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Von Christina Rothfuß
09. Januar 2023

Wieder zunehmender Konjunkturoptimismus sorgt beim QIX Deutschland am Montag für Zugewinne von 1,4 % auf 14.225 Punkte. Merck könnte laut BofA-Analysten mit Zukäufen und seiner Pharmasparte im Jahr 2023 in Europa auch dank MS-Mittel „Evobrutinib“ durchstarten. RWE und Equinor planen bis 2030 zusammen den Bau einer Wasserstoffleitung zwischen Norwegen und Deutschland sowie Investitionen in Wasserstoff-taugliche Gaskraftwerke.

 

In Anbetracht solider Zukunftsaussichten und einer positiven Analystenstudie war im Qualitäts-Index in der Vorwoche die Aktie von Merck einer der besten Performer. Am Montag liegt sie auch wieder mit 2,0 % im Plus bei 191,00 Euro. Dabei wurden die Anteilsscheine des Pharma- und Chemieunternehmens vor allem von der Aufnahme in die "Europe 1"-Empfehlungsliste der US-Bank Bank of America beflügelt. Die Analysten der Bank würden sie aber nicht nur als "Top Pick" im EU-Pharmasektor betrachten, die Papiere von Merck seien auch aus mehreren Gründen kaufenswert. Die Experten verwiesen als potenzielle Kurstreiber unter anderem auf die positiven Aussichten für das Multiple-Sklerose-Mittel „Evobrutinib“, die attraktive Bewertung und auf mögliche Übernahmen. In diesem Zusammenhang hoben sie auch die solide Erfolgsbilanz bei Zukäufen und die finanzielle Disziplin des Unternehmens hervor. Merck selbst hatte im Oktober neue Studienergebnisse für Evobrutinib vorgelegt, die belegten, dass bei Patienten mit schubförmiger Multipler-Sklerose (RMS), die über mehr als 3,5 Jahre mit dem Mittel behandelt wurden, anhaltend niedrige Schubraten sowie stabile Scores auf der „Expanded Disability Status Scale“ (EDSS) festgestellt wurden. Evobrutinib wurde von Merck dabei als oraler, hochselektiver, das zentrale Nervensystem penetrierender Immunmodulator entwickelt, der zu einer sicheren und hochwirksamen Therapieoption für RMS-Patienten avancieren könnte.

Derweil läuft das Pharmageschäft für Merck schon jetzt sehr gut, so hatten im abgelaufenen 3. Quartal hauptsächlich neue Medikamente gegen Krebs und Multiple Sklerose die Umsätze antrieben. Der wichtigste Wachstumstreiber war zuletzt aber einmal mehr das Laborgeschäft der Darmstädter, rund um die Arzneiherstellung und Pharmaforschung, das letztlich um 9 % zulegen konnte. Dagegen gaben die Q3-Erlöse bei Flüssigkristallen für Bildschirme von Juli bis September wegen einer schwachen Nachfrage bei Merck um knapp ein Drittel nach. Die Unternehmensführung hatte deswegen auch die Prognose für die gesamte Elektroniksparte gestutzt. Dennoch konnte sich der Labor- und Halbleiterzulieferer damit weiterhin gegen die schwächelnde Konjunktur und höhere Kosten bei Rohstoffen, Energie und Logistik stemmen. Unterm Strich verdiente Merck im letzten Quartal gut 926 Mio. Euro, nach 764 Mio. ein Jahr zuvor. Gruppenweit wird von dem Unternehmen für 2022 sogar ein robuster Anstieg beim Umsatz auf 22 bis 22,9 Mrd. Euro angepeilt, nach 19,7 Mrd. im Jahr zuvor. Und zuletzt lag auch die Gewinnmarge bei soliden 15 %. Damit befindet sich die Aktie jedenfalls zu Recht im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Nur leichte Kursabgaben zeigt im Qualitäts-Index heute hingegen die Aktie von RWE, die damit aktuell bei 38,95 Euro steht. Dabei baut der Energieversorger und künftiges Green-Tech-Unternehmen aktuell sein Geschäft rund um Wasserstoff gezielt weiter aus. Erst in der Vorwoche wurde vom RWE-Management eine Partnerschaft in diesem Bereich mit dem norwegischen Energieunternehmen Equinor vereinbart. Beide wollen künftig beim Import von Wasserstoff nach Deutschland zusammenarbeiten. Das Vorhaben von RWE und Equinor soll demnach auch Großprojekte zur europäischen Energieversorgung umfassen. Wobei der Energieträger Wasserstoff in Europa gegenwärtig als größter Hoffnungsträger beim klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft gilt. Folglich sehen die Vereinbarungen zwischen RWE und Equinor auch den Bau einer Wasserstoffleitung zwischen Norwegen und Deutschland vor, damit in Deutschland die nötige Infrastruktur zum Weitertransport entstehen kann. Die Zusammenarbeit hat das Potenzial, Norwegen zu einem wichtigen Lieferanten von Wasserstoff für Deutschland und Europa zu machen, sagte der RWE-Chef zu den Plänen. Dem Manager zufolge soll zunächst sogenannter „blauer“ Wasserstoff in großen Mengen von RWE importiert werden, bei dessen Gewinnung allerdings Erdgas weiterhin zum Einsatz kommen wird. Später soll dieser aber durch "grünen" Wasserstoff ersetzt werden, der mithilfe erneuerbarer Energien gewonnen wird.

RWE und Equinor wollen zusammen künftig aber auch in Wasserstoff-taugliche Gaskraftwerke investieren. Die Anlagen mit einer Kapazität von rund 3 GW sollen demnach bis 2030 errichtet und bis Mitte der 2030er-Jahre komplett mit Wasserstoff betrieben werden. Durch die Partnerschaft sollen laut RWE-Plänen letztlich bis 2030 zunächst 2 GW blauen Wasserstoffs aus Norwegen nach Deutschland exportiert werden können, bis 2038 sollen es dann sogar bis zu 10 GW sein. Die dazu nötige Wasserstoffpipeline werde derzeit von Gassco, Equinor und Dritten geprüft, hieß es in der Mitteilung. Über diese Pipeline würden die Norweger den blauen Wasserstoff dann transportieren, RWE würde ihn abnehmen und danach in Wasserstoff-fähigen Gaskraftwerken zur Stromproduktion nutzen. Darüber hinaus wollen beide Partner künftig auch bei Projekten zur Erzeugung von "grünem" Wasserstoff zusammenarbeiten. So wollen RWE und Equinor die Möglichkeiten in Norwegen, Deutschland und in Ländern, die an die geplante Wasserstoffpipeline angrenzen, prüfen, wie sich dort mithilfe von Windkraft auf See grüner Wasserstoff produzieren lässt.

 

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

 

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