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Von TraderFox
05. Oktober 2018

Der QIX Deutschland wird auch am Freitag nach dem wichtigen US-Arbeitsmarktbericht von den weiter steigenden Renditen für amerikanische Staatsanleihen belastet. Folglich gibt der Index im Verlauf des Tages um 0,8% auf 13.675 Punkte ab. Henkel will mit Markenoffensive nach jüngstem Rekordumsatz das Wachstum der Kosmetiksparte in allen globalen Absatzmärkten verbessern. HUGO BOSS bekräftigt für das 2.Hj aufgrund des margenstärkeren Umsatzmix eine höhere Profitabilität und spürbar geringere Währungseffekte.

Als einer der wenigen Gewinner im Qualitäts-Index verbucht heute die Henkel-Aktie ein leichtes Plus auf 99,85 Euro. Das Konsumgüterunternehmen wurde im vergangenen Berichtsquartal von den Anpassungen der Vertriebsstruktur an die Herausforderungen des wachsenden Internethandels gebremst. Damit wurde vor allem der Großhandel enger an das eigene Markenkonzept gebunden, um so auch das Risiko hoher Lagerbestände mit der Gefahr margenbelastender Rabattaktionen zu verhindern. Erst kürzlich hatte der Henkel-Finanzchef um Geduld bei der laufenden Markenoffensive in der zuletzt schwächelnden Kosmetiksparte geben. Wir sind derzeit nicht zufrieden mit dem organischen Wachstum unserer Beauty-Sparte, sagte der Manager der Börsen-Zeitung. Wenn wir Dinge verändern, brauchen wir aber eine gewisse Zeit dafür. Wir müssen die Marken entwickeln, in den Handel bringen und ausrollen. Das geschieht nicht in ein oder zwei Quartalen. Allein im 1.Halbjahr sank der organische Umsatz von Henkel mit Marken wie Schauma und Syoss ohne Zukäufe um rund 2%. Der Waschmittelbereich der Düsseldorfer dagegen legte organisch um 1,1% und die Klebstoff-Sparte sogar um 5,0% zu. Dennoch verwies der Vorstand auf die Fortschritte im Beauty-Geschäft. Wir haben im 2.Quartal die bereinigte Umsatzrendite leicht auf 18,1% gesteigert, verteidigte er die kleinste Sparte des Konzerns. Den gruppenweiten Umsatz konnte Henkel dabei gegenüber dem Vorjahr zwar nur leicht um 0,9% auf rund 5,1 Mrd. Euro steigern, erreichte damit aber immerhin einen neuen Rekord.

Besonders hervorgehoben wurde im letzten Quartalsbericht auch die höhere Absatzdynamik in den USA. Hier hatte die niedrige Arbeitslosigkeit in vielen Haushalten dank steigender Löhne eine hohe Kaufkraft beschert. Die anziehende Nachfrage hatte sich letztlich bei Henkel im organischen Wachstum widergespiegelt. Zudem war mit China ein weiterer großer Absatzmarkt nach einigen Verwerfungen zu seinem ursprünglichen Wachstumstempo zurückgekehrt. Dank dieser Aufwärtstrends ergibt sich für den Konsumgüterproduzent weiterhin ein günstiges Umfeld.

Henkel selbst kann schon seit etlichen Jahren mit anhaltend stabilem organischem Wachstum überzeugen. Dieses ist zugleich mit einer hohen Eigenkapitalquote von 56% auch äußerst konservativ finanziert. Dazu glänzt der Konzern im operativen Geschäft neben der EBIT-Marge von über 15% auch mit einer hohen Eigenkapitalrendite von 16%. Angesichts dieser starken Kennzahlen erfüllt das Unternehmen wichtige Aufnahmekriterien im Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Die Aktie von HUGO BOSS dagegen gib heute im Qualitäts-Index nach und notiert aktuell bei 65,80 Euro. Das Analysehaus RBC hatte jüngst das Kursziel für die Aktie von 85 auf 87 Euro angehoben und die Einstufung auf "Outperform" belassen. Mit ihrer Profitabilitätsschätzung (EBITDA-Marge) für 2020 liegen sie nun etwas über der Konsensprognose, schrieben die Analysten in einer Studie. Von einer positiven Wende bei den Margen seien Investoren bislang noch nicht überzeugt. Auf dem Kapitalmarkttag im November könnte der Modekonzern aber neue Margenziele formulieren, glauben die Experten.

HUGO BOSS konnte immerhin seinen Umsatz zuletzt im zweiten Quartal währungsbereinigt gegenüber dem Vorjahr um 6% steigern. Die wichtigsten Wachstumstreiber waren dabei in erster Linie die brummenden Geschäfte in Asien. Hier entwickelten sich insbesondere China, Hongkong und Macau prächtig. Aber auch in Europa konnte das Modeunternehmen um beeindruckende 9% wachsen. Währungseffekte eingerechnet war der Konzernumsatz ebenfalls um 3% von 636 auf 653 Mio. Euro geklettert. Während allerdings das Online-Geschäft von HUGO BOSS erneut zweistellige Zuwachsraten verzeichnen konnte, schwächelte das Geschäft mit Damenmode und war um 2% rückläufig. Auch die leicht sinkende Bruttomarge konnte vom Management nicht durch niedrigere Kosten aufgefangen werden, sodass letztlich die operative Marge leicht von 16,9% im Vorjahr auf 16,2% sank. Insgesamt konnte aber der Umsatz im Vergleich zu den Markterwartungen positiv überraschen. Die Ergebnisprognosen der Analysten lagen jedoch etwas höher. Auch den Ausblick für das Gesamtjahr hatte HUGO BOSS beibehalten. Die operative Marge soll dabei in der 2.Jahreshäfte aufgrund eines margenstärkeren Umsatzmix wieder anziehen. Zudem wird mit spürbar geringeren Währungseffekten gerechnet.

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