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Von TraderFox
08. Juli 2021

Der QIX Deutschland ist am Donnerstag angesichts negativer Nachrichten zur Delta-Variante des Coronavirus und der schwachen asiatischen Börsen deutlich ins Minus gerutscht. Am Nachmittag verbucht er dabei Verluste von 1,0% auf 16.670 Punkte. Überraschende Rückzugspläne zum möglichen Kauf des Autozulieferers Hella treiben derzeit die Aktie von Knorr-Bremse an. Hohe Sendungsmengen infolge der Pandemie und Boom beim Online-Handel sorgen in Q2 bei der Deutschen Post für ein Rekord-EBIT von rund 2,1 Mrd. Euro.

Kräftige Gewinne von gut 7% verbucht im heutigen Marktumfeld im Qualitäts-Index die Aktie von Knorr-Bremse und notiert somit aktuell bei 96,60 Euro. Der Hersteller von Bremssystemen und anderen sicherheitsrelevanten Lösungen für Schienen- und Nutzfahrzeuge hatte gestern Abend angekündigt, sich gegen eine Mehrheitsübernahme des Autozulieferers Hella entschieden zu haben. Nach sorgfältiger Analyse würden die Möglichkeiten des Transfers von Schlüsseltechnologien und Produkten auf das eigene Angebot als nicht ausreichend zur Realisierung der erwarteten Synergien bewertet, teilte Knorr-Bremse hierzu mit. Erst Ende Juni hatte das Management ein grundsätzliches Interesse am möglichen Erwerb von rund 60% der Hella-Aktien von den Mitgliedern der Gründerfamilie bestätigt. Investoren war dies allerdings sauer aufgestoßen. Der mögliche Kauf werfe einige Fragen in puncto Sinnhaftigkeit und Finanzierung auf, hatten vor allem die Analysten der Deutschen Bank moniert. Auch die US-Investmentbank JPMorgan hatte zwar von einer strategisch womöglich wertvollen Transaktion gesprochen, gleichzeitig aber darauf hingewiesen, dass der Kaufpreis wohl hoch wäre und die Synergien gering. Offenbar kam das Management von Knorr-Bremse in den letzten Tagen zu einem ähnlichen Schluss. Eine Akquisition würde nicht hinreichend zusätzlichen Wert für die Aktionäre schaffen, sagte letztlich der Vorstand. Grundsätzlich sei das Unternehmen aber offen für Zukäufe, allerdings haben sich für uns Chancen für einen möglichen Transfer von Kompetenzen speziell in den Nutzfahrzeugbereich nicht in ausreichendem Maße bestätigt, betonte der Manager.

Für den Weltmarktführer bei Lkw- und Zugbremsen, zu dessen Produktpalette auch Klimaanlagen, Steuerungs-Komponenten und Scheibenwischer sowie Bahnsteigtüren, elektrische Antriebsausrüstungen und Leittechnik gehören, laufen die Geschäfte nach dem herausfordernden Krisenjahr 2020 aber derzeit wieder besser. Schon im 2ten Halbjahr hatte Knorr-Bremse deutliche Erholungstendenzen gespürt. Die Zuwächse im 1.Quartal vor allem in der Lkw-Sparte waren jedenfalls die Stärksten seit längerer Zeit überhaupt gewesen. Auch im Zug-Geschäft sind derzeit alle Werke des Unternehmens gut ausgelastet. In China und Indien müssten zuletzt sogar einige Aufträge verschoben werden, auch weil der anhaltende weltweite Halbleiter-Mangel gegenwärtig die Produktion ausgebremst. Immerhin blieb die Gruppe im letzten Jahr unerwartet profitabel und erzielte eine hohe Eigenkapitalrendite, die über 25% lag. Und auch die Gewinnmarge von 8% weist bei Knorr-Bremse auf ein grundsolides Geschäft hin. Mit diesen Kennzahlen erfüllt die Aktie jedenfalls wichtige Aufnahmekriterien im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Ungeachtet einer weiteren Anhebung der Aussichten liegt am Donnerstag im Qualitäts-Index die Deutsche Post-Aktie mit 2,5% im Minus bei 57,30 Euro. Da die Paketflut bei der Paket- und Expresstochter DHL derzeit nicht abreist, bleiben die beförderten Sendungsmengen infolge der Pandemie und des florierenden Online-Handels unverändert hoch. Wie der Logistikspezialist bereits am Mittwoch überraschend mitteilte, wurde folglich im zweiten Jahresviertel ein Rekord-Quartalsergebnis eingefahren. Das Management hob zugleich auch Gewinnziel für 2021 erneut an, was immerhin die bereits vierte Prognoseerhöhung durch die Deutsche Post in diesem Jahr war. Das 2.Quartal habe gezeigt, dass der Boom beim Online-Handel von Dauer sei, kommentierte der Vorstand letztlich die Entwicklung. Dazu erhole sich der Welthandel weiter, so der Manager. Alle Sparten arbeiteten weltweit unverändert auf Hochtouren und erzielten prozentual zweistellige Zuwächse beim operativen Ergebnis. Dementsprechend sprang der operative Gewinn (EBIT) bei der Deutschen Post von April bis Juni auf knapp 2,1 Mrd. Euro nach oben. Immerhin war das mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr und der höchste Wert innerhalb eines Quartals für die Bonner überhaupt.

Auf dieser Basis visiert der Paket- und Briefdienstleister jetzt für das gesamte Jahr ein Rekord-EBIT in Höhe von mehr als 7,0 Mrd. Euro an. Bisher wurden mehr als 6,7 Mrd. Euro für das laufende Jahr angepeilt. Auch der freie Barmittelzufluss soll sich besser entwickeln. Hier rechnet das Management nun mit mehr als 3,2 Mrd. statt mit gut 3,0 Mrd. Euro, was eine erneut höhere Dividende möglich machen würde. Schon in den vergangenen Monaten hatte die Deutsche Post ihre Prognose immer wieder erhöht. Auch das Auftaktquartal war bereits stark verlaufen. Das Unternehmen wies indes aber darauf hin, dass die Situation in der Luft- und Seefracht angespannt bleibt. Die Kapazitäten seien weiterhin knapp. Denn wegen des krisenbedingten Einbruchs im Flugverkehr fehle der Frachtbranche ein Großteil des Platzes in den Bäuchen der Passagierjets. Der ausführliche Quartalsbericht soll aber wie geplant am 05.August vorgelegt werden.

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