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Von TraderFox
08. Oktober 2021

Vor dem mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht zeigt sich der QIX Deutschland am Freitag eher zurückhaltend. Der Index liegt dabei am Nachmittag unverändert bei 16.640 Punkten. Deutsche Post rechnet weiterhin mit hohem E-Commerce-Wachstum und dürfte Ende 2021 ein EBIT von mehr als 7 Mrd. Euro einfahren. VERBIO plant mit zugeschnittenen Lösungen rund um Biokraftstoffe die Reduzierung der Treibhausgase im Transportsektor deutlich zu reduzieren.

Erneut angehobene Gewinnaussichten können die Aktie der Deutschen Post im Qualitäts-Index nach dem jüngsten Rekordlauf am Freitag nicht wirklich beflügeln. Folglich liegt sie aktuell mit 1,4% im Minus bei 53,40 Euro. Dabei hatte der Logistikdienstleister dank Online-Boom und guten Frachtgeschäften am Donnerstagabend schon zum vierten Mal in diesem Jahr die Prognose angehoben. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, sei das Management vor dem Hintergrund der hervorragenden Geschäftsentwicklung noch optimistischer für das Gesamtjahr als zuvor. Noch im August ging die Deutsche Post für das weltweite Paket- und Transportgeschäft davon aus, dass das Betriebsergebnis (EBIT) Ende 2021 bei mehr als 7 Mrd. Euro liegen würde. Nun aber heißt es, dass der Mindestwert noch höher liegen dürfte. Wie hoch genau, das will das Unternehmen, aber erst am 4.November mit den Q3-Zahlen verraten. Dabei zählt der Logistiker mit seiner Tochter DHL zu den großen wirtschaftlichen Profiteuren der anhaltenden Corona-Krise. Vor allem auch weil die Menschen weltweit mehr daheim sind und weniger in die Innenstadt zum Shoppen gehen, und stattdessen lieber online bestellen. Die Sendungsmengen im E-Commerce seien unverändert hoch, betonte der Vorstand gestern einmal mehr. Deswegen blicken wir optimistisch auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft, so der Manager. Demnach bereitet sich die Deutsche Post intensiv auf mögliche Rekordmengen in den kommenden Wochen vor und hat vorsorglich zusätzliche Kapazitäten aufgebaut.

Allein in den letzten 3.Quartalen verbuchte der Paketzusteller ein EBIT von 5,76 Mrd. Euro und damit etwa das Doppelte als im Vorjahr (2,9 Mrd. Euro). Und noch im März ging das Management von einem operativen Gewinn für 2021 in Höhe von gut 5,6 Mrd. Euro aus. Für das ehemalige Staatsunternehmen spricht dabei vor allem wie globale agierende Kunden beim Supply-Chain-Management und Lösungen rund um den Onlinehandel unterstützt werden. Letztlich ist die Deutsche Post aber aufgrund ihrer Größe und ihres stark ausgebauten internationalen Netzwerks sehr gut aufgestellt. Angesichts der starken operativen Entwicklung ist die Bewertung der Aktie der Bonner nach dem jüngsten Rückgang mit einem 17er-KGV sowie einem KUV von 0,8 auch noch nicht zu teuer. Mit dem in der Krise so soliden Kerngeschäft und der Eigenkapitalrendite von 21% erfüllt die Deutsche Post letztlich auch wichtige Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Kräftige Kursaufschläge von über 4% konnte gestern im Qualitäts-Index die VERBIO-Aktie verbuchen. Am heutigen Freitag liegt sie aber wieder leicht im Minus bei 55,70 Euro. Ein Grund für das starke Abschneiden der Papiere in den zurückliegenden Monaten sind vor allem die Rekordzahlen, die der Biokraftstoffhersteller jüngst präsentierte. Dementsprechend liegt das Kursplus seit Jahresbeginn bei mittlerweile fast 100%. Und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht zu erwarten. Zumal sich weltweit die Regierungen ambitionierte Ziele zur Reduzierung der Treibhausgase gesetzt haben, und gerade im Transportsektor müsste der CO2-Austoß verringert werden. VERBIO steht dabei als Partner mit passend zugeschnittenen Lösungen rund um Biokraftstoff für die zu erwartende Nachfrage bereit. In den kommenden Jahren ist hier folglich auch mit einem beträchtlichen Gewinnwachstum zu rechnen. Das Unternehmen gilt immerhin als führender Hersteller und Anbieter von Biokraftstoffen und ist zugleich ein Großindustrieller Produzent von Biodiesel, Bioethanol und Biomethan in Europa. Die Kraftstoffe werden direkt an die europäischen Mineralölgesellschaften, freie Tankstellen, Speditionen und Stadtwerke geliefert. Außerdem verkauft VERBIO hochwertiges Pharmaglyzerin an die Konsumgüter- und Kosmetikbranche, was allerdings nur ein Nebengeschäft ist.

Neue Rekordwerte wurden jedenfalls im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/21 (31.Aug.) bei Umsatz (1,02 Mrd. Euro) sowie Gewinn (93. Mio.) erzielt, und auch das Startquartal ist bislang sehr erfreulich verlaufen. Erst letzte Woche kündigte der Bio-Kraftstoffspezialist hohe Investitionen von fast 300 Mio. Euro bis 2023 an. Dem Unternehmen zufolge ist zudem auch der Durchbruch bei Biomethan im Güterverkehr geschafft, was sich letztlich zu einem Megatrend entwickeln dürfte. Derzeit sind in Deutschland immerhin schon 10% der neu zugelassenen Sattelzugmaschinen mit einem Gasmotor ausgerüstet. VERBIO erzielt jedenfalls gute Margen aus dem Geschäft mit Biodiesel und Bioethanol, zuletzt lag die EBIT-Marge bei 13%, die Eigenkapitalrendite bei beachtlichen 18%.

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