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Von TraderFox
08. November 2021

Trotz der wieder angespannten Corona-Lage und anhaltender Inflationssorgen präsentiert sich der QIX Deutschland am Montag mit leichten Zuwächsen. Der Index liegt dabei mit 0,4% im Plus bei 17.895 Punkten. Merck erzielt in Q3 ein Umsatzwachstum von 12% und peilt für das Gesamtjahr folglich einen stärkeren Anstieg der Erlöse an. Fresenius Medical Care will die Corona-Kosten mit einem Sparprogramm und schlankeren Strukturen stemmen, und streicht bei der Neuaufstellung auch 5.000 Jobs.

In Anbetracht solider Wachstumsperspektiven gehört am Montag im Qualitäts-Index die Aktie von Merck mit gut 2,5% Plus wieder mit zu den Tagesfavoriten. Die Papiere erreichen mit aktuell 207,30 Euro aber noch kein neues Jahreshoch. Ausschlaggebend für den zuletzt starken Anstieg waren vor allem die Nachrichten, dass das Geschäft des Pharma- und Spezialchemieanbieters unverändert boomt. Mit den vorläufigen aber beeindruckenden Zahlen zum 3.Quartal hatte das Unternehmen zugleich auch die Prognosen für 2021 abermals erhöht, obwohl die Messlatte für das Jahr von der Konzernchefin bereits im August höher gesetzt wurde. Aktuell profitiert Merck in der laufenden Pandemie insbesondere mit seiner Laborzuliefer-Sparte, die viele Covid-19-Impfstoffentwickler unterstützt. Dabei verkaufen die Darmstädter gegenwärtig vielen Vakzin-Herstellern unter anderem stark nachgefragte Zusatzstoffe wie Lipide. Aber auch der Pharmabereich des Unternehmens sowie das Geschäft mit Spezialmaterialien brummen. Vor allem die Sparte rund um die Herstellung biopharmazeutischer Produkte will Merck künftig durch mehr Kapazitäten und eine Vergrößerung des weltweiten Produktionsnetzwerks ausbauen. Dazu will das Management den Pharmaproduzenten auch stärker als Auftragsfertiger und -entwickler global noch besser positionieren.

Vorläufigen Berechnungen zufolge stieg bei dem Unternehmen von Juni bis September der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um fast 12% auf 4,97 Mrd. Euro. Der wichtigste Treiber war dabei das weiterhin starke Laborausrüstungsgeschäft, das mittelfristig im Schnitt sogar um 7 bis 10% pro Jahr organisch zulegen soll. Hierbei soll in Zukunft auch ein noch stärkerer Fokus auf die Wachstumsregion Asien-Pazifik und insbesondere China helfen. Aufs gesamte Jahr gesehen plant Merck nun mit einem Umsatzanstieg auf 19,30 bis 19,85 Mrd. Euro, nach 17,5 Mrd. Euro in 2020. Bisher hatte die 2021er Prognose bei 18,80 bis 19,70 Mrd. Euro gelegen. Die vollständigen Zahlen für das 3.Quartal werden dann am 11.November veröffentlicht. Zuletzt lag jedenfalls auch die Nettomarge des Labor- und Pharmazulieferers bei beachtlichen 14%. Damit befindet sich die Aktie von Merck auch zu Recht im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Deutliche Erholungstendenzen zeigte in der letzten Woche im Qualitäts-Index dagegen die Aktie von Fresenius Medical Care. Heute steht das Papier aber leicht im Minus bei 60,70 Euro. Dabei will sich der Dialyse-Spezialist nach dem überstandenen und durchaus schwierigen Corona-Jahr nun mit einem Sparprogramm vor allem gegen die Folgen der Krise stemmen. Letztlich sollen mit schlankeren Strukturen, die operativ nur noch zwei Säulen des Geschäftsmodells beinhalten, und durch den Abbau von weltweit 5.000 Arbeitsplätzen bis 2025 jährliche Kostensenkungen von bis zu 500 Mio. Euro erreicht werden. Zwar betreibt Fresenius Medical Care gegenwärtig etwa 4.100 internationale Dialysezentren für Nierenkranke und versorgt medizinisch dort im Jahr rund 345. 000 Patienten. Künftig will sich das Unternehmen aber nur noch auf das Geschäft mit Produkten für die Dialysehäuser, die angebotene Heimdialyse und Intensivmedizin konzentrieren. Dazu kommen noch spezielle Gesundheits-Dienstleistungen für chronisch kranke Nierenpatienten, die den Großteil der Umsätze ausmachen. Erste Nettoeinsparungen durch die Pläne erwartet das Management bis Ende des Jahres 2023. Die für das Programm nötigen Einmalinvestitionen sollen laut Unternehmensführung bei 450 bis 500 Mio. Euro liegen.

Bei Fresenius Medical Care führte die Pandemie zu einer Übersterblichkeit bei Nierenpatienten, was die Zahl der Behandlungen in den Dialysezentren deutlich zurückgehen ließ. Der Dialyseanbieter sieht den Höhepunkt dieser Entwicklung unter Blutwäsche-Patienten aber mit dem 3.Quartal erreicht. Die Kosten für Virus-schützende Sicherheitsmaßnahmen seien für zu behandelte Patienten und Beschäftigte aber auch weiterhin hoch, teilte das Unternehmen jüngst mit. Außerdem seien in den USA die staatlichen Hilfen für pandemiebedingte Mehrkosten zurückgefahren worden. Allerdings warnte die Tochter des Gesundheitskonzerns Fresenius schon im Frühjahr vor einem Ergebnisknick in diesem Jahr. Von Juli bis Ende September verzeichnete Fresenius Medical Care auch nur ein leichtes Umsatzplus, der Gewinn brach aber um mehr als ein Fünftel ein. Der führende Anbieter von Dialyseprodukten wie Dialysegeräten, Dialysatoren und damit verbundenem Einweg-Zubehör will die operative Talsohle aber im 4.Quartal nunmehr durchschreiten.

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