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Von Christina Rothfuß
07. Oktober 2022

Der QIX Deutschland zeigt sich am Freitag angesichts des heutigen US-Jobmarktberichts wieder in Abgabelaune. Am Nachmittag gibt der Index folglich um 1,3 % auf 12.435 Punkte nach. Hannover Rück kann die Schäden durch Hurrikan „Ian“ in Florida derzeit noch nicht einschätzen, das 2022er-Gewinnziel von 1,4 bis 1,5 Mrd. Euro bleibt aber bestehen. Biotech-Dienstleister Evotec soll für ein Auftragsvolumen von 50 Mio. USD für das US-Militär einen Arzneimittel-Prototyp gegen die Pest entwickeln.

Ziemlich robust hat sich im Qualitäts-Index zuletzt die Aktie der Hannover Rück gezeigt. Und auch am Freitag notiert sie leicht im Plus bei 156,40 Euro. Dabei gilt der Rückversicherer dank starker Bilanz, attraktiver Dividende und der möglicherweise besten Zeichnungsbedingungen seit Langem als konservativer Anlagewert. Zudem scheinen nicht nur die Geschäfte in guter Verfassung zu sein, auch die Schadensbelastung durch den jüngsten Hurrikan „Ian“ könnten weniger schlimm ausfallen als befürchtet. Schließlich übernimmt die Hannover Rück diesbezüglich kalkulierte Risiken in allen geografischen Regionen, sofern das Geschäft den Margenanforderungen entspricht. Wettbewerbsvorteile erreicht das Unternehmen aber vor allem durch seine Stellung als einer der weltweit kapitalstärksten Rückversicherer. Neben Schäden aus Naturkatastrophen werden auch Absicherungen für Transporte sowie Luft- und Raumfahrt angeboten. Wichtige Versicherungsbereiche sind zudem Kredit- und Kautionsrückversicherungen. Allerdings kann die Hannover Rück nach den zuletzt schweren Zerstörungen durch den Wirbelsturm "Ian" im US-Bundesstaat Florida die Belastung noch nicht näher beziffern. Das Unternehmen werte noch die Schätzungen der Schadenmodellierer und eigene Berechnungen aus, sagte Vorstandschef in dieser Woche beim Londoner Investorentag. Dem Manager zufolge habe der Rückversicherer in Florida aber einen deutlich geringeren Marktanteil als im Allgemeinen. Genauere Belastungszahlen will die Hannover Rück aber spätestens mit der Vorlage der Q3-Bilanz am 3. November nennen.

Dabei hatte der Spezialversicherer schon im Jahr 2021 den immensen Katastrophenschäden wie durch Hurrikan "Ida" und Tief "Bernd" getrotzt, und einen Gewinn von 1,23 Mrd. Euro eingefahren. Zum Jahreswechsel wurde das Geschäft zudem weiter ausgebaut und bei den Kunden der Schaden- und Unfallsparte im Schnitt 4 % höhere Prämien durchsetzt. Die Prämieneinnahmen wuchsen bei der Hannover Rück im letzten Jahr folglich auch um fast 13 % auf 27,8 Mrd. Euro. Und für 2022 hat sich der Vorstand ungeachtet aller Herausforderungen auch weiterhin einen Rekordgewinn von 1,4 bis 1,5 Mrd. Euro zum Ziel gesetzt, was letztlich höhere Dividendenausschüttungen möglich machen würde. Die derzeitige Kapitalrendite beläuft sich bei der Aktie auf solide 2,9 %. Würde die kürzlich gezahlte Sonderdividende von 1,25 Euro noch obendrauf kommen, dann läge die Rendite sogar bei 3,7 %. Damit zählt die Hannover Rück mit zu den attraktivsten Dividendenpapieren im Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Leichte Kursverluste auf aktuell 17,95 Euro verzeichnet am Freitag im Qualitäts-Index dagegen die Aktie von Evotec. Zwar war die Performance der zurückliegenden Monate eher enttäuschend, dafür aber zählt die Biotechgesellschaft zu den weltweit führenden Wirkstoffforschungs- und -entwicklungsunternehmen. In den letzten Jahren hat sich Evotec hierbei immer mehr auf Bereiche wie neurale Erkrankungen, Schmerztherapie, Stoffwechsel- und Entzündungskrankheiten sowie Onkologie spezialisiert. Das eigentliche Kerngeschäft aber bildet die Arzneimittelforschung, die in Kooperation mit zahlreichen Partnerunternehmen aus der Pharma- und Biotechnologieindustrie realisiert wird. Dazu gehören vor allem großen Pharmaspezialisten wie Bayer, Sanofi, Bristol Myers Squibb oder auch Pfizer und Novartis. Und mit den hochwertigen F&E-Dienstleistungen wurden im Jahr 2021 von Evotec solide Erlöse von rund 618 Mio. Euro erzielt. Mittelfristig hat sich das Management jedenfalls auch ehrgeizige Umsatzziele gesteckt, die eine Steigerung der Einnahmen bis 2025 von rund 1,0 Mrd. Euro vorsehen. Helfen sollen dem Hamburger Biotech-Spezialisten dabei auch zusätzliche Aufträge, wie zuletzt vom US-Verteidigungsministerium.

Die von Evotec in Seattle ansässige Tochtergesellschaft Just - Evotec Biologics hatte diesbezüglich Ende September einen Auftrag im Wert von bis zu 49,9 Mio. USD erhalten. Hierbei ging es um die schnelle Entwicklung von auf „monoklonalen“ Antikörpern basierenden Arzneimittel-Prototyp gegen die Infektionskrankheit Pest voranzutreiben. Es ist für uns eine klare Bestätigung für die Effizienz und Geschwindigkeit, die wir unseren Partnern durch unser führendes wissenschaftliches, technologisches und fachliches Angebot bieten können, sagte Evotec in der Mitteilung. Wenn es dem Biotech-Dienstleister langfristig gelingt, weitere lukrative Aufrage hereinzuholen, und auch den Umfang der globalen Partnerschaften weiter auszubauen, dann dürften die 2025er-Umsatzpläne durchweg erreicht werden. Zumal Evotec bis dahin auch zusätzliche Margenverbesserungen anstrebt.  

 

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

 

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