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Von Christina Rothfuß
21. November 2022

In Anbetracht wieder stark steigender Corona-Infektionen in China büßt der QIX Deutschland am Montag gut 1,2 % auf 13.790 Punkte ein. Dank Preiserhöhungen peilt Evonik für 2022 ein Umsatzplus auf rund 18,5 Mrd. Euro an, die Aktie notiert dennoch nur mit einem KGV von 10. Trotz anhaltend boomender IT-Geschäfte liegt Bechtle's KGV-Börsenbewertung gegenwärtig nur bei 16.

 

Nach den teils starken Zuwächsen der zurückliegenden Handelswochen gibt am Montag im Qualitäts-Index die Evonik-Aktie erst mal wieder um 2,4 % auf 19,00 Euro nach. Angetrieben wurden die Papiere des Spezialchemie-Anbieters zuletzt vor allem durch ein robustes 3. Quartal sowie der Ankündigung von Einsparungen, um für die erwartete Konjunkturdelle gewappnet zu sein. Zudem hatte das Management jüngst auch einen Zeitplan für die geplanten Veräußerungen von Unternehmensteilen bekannt gegeben, durch die auch die steigenden Energiekosten teils ausglichen werden sollen. Außerdem treibt Evonik trotz schwierigen Umfeldes auch Investitionen in Wachstumsbereiche weiter voran, etwa bei Lipiden für die Pharmaindustrie und bei Biotensiden für Reinigungsmittel. Der Chemie-Zulieferer, der in den attraktiven Bereichen Ernährung, Konsumgüter und Gesundheit bestens aufgestellt ist, war im letzten Quartal zudem in der Lage, höhere variable Kosten an die Kunden weiterzugeben. Wovon der überraschend geringe Rückgang beim EBITDA von nur 5 % zeugte. Mit dem neuen Sparprogramm reagiert Evonik aber nicht nur auf die herausfordernde konjunkturelle Entwicklung, sondern auch auf den erwarteten weiteren Anstieg der Energiepreise. Hier kalkulieren Analysten für 2023 mit rund 1,6 Mrd. Euro. Das wären erneut 300 Mio. Euro mehr als im laufenden Jahr, in dem sich die Kosten für Energie fast verdoppeln werden. Vom operativen Gewinn sollen 2022 bei dem Spezialchemie-Hersteller aber dennoch rund 30 % als freier Finanzmittelzufluss übrig bleiben. Das entspräche einem Cashflow von 750 bis 780 Mio. Euro.

Erreichen will Evonik dies auch mit einem besseren Management der Lagerbestände, was sich schon in den letzten 3 Monaten niederschlug. So steht nach 9 Monaten bei dem Unternehmen bereits ein freier Cashflow von 182 Mio. Euro in den Büchern. Erste Spuren der zunehmend trüben Wirtschaftslage sind allerdings am Horizont schon erkennbar. Schließlich sank der Absatz von Evonik im 3. Quartal in vielen operativen Bereichen. Hierzu zählten neben den Tierfuttermittelgeschäften auch die schwächelnde Sparte Performance Materials. Einen Anstieg des Betriebsergebnisses schaffte nur die Sparte Specialty Additives rund um Zusatzstoffe für Materialien etwa für die Bau- und Autoindustrie sowie für Hersteller von Windkraftanlagen. Aber dank Preiserhöhungen peilt Evonik für 2022 nun sogar bis zu 18,5 Mrd. Euro an Jahresumsatz an, statt 17 bis 18 Mrd. bisher. Dabei lässt der Kostendruck auf der Rohstoffseite derzeit langsam nach, womit der Kunststoff-  und Spezialchemikalienproduzent die Preise zum Schutz der Gewinnmargen nicht mehr so stark anheben müsste. Bis zuletzt war das Zuliefergeschäft von Evonik jedenfalls sehr gewinnträchtig. Davon zeugen die solide Eigenkapitalrendite von 8 % sowie die Nettomarge von 6 %. Auf dem aktuell niedrigen Kursniveau bietet die Aktie zudem eine attraktive Dividendenrendite und eine günstige KGV-Bewertung von 10. Denn geht man für 2022 von einer Ausschüttung von 1,19 Euro aus, dann ergibt sich für Aktionäre eine Rendite von über 6 %.

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden einbezogen.

Einen deutlichen Kursrückgang verbucht am Montag im Qualitäts-Index ungeachtet zuletzt robuster Geschäfte die Aktie von Bechtle. Aktuell notiert sie damit bei 34,90 Euro. Dabei trotzt das IT- und Technologieunternehmen weiterhin den weltweiten Lieferengpässen bei Hardwarekomponenten. Zudem bekräftigte der Vorstand Anfang November erneut die Prognosen. Die seit Beginn des Jahres enttäuschende Kursentwicklung überrascht umso mehr, da Bechtle für das 3. Jahresviertel wiederholt ein Erlösplus von 15 % vorlegen konnte. Schon die Q2-Einnahmen hatten im Vergleich zum Vorjahr um rund 13 % auf etwa 1,4 Mrd. Euro zugelegt. Zuletzt waren dabei vor allen die Auslandsgeschäfte, mit einem auf mittlerweile 37 % der gesamten Umsätze gestiegenen Anteil, ein wichtiger Treiber. Aber auch die weiterhin starke Entwicklung im Online-Shop überzeugte, in dem hauptsächlich Hard- und Software verkauft wird. Aber auch das Kerngeschäft, das im Einrichten und dem Betrieb von IT-Infrastrukturen bei öffentlichen Einrichtungen und Gewerbekunden besteht, lief für Bechtle zuletzt glänzend. Zwar dürften die Anteilseigner mit dem jüngsten Zahlenwerk durchweg zufrieden sein, der fehlende Zündfunkte für den Aktienkurs bleibt aber bislang aus. Zumal der Vorstand die Umsatz- und Margenziele für das Gesamtjahr 2022 betätigte. Diese sehen einen Erlösanstieg von 5 bis 10 % vor. Die Marge des IT-Spezialisten, bezogen auf das Vorsteuerergebnis, soll außerdem auf dem Niveau von 2021 gehalten werden, als sie 6 % betrug.

Aber da Bechtle mit Blick auf die ersten 9 Monate bereits stärker gewachsen ist, könnte die Prognose in Teilen sogar übertroffen werden. Darüber hinaus steht auch noch die langfristige Firmenstrategie „Vision 2030“ im Raum. So will das Qualitätsunternehmen angesichts zunehmender Digitalisierung bis zum Jahr 2030 zum europäischen Marktführer der „IT-Zukunftspartner“ aufsteigen und im Zieljahr eine Umsatzgröße von 10 Mrd. Euro sowie einen operativen Gewinn von 500 Mio. Euro einfahren. Ausgehend vom Bilanzjahr 2021 würde dies bei Bechtle ein jährliches Wachstum von im Schnitt 5 % bei Umsatz und Ergebnis bedeuten. Dennoch hat sich der Aktienkurs auch durch gestiegene Zinsen und Rezessionssorgen seit Beginn des Jahres in etwa halbiert, was natürlich auch eine niedrigere KGV-Bewertung zur Folge hat. Für 2023 liegt das KGV mittlerweile nur noch bei 16, was als Schnäppchenniveaus gesehen werden muss. Zumal die Eigenkapitalquote des IT-Unternehmens mit zuletzt 43 % weiterhin sehr solide ist.

 

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

 

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