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Von TraderFox
12. November 2019

Erfreuliche Geschäftszahlen sowie ein überraschend starker ZEW-Index treiben den QIX Deutschland am Dienstag wieder deutlich an. Letztlich steigt der Index bis zum Nachmittag um 0,4% auf 14.100 Punkte. Infineon wächst im Geschäftsjahr 2018/19 um 6% und bekräftigt dank zugekaufter US-Tochter Cypress neue Umsatz- und Gewinnziele. Deutsche Post verdient dank anhaltendem Boom im Paket- und Expressgeschäft in Q3 wieder prächtig und will EBIT-Prognose von 4,0 bis 4,3 Mrd. Euro erreichen.

Angesichts positiv aufgenommener Zahlen ist heute im Qualitäts-Index die Infineon-Aktie der unangefochtene Gewinner. Dabei klettert das Papier um 6,7% auf 19,75 Euro. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 (30.Sep.) schnitt der Halbleiterproduzent bei Umsatz und Betriebsgewinn besser ab als erwartet. Die Erlöse legten um 6% auf 8,03 Mrd. Euro zu, teilte der Vorstandschef im Rahmen der Bilanzvorstellung mit. Die Umsatzrendite lag bei 16,4%. Infineon hatte zuvor ungeachtet des zuletzt wirtschaftlichen Gegenwinds einen Umsatzanstieg auf 8 Mrd. Euro und eine Zielmarge von 16% angepeilt. Als Dividende will das Unternehmen aber wie im Vorjahr nur 0,27 Euro je Aktie ausschütten. Außerdem erwartet das Management im laufenden Geschäftsjahr dank der Übernahme des kalifornischen Chipkonzerns Cypress Semiconductor ebenfalls einen leichten Umsatz- und Ergebnisanstieg. Die US-Tochter produziert Halbleiter, die unter anderem in selbstfahrenden Autos Verwendung finden. Infineon indes erhofft sich mit dem Zukauf einen besseren Zugang zum Geschäft mit der Vernetzung und Steuerung von Haushaltstechnik (Smart-Home). Der Umsatz werde in den 12 Monaten bis Ende September 2020 um 3 bis 7% zulegen, prognostizierte jedenfalls der Halbleiterhersteller. Die operative Marge werde ähnlich wie im abgelaufenen Geschäftsjahr bei rund 16% liegen.

Der derzeit kriselnde Autosektor wird sich dem Vorstand zufolge wohl aber nicht beleben. Die weltweit schwache Automobilnachfrage spüren wir deutlich und erwarten vorerst keine Besserung, erklärte der Manager. Dabei erwirtschaftet Infineon fast die Hälfte seiner Erlöse mit der zuletzt unter Druck geratenen Branche. Auch das Konjunkturumfeld bleibe angespannt, betonte er. Eine Erholung sei nicht vor der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres zu erwarten. Derweil wird die Aktie der Münchner trotz jüngster Erholung nur mit einem 2020er KGV von gut 17 bewertet. Angesichts der unveränderten Dividende ergibt sich zwar nur eine überschaubare Rendite von 1,4%. Infineon erzielt aber eine hohe Eigenkaptalrendite von über 17% und ist mit einer Eigenkaptalquote von 59% für konjunkturell schwierige Zeiten bestens aufgestellt. Damit entspricht sie wichtigen Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Ein weiterer Kursgewinner im Qualitäts-Index ist heute zudem die Aktie der Deutschen Post. Aktuell klettert sie dabei um 4,4% auf 34,20 Euro. Dem Bonner Logistikkonzern hat der anhaltende Paket-Boom sowie ein florierendes Geschäft mit internationalen Express-Sendungen auch im 3.Quartal Zuwächse bei Umsatz und operativem Gewinn beschert. Der Umsatz stieg um 4,7% auf rund 15,6 Mrd. Euro, gab das Unternehmen heute bekannt. Das Betriebsergebnis (EBIT) kletterte sogar noch deutlicher von 376 Mio. im Vorjahreszeitraum auf 942 Mio. Euro. Allerdings hatten im Vorjahr Sondereffekte die Bilanz der Deutschen Post deutlich belastet. Ausschlagend für die starke Entwicklung war unter anderem die Sparte "Post & Paket Deutschland", die zwischen Juli und September beim Umsatz um 5,5% auf 3,7 Mrd. Euro zulegen konnte. Die eingeleiteten Preismaßnahmen würden weiter greifen und auch der durchschnittliche Umsatz pro Paket steige, teilte das Management heute dazu mit. Zudem machte sich bereits die jüngst beschlossene Portoerhöhung positiv bemerkbar. In Anbetracht der zum 1.Juli eingeführten Anhebung zogen die Erlöse im Bereich Post um 3,1% auf 2,3 Mrd. Euro an.

Unerwartet stark waren darüber hinaus auch die Geschäfte der Express-Sparte. Hier konnte sich die Deutsche Post dem konjunkturellem Abschwung entziehen, und ein Umsatzplus von fast 9% auf 4,2 Mrd. Euro vermelden. Dementsprechend rechnet der Vorstand für das Gesamtjahr weiterhin mit einem operativen Gewinn (EBIT) von 4,0 bis 4,3 Mrd. Euro. Diese Prognose hatte der Manager schon zum Halbjahr angehoben. Die Aktie der Deutschen Post wird jedenfalls auch nach dem jüngsten Kursanstieg nur mit einem KGV von 12 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,6 bewertet. Damit ist sie insbesondere im Branchenvergleich äußerst attraktiv. Und dank der zuletzt ausgeschütteten Dividende ergibt sich weiterhin eine solide Kapitalrendite von 3,3%.

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