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Von TraderFox
05. Januar 2021

Die aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise mit weiteren Lockdown-Ankündigungen bremsen auch am Dienstag den QIX Deutschland aus. Am Nachmittag liegt der Index folglich leicht im Minus bei 14.780 Punkten. Jungheinrich spürt gegenwärtig eine Belebung der Kundennachfrage und will bis 2025 auf Jahresumsätze von über 5 Mrd. Euro kommen. Höhere Investitionen in Digitalisierung und Nachhaltigkeit sollen Beiersdorf in den kommenden Jahren wieder zurück zu stärkerem Wachstum führen.

Die Aussicht auf eine baldige Zulassung eines Covid-19-Impfstoffs hatte die Jungheinrich-Aktie aus dem Qualitäts-Index am Montag fast auf neue Jahreshöchstwerte getrieben. Am heutigen Dienstag notiert sie aber erstmal wieder leicht im Minus bei 38,40 Euro. Dennoch haben sich die Papiere seit dem Corona-Crash im März/April damit auch immerhin fast verdreifacht. Als Spezialist für Flurförderzeuge und intelligente Lager-Management-Systeme gilt das Unternehmen vor allem aber langfristig zu den Profiteuren des Automations-Trends im Logistikbereich. Dabei investieren derzeit nicht nur Online-Händler massiv in neue Intralogistik-Lösungen, um die stetig wachsende Zahl an Online-Bestellungen möglichst schnell und effizient bewältigen zu können. Auch andere Firmen wie beispielsweise aus dem Einzel- und Großhandel sowie der Autofertigung und der Pharma- und Chemiebranche zählt Jungheinrich zu seinen Kunden. Sie alle eint das Interesse an neuen, effizienten Lager- und Logistikkonzepten. Durch die Corona-Auswirkungen war allerdings die Nachfrage nach entsprechenden Hubwagen, Elektro- und Hochregalstaplern sowie den von den Hamburgern angebotenen Warehouse-Managementlösungen in den ersten 9 Monaten umsatzmäßig um 8% auf 2,72 Mrd. Euro zurückgegangen. Dem Vorstand zufolge habe sich die Kundennachfrage in den letzten Wochen aber sukzessive belebt.

Deshalb rechnet Jungheinrich für das von dem Lungenvirus stark beeinflusste Jahr 2020 mit Gesamterlösen und einem Auftragseingang von 3,5 bzw. 3,7 Mrd. Euro. Das wären zwar weniger als im Vorjahr, in dem das Neugeschäft noch bei 3,9 Mrd. und die Umsatzgröße mit 4,07 Mrd. Euro noch Rekordwerte markierte. Der Logistikdienstleister und Gabelstaplerproduzent dürfte aber in den kommenden Jahren von Megatrends rund um Industrie 4.0 profitieren. Im Rahmen der zuletzt vorgestellten Mittelfrist-Strategie 2025+ peilt das Management jedenfalls bis 2025 Erlöse von mehr als 5,0 Mrd. Euro an, zugleich soll sich die operative Marge auf rund 8 % verbessern. Verwirklichen will Jungheinrich seine durchaus ambitionierten Unternehmensziele durch gezielte Zukäufe und die Konzentration auf wachstumsstarke Auslandsmärkte wie China und die USA. Das Kerngeschäft der Gruppe ist aber trotz Covid-19 weiterhin profitabel. Wobei die erzielte Eigenkapitalrendite mit zuletzt 12% durchaus überzeugen kann. Die Aktie von Jungheinrich entspricht damit wichtigen Aufnahmekriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Einer der heutigen Verlierer im Qualitäts-Index ist auch die Aktie von Beiersdorf, die sich dabei leicht um 1,0% auf 94,15 Euro verbilligt. Dabei zählen die Wertpapiere des Niveau-Herstellers angesichts des eigentlich konjunkturell unabhängigen Geschäftsmodells schon seit Jahrzehnten als defensiv. Für 2020 dürfte es ungeachtet aller Pandemie-Umstände sogar eine Umsatzentwicklung auf dem Niveau der ersten 9 Monaten oder etwas besser als erwartet geben. Immerhin konnte Beiersdorf allein im dritten Quartal in allen Hautpflege-Kategorien Marktanteile hinzugewinnen, in Amerika lagen die Erlöse dabei sogar über dem Vorjahr. Dennoch lag der gruppenweite Quartalsumsatz mit 1,79 Mrd. Euro um 5% unter dem Vorjahreswert, da vor allem die asiatische Region schwächelte. Zwar erwarten Analysten bei dem Konsumgüterproduzenten in diesem und dem kommenden Jahr auch einen etwas niedrigeren Betriebsgewinn (EBIT). Ausschlaggebend hierfür seien aber eine nur langsame Erholung der Luxuspflegeserie La Prairie und höhere Investitionen in die weitere Digitalisierung des internationalen Geschäfts.

Und da Konsumenten von Beiersdorf vor allem auch mehr Nachhaltigkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen fordern, will das Management hier auch verstärkt tätig werden. Zuletzt gaben die Hamburger diesbezüglich bekannt, mit dem Chemieunternehmen Sabic nachhaltige Kosmetikverpackungen auf den Markt bringen zu wollen. Dabei wird von dem Partnerunternehmen nur erneuerbares Polypropylen verwendet, bei dessen Herstellung fossile Rohstoffe durch pflanzenbasierte ersetzt werden. Die ersten Produkte mit Verpackungen aus nahezu 100% zertifiziertem PP aus erneuerbaren Rohstoffen will Beiersdorf jedenfalls schon 2021 auf den Markt bringen.

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