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Von Christina Rothfuß
23. Februar 2024

Die starken Kursgewinne der US-Börsen vom Vorabend schieben am Freitag auch den QIX Deutschland leicht ins Plus auf aktuell 16.550 Punkte. Bremsenspezialist Knorr-Bremse will nach 2023er-Rekordwert bei Auftragseingang auch in diesem Jahr Wachstum und Profitabilität steigern. Versicherer Allianz erzielt mit 14,7 Mrd. Euro trotz Naturkatastrophen für 2023 einen Rekordgewinn und plant eine um 2,40 Euro höhere Dividende.



Am gestrigen Handelstag zog im Qualitäts-Index, angesichts starker Unternehmens-Nachrichten, die Aktie von Knorr-Bremse um zeitweise über 7,0 % an. Und auch am Freitag liegt sie nur leicht im Minus bei aktuell 62,45 Euro. Dabei hat der Vorstandschef des Lkw- und Zugbremsenproduzenten gestern angekündigt, in diesem Jahr Wachstum und Profitabilität deutlich steigern zu wollen. Neben einem Umsatzsprung in 2023 lassen Rekordwerte bei Auftragseingang und -bestand den Manager optimistisch in die Zukunft blicken. Knorr-Bremse will nach dem jüngsten Verkauf der Zulieferertochter Kiepe Electric das eigene Portfolio auch weiter aufräumen und die Kosten im Auge halten. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Bremsenspezialist, der für Schienen- und Nutzfahrzeuge auch Türsysteme und Klimaanlagen anbietet, gut 11,0 % höhere Einnahmen von rund 7,9 Mrd. Euro. Auf Basis vorläufiger Zahlen stieg bei Knorr-Bremse auch der 2023er-Auftragseingang um 1,7 % auf 8,25 Mrd. Euro. Die Unternehmensführung verwies dabei auf die anhaltend gute Kundennachfrage. An der grundlegenden Dynamik dürfte sich bei dem Industriezulieferer auf Sicht der nächsten Quartale auch nichts ändern. Zum Ende des Jahres lag das Orderbuch sogar mit knapp 7,1 Mrd. Euro auf dem höchsten Wert der Firmengeschichte. Und Knorr-Bremse will zudem in 2024 auch noch gewinnträchtiger werden. Demnach soll neben der Umsatzbandbreite von 7,7 bis 8,0 Mrd. Euro, als EBIT-Marge mindestens 11,5 % hängen bleiben.

Der freie Mittelzufluss soll sich dazu auf 550,0 bis 650,0 Mio. Euro belaufen und damit im Bestfall höher ausfallen als 2023. Dabei klammert Knorr-Bremse den jüngst verkauften Zulieferer Kiepe Electric aus. Der Verkauf dürfte allerdings nur einen vergleichsweise geringen positiven Effekt auf die Renditeentwicklung haben. Ende Januar hatte sich das Unternehmen im Zuge seiner neuen Strategie von der Sparte getrennt, und an die Berliner Investmentfirma Heramba verkauft. Um mittelfristig weiterhin profitable Geschäfte machen zu können, will sich Knorr-Bremse künftig auch weiterhin von unrentablen Beteiligungen trennen. Hierfür hatte das Management im letzten Jahr das interne Programm “BOOST“ aufgelegt. Mit diesem soll der Brems- und Türsystemspezialist eine Reihe an strategischen Initiativen und Maßnahmen ergreifen, um über die kommenden Jahre renditeorientiert wachsen zu können. An der Börse bleibt Knorr-Bremse trotz gestriger Kursexplosion mit einem KGV von 13 auch weiterhin unterbewertet. Zumal die Gruppe auch 2024 eine weltweit hohe Lkw-Produktionsrate sowie ein robustes Wartungsgeschäft in der Schienensparte erwartet.

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden einbezogen.

Ein großer Gewinner war in den letzten Monaten im Qualitäts-Index vor allem die Aktie der Allianz, die am Freitag trotz robuster Gewinnzahlen aber deutliche Abgaben auf 247,20 Euro hinnehmen muss. Dabei hat die Versicherungsgruppe ungeachtet höherer Schäden aus Naturkatastrophen im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr Gewinn gemacht. Geholfen hat diesbezüglich neben höheren Kapitalanlageerträgen auch die gute Entwicklung bei Lebens- und Krankenversicherungen. Die Allianz will den Aktionären folglich eine höhere Gewinnausschüttung zukommen lassen, und kündigte gestern zudem auch noch ein neues Aktienrückkaufprogramm an. Allerdings lagen die 2023er-Zahlen im Rahmen der Erwartungen. Was den Aktienkurs derweil belastete, war der eher durchwachsene Ausblick. Das operative Ergebnis der Münchner stieg aber in den letzten 12 Monaten um 6,7 % auf 14,7 Mrd. Euro und damit auf einen Rekordstand. Unter dem Strich erzielte die Allianz einen Gewinnanstieg um fast ein Drittel auf 8,5 Mrd. Euro, im Vorjahr hatten hier allerdings Rückstellungen belastet. Das gesamte Geschäftsvolumen erhöhte sich im letzten Jahr um 5,5 % auf 161,7 Mrd. Euro. Dabei verzeichnete der Versicherer und Vermögensverwalter nochmals deutliche Zuwächse im Schlussquartal. Gute Geschäfte machte die Allianz zuletzt vor allem in der Leben- und Krankenversicherung, vornehmlich in den USA.

Dazu kam noch ein verbessertes Ergebnis bei Risiko- und Krankenversicherungsprodukten in Frankreich und Asien-Pazifik. Für 2024 erwartet das Unternehmen einen operativen Gewinn von 13,8 bis 15,8 Mrd. Euro und damit in der Mitte der Spanne ein weitgehend stabiles Ergebnis, was Analysten aber nicht so richtig gefiel. Zunächst aber sollen die Anteilseigner der Allianz für das vergangene Jahr eine deutlich höhere Dividende von 13,80 Euro bekommen, also insgesamt 2,40 Euro mehr als 2023. Außerdem wurde gestern auch der erneute Rückkauf eigener Papiere im Volumen von bis zu 1,0 Mrd. Euro bis Ende Dezember 2024 verkündet. Die Allianz-Aktie würde bei dem Dividendenvorschlag letztlich eine stattliche Kapitalrendite von 5,6 % bieten, was natürlich weiterhin beeindruckend ist.

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der TraderFox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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