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Von TraderFox
30. August 2018

Nicht nur das überragende Wachstum der letzten Jahre macht Fielmann zu einem einzigartigen Familienunternehmen. Auch die mit dem Geschäftsmodell verbundene Profitabilität ist mehr als eindrucksvoll. Allein in den letzten 5 Jahren konnte das Unternehmen seinen Gewinn im Schnitt um 6,0% erhöhen. Dank der stabil wachsenden Geschäfte sind aber auch die langfristigen Dividendenzahlungen des Brillenspezialisten durchaus bemerkenswert.

Fielmann mit Sitz in Hamburg ist eine der führenden Augenoptikerketten in ganz Europa. In Deutschland verkauft das Unternehmen inzwischen jede zweite Brille und ist dabei tief in der Branche verwurzelt. So stellt Fielmann zwar seine eigenen Brillen-Kollektionen her, ist hierbei aber zugleich auch Agent und Augenoptiker. Die Preise der eigenen Produkte liegen um rund 70% unter dem allgemeinen Preisniveau gelabelter, also mit Markenaufdruck “veredelter“ Brillenfassungen. Das Unternehmen liefert diese dann direkt und ohne Vertrieb an seine Niederlassungen. Bei fremden Kollektionen dagegen kauft Fielmann, wie andere Optiker auch, bei Herstellern ein, die für bekannte Marken produzieren. Dabei werden häufig erheblich größere Mengen an einzelnen Modellen erworben. Die so generierten niedrigen Einkaufspreise gibt die Optikerkette dann an seine Kunden weiter. Das Produktportfolio umfasst neben Sonnen- und Gleitsichtbrillen auch Kontaktlinsen und Hörgeräte.

Geringere Margen bei Sonnenbrillen drücken Q2-Gewinn


Für Fielmann hatte das heiße und wochenlang andauernde Sommerwetter einen durchaus unangenehmen Beigeschmack. Zwar verkaufte das Unternehmen im 2.Quartal mehr Sonnenbrillen und steigerte dadurch seinen Absatz. Da die Margen darauf aber geringer sind als bei Sehbrillen oder gar aufwendigen Gleitsichtbrillen, fiel der Gewinn insgesamt geringer aus. Den Absatz steigerte der Marktführer von April bis Juni gegenüber dem Vorjahr um 3,4% auf 2,1 Mio. Brillen. Dementsprechend legte der Umsatz um 2,3% auf rund 362 Mio. Euro zu. Belastend wirkten sich im letzten Quartal für Fielmann allerdings auch negative Währungseffekte sowie höhere Personalausgaben aus. Vor allem aber aufgrund des Fachkräftemangels musste das Unternehmen höhere Löhne zahlen, um insbesondere vorhandene Mitarbeiter zu halten. Das operative Ergebnis sank im zweiten Jahresviertel dadurch um 13% auf knapp 55 Mio. Euro. Auch die europaweite Expansion trieb Fielmann in den letzten Monaten weiter voran und eröffnete dabei in Italien neue Geschäfte. Dadurch stieg die Zahl der Niederlassungen in dem Land auf nunmehr 12. Bis Ende des Jahres sind dort zudem 6 Neueröffnungen geplant. Deutschlands größte Optikerkette unterhielt zum 30.Juni insgesamt 727 Niederlassungen, und damit 16 mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr bekräftigte der Vorstand zudem die bisherigen Prognosen, wonach Absatz und Umsatz ein Wachstum wie 2017 erreichen dürften. Im Vorjahr hatte Fielmann trotz geringerer Verkaufstage insgesamt 8,1 Mio. Brillen verkauft und dabei seinen Umsatz um 3,7% auf 1,39 Mrd. Euro gesteigert.

Hochprofitable Geschäfte trotz anhaltender Expansion

Nicht nur das überragende Wachstum der letzten Jahre macht Fielmann zu einem einzigartigen Familienunternehmen. Auch die mit dem konjunkturunabhängigen Geschäftsmodell verbundene Profitabilität ist mehr als eindrucksvoll. Dabei erwirtschaftet das Unternehmen operativ eine hohe Eigenkapitalrendite von 24% und eine Nettogewinnmarge von 12%. Allein in den letzten 5 Jahren konnte Fielmann seinen Gewinn im Schnitt um 6,0% erhöhen. Das durchschnittliche Umsatzwachstum war in dieser Zeit etwas niedriger. Aber auch die langfristigen Dividendenzahlungen des Brillenspezialisten sind bemerkenswert. Dank der stabil wachsenden Geschäfte konnte das Management die Ausschüttungen von 0,70 Euro im Jahr 2007 kontinuierlich auf zuletzt 1,85 Euro mehr als verdoppeln. Für die Aktionäre ergibt sich damit aktuell eine durchaus interessante Kapitalrendite von immerhin 3,3%.



Die Fielmann-Aktie befindet sich im Qualitäts-Auswahlindex QIX Deutschland. Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden mit einbezogen.

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