demnach organisch um einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz wachsen. Bisher sollte dieser Wert nur im besten Fall erreicht werden. Die Prognose für die Gewinnmarge bestätigte der Hautpflegespezialist zuletzt ebenfalls. Allerdings musste Beiersdorf bei der Klebstofftochter tesa die Umsatzprognose etwas zurücknehmen. Ursprünglich wollte das Management im 2. Halbjahr auch das tesa-Geschäft in Schwung bringen. Obwohl die Sparte vor allem in Europa und Amerika in den ersten 9 Monaten noch vergleichsweise gut lief, und die Autoindustrie und Elektronikhersteller mehr nachfragte. Haupttreiber bleibt bei Beiersdorf aber weiterhin das Hautpflegegeschäft. Während jedoch die Marken Nivea und Eucerin zuletzt deutlich zulegten, blieb die Luxusmarke La Prairie weiter das Sorgenkind.

Für 2024 sagt auch der Branchenverband IKW der Körperpflege- und Waschmittelindustrie weiteres Wachstum voraus. So soll das Inlandsgeschäft der Prognose zufolge um 2,5 % auf rund 21,7 Mrd. Euro zulegen. Beiersdorf hatte in der 2. Jahreshälfte auch erneut mehr Geld in Werbung und Marketing gesteckt, um so den weltweiten Verkauf zu fördern. Dem Unternehmen dürfte aber langfristig in erster Linie das starke Markenportfolio im Zuge des weltweit steigenden Bedarfs an Hautpflegeprodukten in die Hände spielen. Auch verfügt die künftige Pipeline von Beiersdorf in neuen Märkten und Bereichen wie der Akne-Behandlungen über solides Potenzial. Bei der Aktie des Klebstoff- und Kosmetikherstellers sehen aber mittlerweile viele Investoren die zukünftige Entwicklung bereits in den Kursen als “eingepreist“. Für Beiersdorf spricht aber neben dem Kategorienmix auch die Deflation bei einigen wichtigen Rohstoffen, was 2024 und 2025 zu einer höheren Marge und am Ende zu mehr Gewinn führen sollte.

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der TraderFox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u. a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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