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Von TraderFox
18. Juni 2021

Am heutigen großen Verfallstag zeigt sich der QIX Deutschland ungeachtet der jüngsten Hinweise der US-Notenbank kaum bewegt. Am Nachmittag liegt der Index folglich bei 16.290 Punkten. Finanzvorstand der Hannover Rück bringt je nach operativer Entwicklung für 2021 wieder eine Sonderzahlung ins Gespräch, und würde die Dividendenrendite auf 4% anheben. Siemens Healthineers könnte mit möglicher Abspaltung des ertragsschwachen Ultraschallgeschäfts bis zu 1 Mrd. USD einnahmen.

Einer starke Erholung zeigte im Qualitäts-Index in dieser Woche die Aktie der Hannover Rück. Am Freitag kommt es allerdings zu Gewinnmitnahmen und die Papiere stehen gegenwärtig im Minus bei 144,00 Euro. Der entscheidende Impulsgeber für die jüngste Performance waren neben der operativen Erholung auch Hoffnungen auf die Wiederaufnahme einer Sonderdividende. Zwar hat das Unternehmen, das weltweit in sämtlichen Bereichen der Schaden- und Personen-Rückversicherung präsent ist, hohe Kosten im Zusammenhang mit der Pandemie im vergangenen Jahr verbuchen müssen. Was Gewinnentwicklung und den Aktienkurs letztendlich belastet hatte. Die Hannover Rück ist im 2020er Rückversicherungs-Geschäft aber dennoch glimpflich davongekommen und schüttete sogar eine um 0,50 Cent höhere Basisdividende von 4,50 Euro aus. Der Finanzvorstand bringt nach überstandenem Krisenjahr nun aber wieder eine Sonderausschüttung, auf die zuletzt erstmals seit 2013 verzichtet wurde, ins Gespräch. Wenn das Jahr erwartungsgemäß verlaufe und es die Kapitalsituation zulasse, gebe es keinen Grund, warum wir nicht wieder eine Sonderdividende zahlen sollten, sagte er kürzlich der Börsen-Zeitung. Die Hannover Rück sei zudem auf Kurs, das für 2021 angekündigte Gewinnziel von 1,15 bis 1,25 Mrd. (2020: 883 Mio.) Euro zu erreichen. Der Rückversicherer blickt darüber hinaus auch zuversichtlich auf die nächsten Vertragserneuerungsrunden. Die Dynamik, die sich 2022 in den Erneuerungen zeigen werde, sei zwar von der Schadenentwicklung im laufenden Jahr und von der Entwicklung der Covid-19-Schäden abhängig, betonte der Finanzvorstand.

Aber fundamental sei aufgrund des Niedrigzinsniveaus der Druck auf die Profitabilität im Kerngeschäft unverändert hoch. Von daher sollte das Preismomentum anhalten. Damit profitiert die Hannover Rück nach jahrelanger Stagnation von weiter steigenden Prämienpreisen. Bei den Neuverhandlungen der Verträge zum 1.April konnten schon unerwartete Preiserhöhungen von im Schnitt 5,0% durchgesetzt werden, das neuverhandelte Prämienvolumen stieg sogar um beachtliche 7,4%. Folglich geht der Versicherer für 2021 von einem Anstieg der Bruttobeiträge um bis zu 9% aus, bisher war von nur rund 5% die Rede. Durch den kürzlich erfolgten Kursrückgang liegt die derzeitige KGV-Bewertung der Aktie auch nur bei moderaten 13. Und die Kapitalrendite durch die im Mai von der Hannover Rück veranlassten Dividendenausschüttung beläuft sich zudem auf 3,3%, was allerdings unter dem historischen Durchschnitt liegt. Würde die jahrelang gezahlte Sonderdividende von zusätzlich 1,50 Euro demnächst noch oberndrauf kommen, dann läge die Rendite bei über 4%. Mit dieser Rendite zählt die Aktie jedenfalls zu den attraktivsten Dividendenpapieren im Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Leichte Zugewinne auf ein Rekordhoch bei 50,10 Euro verzeichnet heute im Qualitäts-Index dagegen die Aktie von Siemens Healthineers. Das Medizintechnik-Unternehmen ist einer der weltweit führenden Anbieter im Bereich Gesundheitsvorsorge und hat sich hierbei in erster Linie auf die Entwicklung und Herstellung von medizinischen Produkten sowie eine Vielzahl an Dienstleistungen spezialisiert. Gestern bestätigte die US-Bank JPMorgan in einer Einstufung zur Aktie nach einem Gespräch mit dem Chef der jüngst übernommenen US-Medizintechnik-Tochter Varian das Kursziel von 54,40 Euro. Die Unterhaltung habe Appetit gemacht für den Hauptgang, schrieben die Analysten in einer Studie. Diesen werde es wohl auf einem Kapitalmarkttag geben, mit Aussagen etwa zu Kostensynergien. Nach dem Abschluss des milliardenschweren Varian-Zukaufs hatte der Chef von Siemens Healthineers kürzlich dem Manager Magazin gegenüber erstmals auch das ertragsschwache Ultraschall-Segment des Unternehmens öffentlich in Frage gestellt. In dem Geschäft können wir sein, müssen es aber nicht, sagte der Manager im Interview mit der Wirtschaftszeitung. Es trage nur 3 bis 4% zum Konzernumsatz bei. Dabei wurde die Ultraschallsparte in Finanzkreisen zuletzt bereits immer wieder mit einem möglichen Verkauf in Verbindung gebracht. Wobei eine Abspaltung des Geschäftszweigs laut Analystenschätzungen dem Unternehmen immerhin bis zu 1 Mrd. USD bringen könnte.



Der Siemens-Mutterkonzern hatte die Sparte über die Jahre hinweg beständig aufgebaut und unter anderem im Jahr 2000 den Marktführer für Ultraschallgeräte “Acuson“ für gut 700 Mio. USD übernommen. Bei Siemens Healthineers gelten die Geschäfte rund um Ultraschall und Labordiagnostik aber schon seit geraumer Zeit als Sorgenkinder. Einer Trennung von der Labordiagnostiksparte, die trotz Einführung der Atellica-Plattform offenbar weiter Probleme macht, erteilte der Vorstand aber eine uneingeschränkte Absage. Unser Ziel in der Labordiagnostik sind Margen um die 15%. Daran arbeiten wir, 2024/25 werden wir so weit sein, so der Manager. Letztlich setzt der Medizintechnik-Dienstleister bei dem Varian-Zukauf vor allem auf das Zusammenspiel seiner Bildgebungs-Geräte (MRT, Röntgen) mit den Krebstherapie-Anwendungen von Varian. Der Abschluss der Übernahme konnte Siemens Healthineers auch dank der zuletzt erfolgten zweiten Kapitalerhöhung noch im ersten Halbjahr abschließen.

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