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Von TraderFox
27. September 2021

Der QIX Deutschland kann zum Wochenstart die Anfangsgewinne nach dem Wahlsieg der SPD bei der Bundestagswahl nicht behaupten. Am Nachmittag liegt der Index folglich leicht im Minus bei 17.410 Punkten. Glasspezialist Gerresheimer verlängert Vertrag vom Finanzvorstand vorzeitig um 5 Jahre und bekräftigt höheres 2021er Margenziel von 23%. Deutsche Post will seine für Anfang Januar geplante Paketpreis-Erhöhung vor allem für Investitionen in die Infrastruktur und in den klimaschonenden Transport nutzen.

Am Montag ist im Qualitäts-Index die Gerresheimer-Aktie mit Zuwächsen von gut 0,5% auf 86,20 Euro einer der heutigen Tagesfavoriten. Immerhin hat der Spezialverpackungs-Produzent weiterhin gute mittelfristige Perspektiven insbesondere durch den jüngst verstärkten Trend zu Biopharmazeutika und der zugleich geplanten Kapazitätserweiterungen in diesem Bereich. Zudem hatte das Unternehmen, das mit seinem Sortiment zu den weltweit größten Herstellern von medizinischen Fläschchen gehört, die unter anderem von Impfstoffentwicklern für Covid-19-Vakzine genutzt werden, jüngst auch den Vertrag des derzeitigen Finanzvorstands Bernd Metzner vorzeitig um 5 Jahre verlängert. Der Manager arbeitet seit 2019 für Gerresheimer und soll das Amt nun bis Mai 2027 ausüben. Mit seiner langjährigen Expertise wird er auch zukünftig maßgeblich dazu beitragen, unsere ambitionierten Wachstumsziele nachhaltig zu erreichen, kommentierte Unternehmenschef Dietmar Siemssen die Vertragsverlängerung Metzners. Zwar hatten die Investoren in den letzten 12 Monaten wenig Freude an der Kursentwicklung der Aktie, doch eine Sonderkonjunktur verspricht hier neue Gewinne. Und da der Anbieter mit seinen Verpackungs- und Systemlösungen aus Glas und Kunststoff nach Jahren einer eher seitwärtstendierenden Wachstums- und Ertragsentwicklung inzwischen auch eine umsatzorientierte Transformation begonnen hat, wurde der Weg für künftiges Kurspotenzial bei den Gerresheimer-Papieren geebnet.

So wollen die Düsseldorfer bis Ende 2021 weltweit insgesamt 1,2 Mrd. Injektionsfläschchen für die Abfüllung des Corona-19-Impfstoffs absetzen. Allein im 1. Halbjahr wurden 300 Mio. Fläschchen ausgeliefert, was letztlich mit zu einem um 6% höheren Gesamterlös von etwa 679 Mio. Euro geführt hat. Dem Management zufolge liegen inzwischen einige große Bestellungen für das Jahr 2022 vor, woraufhin die Kapazitäten deutlich ausgebaut wurden. Zwar sieht sich der Glasspezialist derzeit auch mit steigenden Rohstoffpreisen konfrontiert, Gerresheimer dürfte diese allerdings mit Preiserhöhungen größtenteils kompensieren, und so strategische Zukunftsinvestitionen absichern, um in den Märkten für Pharma, Healthcare und Kosmetik auch künftig weiterhin wachsen zu können. Für dieses Jahr wird jedenfalls ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich anvisiert, die operative Marge soll am Ende bei gut 23 % liegen. An der Börse wird die Aktie aber nur mit einem moderaten 2022er KGV von unter 20 bewertet. Das Qualitätsunternehmen überzeugt aber nicht nur mit einer soliden operativen Marge, sondern auch mit einer robusten Eigenkapitalrendite von 10%. Gerresheimer erfüllt damit alle Voraussetzungen für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.



Nach dem jüngsten Rekordhochs gibt am Montag im Qualitäts-Index die Aktie der Deutschen Post deutlicher auf 56,30 Euro nach. Dabei hat der Logistikdienstleister erst am Freitag angekündigt, die Paketpreise für Geschäftskunden ab dem 1.Januar anheben zu wollen. Das Unternehmen begründete seine Erhöhung mit Investitionen in die Infrastruktur und in den klimaschonenden Transport. Für Privatkunden ändert sich mit der Ankündigung zunächst nichts, Verbraucher bekommen die Preiserhöhung allerdings indirekt zu spüren, wenn beispielsweise Online-Händler künftig mehr Geld für den Versand berechnen. Die nun von der Deutschen Post-Tochter DHL geplante Preisanhebung für Gewerbekunden ist aber letztlich keine große Überraschung, betrifft sie doch vor allem E-Commerce-Anbieter wie Zalando oder auch den Online-Riesen Amazon, der immerhin der bedeutendste Großkunde des Logistikers ist. Schon Anfang 2021 zogen angefacht vom boomenden Paket- und Expressgeschäft, das weltweit von Lockdown-Maßnahmen und damit von den explodierenden Online-Bestellungen profitierte, die Paketbeförderungspreise nach oben. Aber auch die Konkurrenz der Deutschen Post verlangt in regelmäßigen Abständen mehr Geld, was zuletzt in erster Linie mit der in Corona-Zeiten verstärkten Paketflut und der dafür nötigen modernen Technik samt Extra-Personal zusammenhängt.

Die Logistiktochter DHL hat jedenfalls interne Listenpreise für Geschäftskunden mit einem jährlichen Versand von bis zu 5.000 Paketen. Verschickt eine Firma mehr Sendungen, dann werden individuelle Verträge vereinbart. Der Mitteilung zufolge gelten aber die angekündigten Anpassungen sowohl für Firmenkunden mit Listenpreisen als auch für größere Kunden mit individuell vereinbarten Konditionen. Wie stark die Deutsche Post allerdings an der Preisschraube dreht, wurde nicht mitgeteilt, nur dass Lieferungen ab 20 kg "im besonderen Maße" davon betroffen seien. Den Erlösen und auch der Gewinnentwicklung dürfte dies aber gut tun, obwohl der Umsatz des Logistikers im 2.Quartal schon um 22% zulegen konnte, der Gewinn war sogar um beachtliche 146% gestiegen.

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