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Von TraderFox
05. Oktober 2021

Der QIX Deutschland hat am Dienstag trotz weiter ansteigender Energieträgerpreise einen Erholungsversuch gestartet. Am Nachmittag verbucht er dabei leichte Zugewinne auf 16.690 Punkte. Mit der Transformation des Energie-Geschäfts profitiert E.ON vom Megatrend Klimawandel und dem “Green-Deal“ der EU. Positive Testdaten zu neuem Radio-Diagnostikum und hohe Gewinnmarge führen bei Eckert & Ziegler-Aktie zu KGV-Premiumbewertung.



Relativ stabil zeigte sich in den letzten Tagen im Qualitäts-Index die Aktie von E.ON, die am Dienstag sogar wieder leichte Zuwächse auf aktuell 10,95 Euro erzielt. Der Energieversorger ist in Europa einer der großen innerhalb der Branche, befindet sich aber im strukturellen Wandel. Immerhin will das Unternehmen sein Kerngeschäft ab 2023 atomstromfrei gestalten. E.ON selbst ist aber schon lange kein reiner Stromerzeuger mehr, sondern betreibt in vielen europäischen Ländern vor allem Vertriebsnetze für Strom und Gas und die damit verbundenen Aktivitäten. Und genau diese Netze dürften das Rückgrat für die geplante Energiewende sein. Allerdings hat Kohle als Energieträger für die Stromproduktion in Deutschland im 1.Halbjahr 2021 die Windkraft erstmal wieder vom ersten Platz verdrängt. Da gut 56% der erzeugten Strommenge von 258,9 Mrd. kwh in diesem Zeitraum aus konventionellen Quellen wie Kohle, Erdgas oder Kernenergie stammten. Dennoch wird E.ON mit seinem auf den Megatrend Klimawandel ausgerichteten Infrastruktur-Portfolio in Zukunft operativ von der gegenwärtigen Transformation profitieren. Deshalb wurde das ehemalige Kerngeschäft der konventionellen Energieerzeugung 2016 auch abgespalten und als Uniper-Tochter an der Börse platziert. Zudem spielt der angekündigte “Green-Deal“ der EU, dem Unternehmen als größter Netzwerkbetreiber Europas zusätzlich in die Hände. Dies bestätigte jüngst auch der Vorstand. Natürlich bleibt das Netz das größte Geschäft, sagte der Manager kürzlich gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Immer mehr Menschen würden ihre Ökostromanlagen ans Netz anschließen wollen, betonte er. Heute seien es 1,5 Millionen dezentrale Einspeiser, 2030 dürften es bereits rund 3 bis 3,5 Millionen sein.

Aber auch an der Sparte rund um Kundenlösungen, zu denen Vertrieb, Produkte und Dienstleistungen gehören, will E.ON künftig festhalten, zumal sie profitabel arbeitet. Vor allem Nachhaltigkeit und die laufende Digitalisierung will der Unternehmenschef gruppenweit vorantreiben, und so künftiges Wachstum sicherzustellen. Für 2021 wird vom Management derzeit mit einem operativen Gewinn von 4,4 bis 4,6 Mrd. Euro gerechnet, nach 2,88 Mrd. im Vorjahr. Die Aktie des Netzbetreibers bietet zum aktuellen Kurs auch eine attraktive Dividendenrendite von 4,2%, die dem Durchschnitt der letzten Jahre entspricht. E.ON erzielte zuletzt aber auch eine Eigenkapitalrendite von 21%, und erfüllt damit wichtige Aufnahmekriterien im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Einen deutlichen Kurssprung von über 6% auf 113,10 Euro verzeichnet nach dem jüngsten Abverkauf im Qualitäts-Index am Dienstag die Aktie von Eckert & Ziegler. Das Medizintechnik-Unternehmen zählt mit 176 Mio. Euro an Erlösen zu den weltweit größten Herstellern von radioaktiven Komponenten für medizinische, wissenschaftliche und messtechnische Zwecke. Vorrangig konzentriert sich das Management dabei auf die Entwicklung von schwach radioaktiven Strahlungstechnologien für den Einsatz als Krebs- und Herzheilmittel, wie auch auf die sogenannte nuklearmedizinische Bildgebung. Die Hauptkunden von Eckert & Ziegler sind hierbei in erster Linie international agierende Medizingerätehersteller und Kliniken. Die Aktie des Unternehmens war jedenfalls angesichts des jüngst fulminanten Wachstums eine absolute Kursrakete und hat inzwischen eine Marktkapitalisierung über 2,2 Mrd. Euro erreicht. Immerhin legte sie in den letzten 3 Jahren um fast 1.000% zu, während sich der Gewinn auf jüngst 22,9 Mio. Euro quasi nur verdoppelt hat. Die starken Renditen sind vor allem auch auf die positive Einschätzung vieler Investoren zu der künftig zu erwartenden fundamentalen Geschäftsentwicklung zurückzuführen.

So befindet sich bei Eckert & Ziegler derzeit unter anderem das Radiodiagnostikum Pentixafor in der Testphase, und deren vielversprechenden Daten lassen inzwischen sogar einen möglichen Umsatzwert von bis zu einer Mrd. USD zu. Diese Summe könnte der Spezialist für Strahlentherapie entweder über einen Verkauf oder über eine Lizenzvereinbarung mit einer großen Pharmafirma erzielen. Aber schon jetzt ist die Gruppe mehr als renditestark. Neben den beachtlichen Wachstumsraten liegen die Gewinnmargen bei über 15%. Nur das aktuelle 2022er KGV der Eckert & Ziegler-Aktie von derzeit 70 scheint ein wenig hoch. Dafür holt man sich aber einen aussichtsreichen Medizintechnik-Player ins Depot, dem es dauerhaft gelingen könnte, die eigene Innovationsstärke und Wettbewerbsvorteile zu verteidigen.

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