fb-qix
30
Von TraderFox
15. Juli 2020

Angetrieben von der Hoffnung auf einen möglichen Corona-Impfstoff kann der QIX Deutschland auch am Mittwoch seine jüngste Erholung unbeirrt fortführen. Der Index legt dabei bis zum Nachmittag deutlich um 2,0% auf 13.265 Punkte zu. Infineon markiert angesichts eines zuversichtlichen Ausblicks auf das 2te Halbjahr und solides Wachstumstrends in der Autochipsparte neue Hochs. Merck erwirbt französischen Spektroskopie-Anbieter und tritt neuer weltweiter Initiative zur Antibiotika-Forschung bei.

Eine deutliche Erholung zu gestern verzeichnet am Mittwoch im Qualitäts-Index die Aktie von Infineon. Aktuell steigt sie dabei um 2,1% auf 22,47 Euro. Dabei erholt sich die für den Halbleiterspezialist so wichtige Autobranche in China und den USA gerade immer mehr vom Corona-Schock. Immerhin erzielen die Münchner rund 43% des Gesamtumsatzes mit Chips für die Automobilhersteller. Im 2.Quartal 2019/20 legten die Erlöse der Sparte hier sogar um 2% auf 846 Mio. Euro zu, allerdings musste dabei auch ein Margenrückgang zum Vorquartal auf nur noch 6,0% verkraftet werden. Zwar läuft kurzfristig bei Infineon das operative Geschäft im AVT-Segment aufgrund der Covid-19-Auswirkungen noch etwas unrund. Mit dem Wandel vom Verbrennungsmotor zum E-Auto und der weltweit voranschreitenden Entwicklung autonom fahrender Autos dürften sich die Aussichten mittelfristig hier allerdings wieder spürbar aufhellen. Die aktuelle Krise kann diesen Wandel in Teilen beschleunigen oder verzögern, aber verhindern wird sie ihn nicht, heißt es dazu in einer kürzlich veröffentlichen Studie der Bostoner Unternehmensberatung Bain & Company. Für diesen dynamischen Wandel ist Infineon als Zulieferer und potenzieller Profiteur bestens aufgestellt. Und mit dem jüngsten übernommenen US-Konkurrenten Cypress ist das Unternehmen inzwischen sogar weltweit zur Nummer eins unten den Chip-Herstellern für den Automobilmarkt aufgestiegen.

Dem Management zufolge dürften sich dabei die Portfolios beider Halbleiterproduzenten hervorragend ergänzen. Letztlich kommt Infineon durch den Cypress-Zukauf dem Unternehmensziel immer näher, komplette Systeme aus einer Hand anbieten zu können. 2020 dürfte der Umsatz insgesamt mit 7,6 Mrd. Euro rund 5% niedriger liegen als im Vorjahr, dafür profitiert das Unternehmen auch von den angekündigten Konjunkturpaketen Europas. Diese sollen nicht nur die Folgen der Corona-Krise abfedern, mit dem “Green-Deal“ dürfte vor allem auch der Trend der Elektrifizierung beschleunigen werden. Die Infineon-Aktie selbst wird aber angesichts der jüngsten Kurserholung mittlerweile mit einem KGV von gut 25 bewertet. Der Chiphersteller erwirtschaftet obendrein eine solide Eigenkaptalrendite von über 11% und ist mit einer Eigenkaptalquote von 64% finanziell bestens aufgestellt. Damit entspricht sie wichtigen Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Ebenfalls gut behaupten kann sich heute im Qualitäts-Index die Aktie von Merck. Aktuell klettert das Papier dabei um 3,4% auf 113,30 Euro. Der Pharma- und Technologiekonzern hatte erst kürzlich angekündigt sein Geschäft mit Bioprozesstechnik weiter ausbauen zu wollen. Dafür wurde Anfang Juli der französischen Anbieter Resolution Spectra Systems, der sich auf Geräte und Software für die sogenannte Raman-Spektroskopie und Datenanalyse spezialisiert hat, vom Unternehmen zugekauft. Resolution habe sich auf Sensoren auf Basis der Raman-Technologie spezialisiert, hieß es von Seitens Merck dazu. Damit ließen sich Bioprozesse unter anderem in Echtzeit überwachen und kontrollieren und ein breites Spektrum an Parametern messen. Mit der Akquisition soll letztlich die firmeneigene Plattform “BioContinuum“ ergänzt werden. Das Darmstädter Spezialchemieunternehmen, das zuletzt bekräftigt hatte, künftig in allen 3 Geschäftssparten Gesundheit, Biotechnologie und Materials profitabel wachsen zu wollen, ist zudem auch einem Zusammenschluss von Pharmafirmen und Stiftungen beigetreten, die die Entwicklung neuer Antibiotika in den kommenden Jahren fördern wollen. Neben Merck sind dem Fund aus Deutschland auch Boehringer Ingelheim, der Pharmakonzern Bayer sowie die Europäische Investitionsbank beigetreten. Ziel des sogenannten AMR Action Fund, der letzte Woche in Berlin und Washington vorgestellt wurde, ist es, bis 2030 zwei bis vier neue Antibiotika bereitzustellen. Dafür wurde insgesamt fast einer Milliarde USD eingesammelt.

Teilen

TraderFox
TraderFox
Realtime Stock Screening

Die TraderFox GmbH ist eine Tochterfirma von finanzen.net und Axel Springer. Wir erforschen Börsenerfolg und erstellen regelbasierte Portfoliokonzepte zu den besten Anlagestrategien der Börsengeschichte mit dem Ziel den Markt langfristig deutlich zu schlagen.

Unsere Redakteure berichten in den Kategorien Marktberichte Deutschland und Marktberichte International über das aktuelle Börsengeschehen