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Von TraderFox
07. Mai 2019

Der QIX Deutschland ist am Dienstag nach einem durchaus freundlichen Handelsstart wieder ins Minus gerutscht. Am Vortag hatten die Sorgen vor einer neuen Eskalation des US-chinesischen Handelskonflikts auf die Kurse gedrückt. Bis zum Nachmittag gibt der Index folglich um 0,5% auf 13.230 Punkte nach. Hannover Rück kann für Q1 trotz Katastrophen mit einem Gewinnanstieg auf 293 Mio. Euro alle Erwartung übertreffen. Symrise übernimmt italienisches Biotech-Unternehmen Cutech und will damit seine Position bei der Entwicklung von Kosmetika stärken.

Angesichts guter Zahlen befindet sich heute im Qualitäts-Index die Hannover Rück-Aktie deutlich mit 2,0% im Plus bei 134,60 Euro. Der Rückversicherer ist aufgrund geringerer Katastrophenschäden mit einem überraschend starken Gewinnplus ins neue Geschäftsjahr gestartet. Auch dank besserer Geschäfte in der Personen-Rückversicherung stand im 1.Quartal unter dem Strich ein Überschuss von knapp 294 Mio. Euro und damit gut 7% mehr als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen heute mitteilte. Damit schnitt die Hannover Rück besser ab als von Analysten erwartet. Zwar schlugen bei dem Versicherer im Quartal das Hochwasser in Australien und das Sturmtief "Eberhard" in Deutschland am teuersten zu Buche. Der Vorstand sieht den Konzern aber dennoch auf Kurs, 2019 wie geplant einen Gewinn von 1,1 Mrd. Euro einfahren zu können. Allerdings musste die Hannover Rück wie auch die Rivalen Swiss Re und Scor für die Zerstörungen des Taifuns "Jebi" von 2018 noch einmal tief in die Tasche greifen. Neben den Großschäden des 1.Quartals, für die rund 59 Mio. Euro fällig wurden, habe das Unternehmen daher zusätzlich weitere 48 Mio. Euro zurückgestellt, wie der Finanzchef berichtete. Bereits im vergangenen Jahr hatte "Jebi" das Unternehmen rund 135 Mio. Euro gekostet.

Wenn sich die Hannover Rück nicht wiederum selbst bei anderen Anbietern rückversichert hätte, wäre die Summe sogar noch um ein Vielfaches höher gewesen. Immerhin wurde das Prämienvolumen in der Schaden-Rückversicherung in der Erneuerungsrunde zu Beginn des Jahres um 15% auf 6,4 Mrd. Euro ausgebaut. Dabei standen zwei Drittel des Geschäfts des Versicherers in der traditionellen Schaden-Rückversicherung zur Neuverhandlung an. In Anbetracht der im letzten Jahr entstandenen Großschäden unter anderem aus Waldbränden in Kalifornien stiegen die Preise in den von Naturkatastrophen betroffenen Verträgen dem Konzern zufolge teilweise zweistellig.

Auch nach dem jüngsten Rekordlauf wird die Hannover Rück-Aktie basierend auf den derzeitigen Gewinnschätzungen für 2019 nur mit einem KGV von 14 bewertet. Dazu ist das Kurs-Umsatz-Verhältnis mit 0,8 ebenfalls weiterhin günstig. Im operativen Geschäft überzeugt das Unternehmen zudem mit einer soliden Eigenkapitalrendite von 12%. Außerdem zählt die Aktie mit einer Rendite von 4,1% zu den attraktivsten Dividendenpapieren im Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Kaum verändert bei 84,00 Euro zeigt sich heute hingegen im Qualitäts-Index die Symrise-Aktie. Der Hersteller von Geschmacks- und Riechstoffen hat gestern erneut einen nicht unbedeutenden Zukauf vermeldet. Mit der Übernahme des Biotech-Unternehmens Cutech wolle Symrise seine Position bei der Entwicklung von Kosmetika stärken, teilte das Unternehmen mit. Die Italiener mit ihren präklinischen Prüf-Dienstleistungen für kosmetische Inhaltsstoffe würden das Know-how des Duftstoff- und Aromaherstellers bei der Wirksamkeitsprüfung ergänzen. Vor allem die Markteinführung neuer Wirkstoffe könnte damit beschleunigt werden, heißt es weiter. Symrise erhofft sich außerdem neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit mit Partnern aus wissenschaftlichen Einrichtungen. Angaben zum Kaufpreis wurden allerdings nicht gemacht.



Letztlich steht der jüngste Erwerb im Einklang mit der Strategie des Managements, den Umsatz bis 2025 auf 5,5 bis 6,0 Mrd. Euro steigern zu wollen. Dieser würde sich damit gegenüber den Erlösen von 2018 nahezu verdoppeln. Neben organischem Wachstum sollen bei Symrise in erster Linie auch strategisch sinnvolle Akquisitionen dazu beitragen. Erst Anfang des Jahres hatte das Unternehmen die Übernahme des US-Anbieters von Proteinspezialitäten auf Basis von Fleisch- und Ei-Produkten ADF/IDF bekannt gegeben. Auch fiel das Umsatzwachstum des Duftstoffspezialisten im 1.Quartal mit über 9% auf 849 Mio. Euro überdurchschnittlich stark aus. Die Nachfrage der Kunden sei weiterhin gut, kommentierte der Symrise-Vorstand die boomenden Geschäfte.

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