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Von TraderFox
10. März 2020

Die Ankündigung eines Hilfspaketes in den USA gegen wirtschaftliche Folgen der sich zuspitzenden Corona-Epidemie hat dem QIX Deutschland am Dienstag wieder Auftrieb verliehen. Nach dem starken Rückschlag am Vortag steigt der Index dabei bis zum Nachmittag um 2,4% auf 11.400 Punkte. Deutsche Post erhöht nach Gewinnplus für 2019 die Dividende, erwartet aber durch die Corona-Krise in den nächsten Monaten unruhiges Fahrwasser. Infineon erhält grünes Licht von den US-Behörden für die geplante Übernahme von Cypress Semiconductor.

Angesichts positiver Zahlen ist am Dienstag im Qualitäts-Index die Aktie der Deutschen Post einer der größten Gewinner. Aktuell klettert das Papier dabei um über 8,0% auf 24,20 Euro. Der Logistikdienstleister hat im abgelaufenen Geschäftsjahr unterm Strich mehr verdient und will daraufhin die Dividende erhöhen. Der Umsatz stieg 2019 um knapp 3% auf 63,3 Mrd. Euro, wie das Unternehmen heute mitteilte. Dagegen legte der Nettogewinn nach dem Einbruch im Vorjahr sogar um gut 26% auf 2,6 Mrd. Euro zu. Folglich hat das Management eine Anhebung der Gewinnausschüttung um 0,10 Euro auf 1,25 Euro angekündigt, und konnte damit die Erwartungen übertreffen. Für die Deutsche Post sieht die Zukunft derzeit aber weit weniger rosig aus. Vor allem die Coronavirus-Krise bekommt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge bisher deutlich bei der Tochter DHL Express und im DHL-Frachtgeschäft bei Transporten hauptsächlich von und nach China zu spüren. Was allein im Monat Februar das Ergebnis um etwa 60 bis 70 Mio. Euro belastete. Der Vorstand der Deutschen Post hatte deshalb schon seine Prognose kassiert, im laufenden Jahr einen operativen Gewinn (EBIT) von mindestens 5 Mrd. Euro einzufahren. Aber auch der jüngst verkündete Produktions-Stopp des eigenen Elektrotransporters Streetscooter, soll laut Unternehmensangaben mit einmaligen Aufwendungen von 300 bis 400 Mio. Euro abgeschrieben werden.

Nach dem kürzlich erfolgten Kursrückgang wird die Aktie der Deutschen Post derweil nur noch mit einem KGV von unter 10 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,4 bewertet. Vor allem im Branchenvergleich ist sie damit durchweg attraktiv. Und dank der Dividendenanhebung ergibt sich mittlerweile sogar eine überdurchschnittlich hohe Rendite von 5,2%. Auch wenn der Konzern zuletzt für sein Kerngeschäft notwendige Umstrukturierungen eingeleitet hat, so lag die Eigenkapitalrendite dennoch bei 15%. Damit entspricht die Aktie wichtigen Aufnahmekriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Kräftige Zugewinne von gut 6,0% kann heute im Qualitäts-Index auch die Infineon-Aktie für sich verbuchen. Aktuell notiert sie damit bei 16,35 Euro. Der Münchner Halbleiterproduzent hat von der US-Aufsichtsbehörde CFIUS die geplante 9 Mrd. USD schwere Übernahme des amerikanischen Wettbewerbers Cypress Semiconductor genehmigt bekommen. Dies gab das Management von Infineon am Dienstag in einem kurzen Statement bekannt. Weiterhin unklar ist diesbezüglich allerdings, ob auch die chinesische Staatliche Verwaltung für Marktregulierung (SAMR) dem Deal zustimmen wird. Dabei hatte sich die US-Wettbewerbsbehörde noch am Donnerstag gegen die Transaktion gestellt. In der Begründung sahen die Beamten immerhin nationale Sicherheitsinteressen der USA durch die Cypress-Übernahme gefährdet, hatten hierzu jedoch keine näheren Details veröffentlicht. Nur Cypress teilte letztlich dazu mit, dass das CFIUS inzwischen keine Einwände mehr gegen die angelaufene Akquisition aus "ungelösten" Gründen der nationalen Sicherheit mehr habe.

Infineon selbst würde mit dem Zukauf des kalifornischen Konkurrenten erstmals in die Top 10 der weltweit größten Halbleiterhersteller aufsteigen, und neben der steigenden Produktion von E-Automobilen zudem auch von anderen globalen Wachstumstrends profitieren. Die Aktionäre indes sehen das erfolgte Gebot aber durchaus skeptisch, und kritisierten zuletzt vor allem den überhöhten Preis von 9 Mrd. USD. Den Anteilseignern zufolge wäre die Übernahme durch Infineon letztlich eine viel zu riskante Wette. Für sie sei dabei unklar, inwieweit sich das Geschäft auch positiv auf die Konzernrendite auswirke. Und das, obwohl der Vorstand die Pläne als wichtigen Baustein sieht, um das Kerngeschäft der Münchner insgesamt auszubauen und das Unternehmen in erster Linie auf dem wichtigen US-Markt voranzubringen.

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