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Von TraderFox
12. September 2019

In Erwartung der heutigen EZB-Entscheidungen zeigt sich der QIX Deutschland am Donnerstag nach der jüngsten Kursrallye zunächst wieder zurückhaltend. Dabei präsentiert sich der Index am Nachmittag unverändert bei 13.245 Punkten. Merck verspricht für schwieriges Spezialchemiesparte dank Versum-Zukauf und stärkerer Ausrichtung auf die Halbleiterindustrie ab 2020 wieder Wachstum. BMW setzt im August mit Stadtgeländewagen fast die Hälfte aller verkauften Fahrzeuge ab und bereitet sich für einen ungeregelten Brexit vor.

Mit deutlichen Zugewinnen von 3,3% auf 98,30 Euro hat sich heute im Qualitäts-Index die Aktie von Merck zu einem der Tagesgewinner entwickelt. Der Pharma- und Technologiekonzern rechnet für sein anhaltend schwieriges Geschäft rund um Spezialmaterialien mit einer baldigen Rückkehr auf den Wachstumspfad. Ab dem Jahr 2020 werde in der Sparte wieder mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum aus eigener Kraft zwischen 2 und 3% erwartet, teilte Merck am Mittwoch vor Beginn seines Kapitalmarkttags mit. Zudem solle die operative Marge (EBITDA) dauerhaft rund 30% betragen. Dabei hat das Unternehmen in seinem Spezialchemiegeschäft mit Flüssigkristallen etwa für Smartphone-Displays schon seit einiger Zeit unter der wachsenden Konkurrenz aus Asien und einer allgemeinen Marktschwäche zu leiden. Allein im 3.Quartal dürften die Erlöse hier erneut, bereinigt um Währungseffekte und den Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen rückläufig sein. Merck selbst will aber in diesem Geschäftsbereich vor allem durch eine stärkere Ausrichtung auf die Halbleiter- und Elektronikindustrie die Trendwende schaffen. Dafür verleibte sich das Unternehmen erst kürzlich den US-Halbleiterzulieferer Versum sowie den kalifornischen Materialspezialisten Intermolecular ein. Das fusionierte Geschäft von Merck und Versum jedenfalls soll sogar einen führenden Anbieter von Elektronikmaterialien für die globale Halbleiter- und Displayindustrie hervorbringen. Beide Übernahmen sollen jedenfalls bis Jahresende abgeschlossen werden. Die Integrationsplanungen seien bereits weit fortgeschritten, betonte der Vorstand am Mittwoch.

Dem Spezialchemie- und Pharmaunternehmen ist es aber schon in der Vergangenheit regelmäßig gelungen, seine anvisierten Wachstumsziele zu erreichen. Während der zurückliegenden 5 Jahre ist das Geschäft von Merck auch unterstützt von Zukäufen um rund 40% gewachsen. Das Gewinnwachstum war sogar noch dynamischer und hat sich währenddessen auf 3,3 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Aktuell liegt die Nettomarge bei beachtlichen 23%, die EBIT-Marge beläuft sich dagegen nur auf 12%. Damit befindet sich die Aktie zu Recht im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Ebenfalls mit 0,6% im Plus bei 64,20 Euro zeigt sich heute im Qualitäts-Index die BMW-Aktie. Der Münchner Autobauer bleibt in Anbetracht der laufenden Zollstreitigkeiten und des drohenden ungeregelten Brexit`s weiter vorsichtig bei den Geschäftsaussichten. Es sei weiter zu früh, jetzt schon eine Prognose auf das kommende Jahr zu wagen, sagte jüngst der Finanzchef auf der Automesse IAA in Frankfurt. Die weiteren Gewinnaussichten hingen auch davon ab, ob Mitte Dezember die angekündigten zusätzlichen Zölle zwischen den USA und China zur Geltung kämen. Ein ungeregelter Brexit würde zudem eine Verschlechterung gegenüber dem heutigen Status bedeuten, sagte der Manager. Dabei fertigt BMW im britischen Stammwerk in erster Linie das Kleinwagenmodell MINI. Nach aktuellem Stand tritt Großbritannien aber spätestens Ende Oktober aus der EU aus. Dem Finanzchef zufolge sei die erste konkrete Maßnahme, dass am 31.Oktober und am 1.November nicht produziert werde, um logistisch abgesichert zu sein.

Zum steigenden Anteil von SUVs bei den abgesetzten Autos sagte der BMW-Manager, man sehe auch bei den flacheren Autos Wachstum und investiere "beidbeinig" in Stadtgeländewagen und Limousinen. Wir setzen überhaupt nicht, weder im Antriebsbereich, noch im Konzeptbereich, also bei Karosseriekonzepten, alles auf eine Karte, betonte er. Allein im August machten die Stadtgeländewagen fast die Hälfte aller verkauften BMW-Fahrzeuge aus, das Unternehmen verkaufte davon gut ein Drittel mehr als im Vorjahresmonat. Die Entscheidung zur Produktion eines weiteren Modells im wichtigsten Einzelmarkt China falle in den kommenden Monaten, so der Vorstand. Dabei steht auch der SUV X5 nach anderen X-Modellen auf der Liste der dafür in Frage kommenden Autos.

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