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Von Christina Rothfuß
04. November 2022

Der QIX Deutschland zeigt sich am Freitag angesichts steigender Arbeitslosigkeit in den USA wieder in Kauflaune. Am Nachmittag zieht der Index folglich um 2,3 % auf 12.945 Punkte an. Hannover Rück kann dank geringerer Großschäden für die ersten 9 Monate einen Gewinn von 871 Mio. Euro sowie um 21 % höhere Bruttoprämien vermelden. Großküchenausstatter RATIONAL verbucht mit erstmals 274 Mio. Euro einen Umsatzrekord im 3. Quartal.  

 

Äußerst robust hat sich im Qualitäts-Index in dieser Woche die Aktie der Hannover Rück entwickelt, und dabei sogar ein Monatshoch erreicht. Am Freitag notiert sie aber etwas leichter bei 164,20 Euro. Der Grund für die starke Performance waren unter anderem die Aussagen des Vorstandes, wonach das Gewinnziel für 2022 am unteren Ende der Spanne von 1,4 bis 1,5 Mrd. Euro bei dem Rückversicherer für realistisch gehalten werde. Vor allem auch, weil das Unternehmen bei den verheerenden Schäden durch Hurrikan "Ian" in Florida vergleichsweise glimpflich davonkommt. Wie die Hannover Rück am Donnerstag mitteilte, summierten sich in den ersten 9 Monaten die Großschäden auf fast 1,5 Mrd. Euro. Damit überstiegen sie das veranschlagte Budget um rund 400 Mio. Euro. Dass die Zerstörungen durch den amerikanischen Wirbelsturm "Ian" Ende September für den Versicherer nicht teurer zu Buche schlagen, erklärte das Management mit dem geringen Marktanteil des Unternehmens von nur 0,7 % im US-Bundestaat Florida. Der Konzern habe sein dortiges Geschäft schon vor einigen Jahren zurückgefahren, wegen des niedrigen Prämienniveaus und um seine Risiken besser zu streuen, hieß es. Zudem legte die Hannover Rück für erwartete Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine insgesamt 331 Mio. Euro zur Seite, 15 Mio. davon im 3. Quartal. In der klassischen Rückversicherung, die das Unternehmen weltweit anbietet, sind Kriegsrisiken allerdings ausgeschlossen, in einigen Spezialsparten jedoch mitversichert. Dennoch verdiente die Hannover Rück in der Zeit von Juli bis September ungeachtet aller Herausforderungen rund 222 Mio. Euro netto und damit knapp 20 % mehr als ein Jahr zuvor.

Im Vorjahr hatten die verheerende Flutkatastrophe in Deutschland und die Folgen von Hurrikan "Ida" in den USA am Quartalsergebnis gezehrt. Für die ersten 9 Monate des Jahres summiert sich der Überschuss des Spezialversicherers aber auf knapp 871 Mio. Euro, und damit knapp 2 % mehr. Und dass die Hannover Rück trotz zahlreicher Großschäden am Gewinnziel für 2022 festhält, hängt auch mit den Einnahmen aus inflationsbesicherten Anleihen im Kapitalanlagebereich zusammen. Diese dürften laut Vorstandschef die hohe Schadenbelastung mit abfedern. Zudem rechnet der Manager im laufenden Jahr mit bis zu 7,5 % höheren Prämieneinnahmen. Von Januar bis September legten die Bruttoprämien bei der Hannover Rück auch wegen des schwachen Euros kräftig um 21 % auf 26,3 Mrd. Euro zu. Und selbst  bei konstanten Währungskursen hätte das Plus noch 13,5 % betragen. Die derzeitige Kapitalrendite der Aktie beläuft sich auf solide 2,6 %. Würde die im Mai gezahlte Sonderdividende von 1,25 Euro noch zusätzlich kommen, dann läge sie sogar bei 3,4 %. Damit ist die Hannover Rück weiterhin einer der attraktivsten Dividendenzahler im Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Leichte Kursgewinne auf aktuell, 527,50 Euro verzeichnet am Freitag im Qualitäts-Index dagegen die Aktie von RATIONAL. Allerdings waren die Papiere des Großküchenausrüsters am Donnerstag trotz eines Rekordquartals unter Druck geraten. Dabei entspannt sich für das Unternehmen nach langwierigen Lieferkettenproblemen die Lage, was zuletzt zu mehr ausgelieferten Combi-Dämpfern und multifunktionalen Kochsystemen führte. Was Investoren aber bei den gestrigen Quartalszahlen von RATIONAL nicht gefiel, war offenbar der rückläufige Auftragsbestand. Immerhin konnte der Gerätehersteller von professionellen Küchen für die 3 Monate von Juli bis September Bestwerte bei Umsatz und Ergebnis vorlegen. Das Management hatte den Finanzmarkt auf die positive Entwicklung bereits vorbereitet und Ende September sogar die Jahresprognosen angehoben. Seit August habe sich die Verfügbarkeit von elektronischen Bauteilen wieder erhöht, hieß es damals vonseiten der Unternehmensführung. Neben der verbesserten Liefersituation normalisiert sich bei RATIONAL derzeit auch wieder die Auftragslage. Denn nach der Pandemie schwollen die Aufträge wegen fehlender Teile zwischenzeitlich auf ein Rekordniveau an. Inzwischen sei der Auftragsbestand von zuletzt rund 400 auf etwa 330 Mio. Euro zurückgegangen, teilte der Gastronomie-Dienstleister gestern mit. Vor allem aber in Nord- und Lateinamerika läuft es in diesem Jahr bestens. In Asien hingegen war das Zuliefergeschäft für RATIONAL aufgrund der Lockdown-bedingt schwachen Nachfrage in China enttäuschend.

Dennoch kletterte der Umsatz im 3. Quartal im Vorjahresvergleich um beachtliche 33 % auf 274,2 Mio. Euro, was der bis dahin höchsten Wert in der Unternehmensgeschichte war. Zugleich musste der Küchenausstatter aber in den vergangenen Monaten stark gestiegene Ausgaben schultern, wie hohe Preise für Komponenten, Rohstoffe und Logistik. Über höhere Verkaufspreise und positive Währungseffekte konnten die Kostensteigerungen aber ausgeglichen werden. Die globale Nachfrage nach den von RATIONAL angebotenen Geräten für die thermische Speisezubereitung in Profiküchen war also weiterhin erstaunlich hoch. Zudem bestätigte der Vorstand die vor wenigen Wochen angehobene Prognose für das Gesamtjahr, die ein Erlösplus von 23 bis 28 % vorsieht sowie eine operative Marge von 21,5 bis 22,5 %. 2021 hatte die Profitabilität bei 20,5 % gelegen.

 

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

 

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