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Von TraderFox
03. März 2021

Die aktuellen Hoffnungen mit weiteren wirtschaftlichen Lockerungen die Covid-19-Krise zu überwinden treiben am Mittwoch den QIX Deutschland an. Am Nachmittag liegt der Index dennoch leicht im Minus bei 15.170 Punkten. Jungheinrich dürfte im Schlussquartal 2020 mit seinen Lager- und Logistikkonzepten eine ähnlich starke Erholung wie Konkurrent Kion erfahren haben. Brenntag will mit Zukauf von Zhongbai Xingye am chinesischen Vertriebsmarkt für Chemikalien stärkerer profitieren.

Positive aufgenommene Zahlen eines Branchenwettbewerbers hatten gestern im Qualitäts-Index die Jungheinrich-Aktie fast auf ein neues Jahreshoch getrieben. Am heutigen Mittwoch notiert sie erneut leicht im Plus bei 38,00 Euro. Dabei wurde der Spezialist für Flurförderzeuge und intelligente Lager-Management-Systeme am Dienstag von der Bilanz des Konkurrenten Kion regelrecht angetrieben. Immerhin will Kion nach einem der Corona-Pandemie geschuldeten Umsatz- und Ergebnisrückgang im vergangenen Jahr in 2021 wieder wachsen. Vor allem der boomende E-Commerce treibt diesbezüglich das Geschäft mit automatisierten Lagersystemen. Zudem blickt der Jungheinrich-Wettbewerber derzeit auf wieder volle Auftragsbücher. Das Neugeschäft konnte Kion dabei im Vorjahr um 3,6% steigern und erzielte damit einen Höchstwert. Auch der Auftragsbestand stieg bis Ende Dezember um mehr als 22%. Ob sich dieses Zahlenwerk letztlich auch auf den Logistikdienstleister und Gabelstaplerproduzenten aus Hamburg so einfach übertragen lässt, wird der Jahresbericht für 2020 am 26.Februar zeigen. Immerhin war durch die Covid-19-Auswirkungen die Nachfrage nach entsprechenden Hubwagen, Elektro- und Hochregalstaplern sowie den von Jungheinrich angebotenen Warehouse-Management-Lösungen in den ersten 9 Monaten umsatzmäßig um 8% auf 2,72 Mrd. Euro zurückgegangen. Allerdings hatte sich die Kundennachfrage dem Vorstand zufolge gerade im Schlussquartal aber sukzessive belebt. Von daher wurde für das von der Pandemie stark beeinflusste Jahr mit Gesamterlösen und einem Auftragseingang von 3,5 bzw. 3,7 Mrd. Euro ausgegangen.

Das wäre zwar weniger als in 2019, in dem das Neugeschäft noch bei 3,9 Mrd. und die Umsatzgröße mit 4,07 Mrd. Euro noch Rekordwerte markierten. Jungheinrich gilt langfristig aber dennoch als Profiteur des Automations-Trends im Logistikbereich. Zumal derzeit nicht nur Online-Händler massiv in neue Intralogistik-Lösungen investieren, um die stetig wachsenden Bestellungen schnell und effizient bewältigen zu können. Auch andere Firmen wie beispielsweise aus dem Einzel- und Großhandel sowie der Autofertigung und der an sich stabilen Pharma- und Chemiebranche zählt das Unternehmen zu seinen Kunden. Mit der zuletzt vorgestellten Mittelfrist-Strategie 2025+ peilt Jungheinrich jedenfalls bis 2025 Erlöse von mehr als 5,0 Mrd. Euro an, bei gleichzeitiger Steigerung der operativen Marge auf 8 %. Verwirklicht werden soll dies neben gezielten Zukäufen auch durch die Konzentration auf wachstumsstarke Auslandsmärkte. Das Kerngeschäft erzielte zuletzt jedenfalls eine robuste Eigenkapitalrendite von 12%, das Unternehmen entspricht damit wichtigen Aufnahmekriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Einer der heutigen Gewinner im Qualitäts-Index ist auch die Aktie von Brenntag, die dabei leicht um 0,6% auf 65,30 Euro anzieht. Zuletzt hatte der Finanzchef des Chemikalien-Vertriebshändlers für das abgelaufene Geschäftsjahr eine etwas höhere Dividende in Aussicht gestellt. Auch wenn der Jahresabschluss noch nicht fertig sei, sei er sehr zuversichtlich, dass es wie gewohnt auch für 2020 wieder eine Erhöhung geben werde, sagte der Manager jüngst der "Börsen-Zeitung". Er begründete seinen Optimismus damit, dass das Unternehmen gut durch die Krise gekommen sei. Noch im Vorjahr schüttete Brenntag an seine Aktionäre eine Gewinnbeteiligung von 1,25 Euro aus. Entscheidend war im letzten Jahr für den Chemikalienspezialist, der als dauerhaftes Bindeglied zwischen Produzenten sowie der abnehmenden und weiterverarbeitenden Industrie operiert, als systemrelevant eingestuft worden zu sein, und damit in fast allen Ländern trotz Lockdowns weiter uneingeschränkt arbeiten und seine Produkte vertreiben zu können.

Um aber seinen ursprünglichen Wachstumskurs in 2021 wieder aufzunehmen zu können, wurde neben der Neustrukturierung mit dem begonnenen Abbau von etwa 1.300 der weltweit 17.500 Arbeitsplätze von Brenntag zuletzt auch eine weitere Übernahmen angekündigt. Dabei hat sich das Management mit 90 Mio. Euro dem chinesischen Vertriebsunternehmen Zhongbai Xingye Food Technology beteiligt. Der 67%-Anteil an dem auf eine breite Palette an Nahrungsmittel- und Eiweißzusatzsoffen spezialisierten Unternehmens gilt dabei als Zukunftsweisend. Der asiatisch/pazifische Wirtschaftraum und besonders der chinesische Vertriebsmarkt für Chemikalien wachsen derzeit dramatisch schnell, betonte der Brenntag-Vorstand. Und das Potenzial hier wollen wir mit kleinen Übernahmen und der weiteren Fokussierung auf die enormen Möglichkeiten nutzen.

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