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Von TraderFox
05. Februar 2019

Nach einem verhaltenen Wochenstart hat der QIX Deutschland am Dienstag dank der an Fahrt aufnehmenden Berichtssaison neue Impulse bekommen. Bis zum Nachmittag kann er daraufhin um 1,2% auf 12.600 Punkte zulegen. Hannover Rück vermeldet trotz Großschäden erwarteten Milliardengewinn für 2018 und verweist auf deutlich gestiegenes Neugeschäft und höhere Preise. Brenntag wächst als Chemiehändler seit Jahren konjunkturunabhängig und baut dabei auf günstige Einkaufspreise und Zukäufe kleinerer Wettbewerber.

Ungeachtet guter Zahlen befindet sich heute im Qualitäts-Index die Hannover Rück-Aktie leicht im Minus bei 126,70 Euro. Der Rückversicherer hat den ursprünglich angepeilten Milliardengewinn im vergangenen Jahr geschafft und traut sich nun im Neugeschäft durchaus mehr zu. Der Nettogewinn stieg 2018 nach vorläufigen Zahlen um 9,5% auf 1,05 Mrd. Euro, gab das Unternehmen heute bekannt. Die Bruttoprämien erhöhten sich währungsbereinigt um 11% auf rund 19 Mrd. Euro. Ein Jahr zuvor hatten noch eine Hurrikan-Serie in den USA und zwei Erdbeben in Mexiko auf die Bilanz der Hannover Rück gedrückt. Und nur dank des Verkaufs großer Aktienbestände konnten damals unter dem Strich 959 Mio. Euro erreicht werden. Derweil wurde bei den Neuverhandlungen der Verträge zu Jahresbeginn deutlich mehr Geschäft gezeichnet, vor allem in Asien, Nordamerika und Deutschland. Das Prämienvolumen in der Schaden-Rückversicherung sei in der Erneuerungsrunde zum 1. Januar währungsbereinigt um 15% auf 6,4 Mrd. Euro ausgebaut worden, erklärte das Unternehmen. In der Erneuerungsrunde standen zwei Drittel des Geschäfts der Hannover Rück in der traditionellen Schaden-Rückversicherung zur Neuverhandlung an. Angesichts der Großschäden unter anderem aus Waldbränden in Kalifornien seien die Preise in den von Naturkatastrophen betroffenen Verträgen teilweise zweistellig gestiegen.

Aufgrund der positiven Resultate zu unserer Haupterneuerung blicken wir optimistisch auf die Entwicklung der Preise und Konditionen im laufenden Jahr, sagte der Vorstand. Demzufolge wird für 2019 bei einem einstelligen prozentualen Prämienwachstum mit einem Gewinn von 1,1 Mrd. Euro gerechnet. Schon zuvor hatte der Finanzvorstand der Hannover Rück eine angemessene Sonderdividende für 2018 in Aussicht gestellt. Für das Geschäftsjahr davor hatte der weltweit viertgrößte Rückversicherer seinen Aktionären eine unveränderte Dividende inklusive Sonderausschüttung von 5,00 Euro gewährt. Die Gewinnbeteiligung hat sie sich damit seit 2006 nahezu verdreifacht. Auch liegt die aktuelle Rendite mit 3,9% nur leicht unter dem Schnitt der letzten Jahre.

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden mit einbezogen.

Einen der stärksten Kurszuwächse im Qualitäts-Index verzeichnet heute die Brenntag-Aktie. Gegenwärtig zieht sie dabei um 3,5% auf 42,95 Euro an. Die Schweizer Bank Credit Suisse hat die Papiere heute von "Underperform" auf "Outperform" hochgestuft und das Kursziel von 47 auf 52 Euro angehoben. Die finanzielle Robustheit des Chemikalienhändlers während der Weltfinanzkrise 2007 und 2008 sei aktuell nicht ausreichend in den Aktienkurs eingepreist, schrieben die Analysten in einer Studie. Die Kurszielerhöhung reflektiere auch ein etwas verbessertes Renditeprofil.

Mit zuletzt erzielten 11,7 Mrd. Euro Jahresumsatz ist Brenntag mit Abstand das weltweit führende Chemievertriebsunternehmen. Dank dieser inzwischen ordentlichen Konzerngröße, kann das Unternehmen als Großabnehmer von seinen Lieferanten mittlerweile auch besonders günstige Einkaufspreise aushandeln. Dabei lagert Brenntag die gekauften Chemikalien in über 530 weltweiten Standorten ein und verkauft sie bei Bedarf in kleineren Abnahmemengen an seine Kunden weiter. Ein wichtiger Teil der Wachstumsstrategie basiert hierbei vor allem auf Zukäufen kleinerer Wettbewerber. Für Brenntag ergeben sich dadurch noch günstigere Einkaufskonditionen und zugleich erhöht sich damit auch die Profitabilität insgesamt. Und gerade in Krisenzeiten erweist sich das Geschäftsmodell als äußerst robust, selbst im Krisenjahr 2009 konnte der Vertriebshändler seinen Gewinn steigern. Mit seinen mehr als 10.000 gehandelten Produkten konnte Brenntag zuletzt auch im 3.Quartal seine Erlöse gegenüber dem Vorjahr um über 11% auf 3,2 Mrd. Euro erhöhen. Die wesentlichsten Wachstumstreiber für das Geschäft waren dabei einmal mehr die wichtigen Regionen Europa und Nordamerika. Die asiatisch-pazifischen Länder dagegen entwickelten sich etwas schwächer.

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