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Von TraderFox
05. Oktober 2020

Der QIX Deutschland atmet am Montag angesichts nachlassender Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Corona-Infektion des US-Präsidenten zunächst durch. Dabei liegt der Index am Nachmittag aber mit 0,8% im Plus bei 14.040 Punkten. Infineon klettert dank weiterhin robustem Geschäftsmodell und positiver Impulse vom Wettbewerber STMicroelectronics auf Mehrjahreshoch. Laborzulieferer Sartorius will slowenischen Aufreinigungsspezialisten für 360 Mio. Euro übernehmen und bleibt ein hochprofitabler Covid-19-Profiteur.

Einen enormen Kursanstieg von über 7% konnte in der vergangenen Woche im Qualitäts-Index die Aktie von Infineon hinlegen und markierte dabei ein neues Jahreshoch. Aktuell liegt sie aber unverändert bei 25,40 Euro. Entscheidend für den jüngsten Anstieg waren starke Quartalszahlen und verbesserte 2020er Aussichten beim Konkurrenten STMicroelectronics. Die Schweizer, die ebenfalls einen Großteil ihrer Erlöse mit der Autobrache verdienen, sind dabei nach einem unerwartet stark verlaufenen 3.Geschäftsquartal optimistischer für den weiteren Jahresverlauf. Zudem verwies der Vorstand des Unternehmens auf die kräftig gestiegene Nachfrage nach Produkten für die Autoindustrie und nach Mikrocontrollern. Investoren übertrugen diese positive Entwicklung letztlich auf die gesamte Halbleiterbranche, so dass Infineon in der Überzeugung, dass dort gelungen sein müsste, was STMicroelectronics auch gelang, gekauft wurde. Die Münchner selbst erzielten noch im letzten Quartal knapp 38% des Gesamtumsatzes mit internationalen Automotive-Kunden. Die Erlöse konnten dabei zwar im Vergleich zum Vorjahr überraschend um 8% auf 2,17 Mrd. Euro gesteigert werden, das operative Ergebnis sackte allerdings um fast ein Drittel auf 220 Mio. Euro ab. Dennoch hat sich das Geschäftsmodell von Infineon damit in der aktuellen Krise insgesamt als unerwartet stabil erwiesen. In den zurückliegenden Monaten wurde der Halbleiterproduzent zudem bereits durch die weiter erfolgreich verlaufende Cypress-Integration gestärkt.

Mit dem jüngst übernommenen US-Wettbewerber ist das Unternehmen inzwischen sogar zur weltweiten Nummer eins unten den Chip-Herstellern für den Automobilmarkt aufgestiegen. Dabei verlangt vor allem die fortschreitende Digitalisierung und der Wandel hin zum autonomen Fahren sowie das Zukunftsthema Elektromobilität künftig immer mehr Datenaustausch und Datentransfers. Für Infineon bleiben dies folglich die wichtigsten Treiber, da der durchschnittliche Halbleiterbedarf pro Fahrzeug besonders stark ansteigen und mittelfristig einen großen Anteil am Wachstum des Unternehmens haben dürfte. Inzwischen wird die Aktie in Anbracht des jüngsten Anstiegs aber schon mit einem KGV von 27 bewertet. Wobei Infineon weiterhin eine recht solide Eigenkaptalrendite von über 11% erwirtschaftet und mit einer Eigenkaptalquote von 64% bilanziell äußerst robust aufgestellt ist. Damit entspricht die Aktie auch wichtigen Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Ebenfalls gut behaupten kann sich am Montag im Qualitäts-Index die Aktie von Sartorius. Aktuell zieht das Papier dabei um 2,7% auf 374,00 Euro an, und steigt damit auch auf einen Rekordwert. Der Labor- und Prozesstechnologieanbieter hatte am Wochenende mitgeteilt, sein Geschäft mit der Übernahme des slowenischen Aufreinigungsspezialisten BIA Separations ausbauen zu wollen. Insgesamt 360 Mio. Euro sollen dafür aufgewendet werden, wovon 240 Mio. in bar bezahlt werden soll und 120 Mio. Euro in Sartorius-Stedim-Biotech-Aktien, der französischen Tochter des Unternehmens. BIA Separations beschäftigt gegenwärtig rund 120 Mitarbeiter und dürfte 2020 gut 25 Mio. Euro umsetzen. In den kommenden Jahren sei hier ein starkes zweistelliges Umsatzplus zu erwarten, erklärte Sartorius. Derzeit werde die Produktionskapazität bereits mehr als vervierfacht. Der deutsche Pharma- und Laborausrüster erwartet durch den geplanten Zukauf auch steigende Margen. Beide Parteien hätten darüber hinaus 3 Tranchen ergebnisabhängiger Earn-out-Zahlungen über die nächsten 5 Kalenderjahre vereinbart, hieß es weiter. Dabei ist das Göttinger Unternehmen dank der anhaltenden Covid-19-Ausbreitung mit seinen Dienstleistungen einer der wenigen globalen Profiteure.

Von Januar bis Juni war der Auftragseingang bei Sartorius neben dem starken Umsatzanstieg (18%) jedenfalls um beachtliche 27% gestiegen. Die jüngste Beschleunigung des Wachstums wurde aber auch von den ebenfalls kürzlich getätigten Zukäufen getrieben. Denn mit dem zuletzt übernommenen Zellkultur-Entwickler und -Hersteller Biological Industries und dem Erwerb verschiedener Labor- und Bioprozess-Technologien vom US-Unternehmen Danaher wurden sogar die Umsatzjahresziele vom Management auf 22 bis 26% nach oben angepasst. Sartorius will dabei zudem auch seine Profitabilität insgesamt erhöhen, und rechnet mit einer operativen Marge von rund 27,5%, nach 27,1% im Vorjahr.

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