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Von TraderFox
23. April 2021

Ungeachtet guter Konjunkturdaten aus der Eurozone gibt der QIX Deutschland am Freitag nach einer zweitägigen Erholung wieder nach. Folglich liegt der Index am Nachmittag mit 0,8% im Minus bei 15.840 Punkten. Deutsche Börse will ihre Erlöse mit Finanzgeschäften und Zukäufen bis Ende 2023 auf rund 4,3 Mrd. Euro steigern. Software AG gewinnt im Startquartal gut 68 Neukunden und kommt bei seiner Unternehmens-Transformation hin zu Abo-Modellen voran.

Im heutigen durchwachsenen Marktumfeld zeigt sich die Aktie der Deutschen Börse trotz guter Zahlen im Qualitäts-Index kaum verändert bei 146,60 Euro. Allerdings haben sich die Papiere des Börsenplatz- und Finanzdatendienstleisters im letzten halben Jahr ungeachtet der soliden Aussichten nur seitwärts bewegt. Zwar haben die Frankfurter in den zurückliegenden 3 Monaten weniger Abwicklungsgeschäfte verbucht als ein Jahr zuvor. Verantwortlich dafür war aber das starke Ergebnis im 1.Quartal 2020, als die Deutsche Börse von den starken Schwankungen des Corona-Crashs an den Börsen profitiert hatte. Dieser trieb das Handelsvolumen und insbesondere den Absicherungsbedarf von institutionellen Investoren nach oben, der letztlich mit Futures und Optionen über die Termingeschäftstochter Eurex abgewickelt wurde. Aber ungeachtet der jüngsten Quartalsrückgänge bei Umsatz (-7%) und Ergebnis (-12%), den Gegenwind durch die aktuelle volatilitätsarme Marktlage konnte die Deutsche Börse zum Teil aber durch Wachstum in nicht direkt von der Entwicklung an der Börse betroffenen Bereichen und Übernahmen kompensieren. Zudem steht das Management weiterhin zu den Wachstumszielen, die bis 2023 anvisiert werden. Auch wenn Q1 wegen des Covid-19-bedingten außerordentlich starken Vorjahresquartals schwächer ausfiel, befinden wir uns vollumfänglich auf dem Wachstumspfad unserer Mittelfristprognose, sagte in dieser Woche hierzu der Finanzvorstand.

Teil der Plans, der im vergangenen Herbst vorgestellten Strategie "Compass 2023" ist es, die Erlöse des Börsen- und Analysedatenanbieters im laufenden Jahr zunächst auf rund 3,5 Mrd. Euro zu erhöhen, was immerhin ein Plus von knapp 10% wäre. Letztlich ist es aber das große Ziel der Deutschen Börse den Umsatz mit allen Dienstleistungen rund um Finanzanlagegeschäfte und mit Hilfe künftiger Übernahmen dann bis Ende 2023 auf rund 4,3 Mrd. Euro zu steigern. Auch die Marge soll dabei stabil bleiben, immerhin belief sich die Gewinnmarge jüngst noch auf überragende 30%. Und auch die Eigenkapitalrendite des Unternehmens von 17% konnte sich sehen lassen. Schließlich ist die Deutsche Börse auch dank des amtierenden Unternehmenschefs gut aufgestellt, der den Börsenbetreiber zuletzt durch Zukäufe unabhängiger von den Schwankungen an den Aktien- und Derivatemärkten gemacht hat. Die Aktie selbst wird gegenwärtig mit einem 2021er KGV von gut 21 bewertet, und ist damit nicht zu teuer. Mit diesen Kennzahlen entspricht sie auch wichtigen Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Einen deutlichen Kursrückgang verbucht am Freitag im Qualitäts-Index die Aktie der Software AG. Dabei gibt sie aktuell auf 35,75 Euro nach. Unter Druck ist der Software- und Datenbankanbieter dabei vor allem durch den heute veröffentlichten weiteren Umsatzrückgang für das 1.Quartal, der die angestrebte Transformation des Unternehmens und zusätzliche Wachstumsinitiativen offenbar noch nicht deutlich genug aufzeigen. Zwar nimmt die Software AG bei der Umstellung auf Abo-Modelle derzeit einen weiter schrumpfenden Absatz bewusst in Kauf. Dabei kam es im 1.Jahresviertel aber zu einem schmerzlichen Dämpfer bei den Erlösen, den der starke Euro zudem auch noch verschärfte. So schrumpfte der Umsatz zwischen Januar und März um 12% auf 183,1 Mio. Euro, wie das Unternehmen heute mitteilte. Allerdings stellt der Softwarespezialist derzeit sein Geschäftsmodell rund um Datenbanken und Cloudangebote auf Abonnements um, was zunächst hohe Einmaleinnahmen durch Lizenzverkäufe wegfallen lässt, sich aber später unter anderem durch eine stärkere Kundenbindung für das Unternehmen auszahlen soll. Der von der Software AG heute vorgelegte Quartalsumsatz, lag jedoch auch etwas unter den Schätzungen von Experten.

Wir haben im Startquartal gut 68 Neukunden gewonnen, das sind 21% mehr als im Vorjahresquartal, unser Neugeschäft ist also intakt, kommentierte der Finanzvorstand die Entwicklung. Mit der jüngst gestarteten Mittelstandsinitiative sieht er zudem weitere Vertragsabschlüsse auf das Unternehmen zukommen. In Nordamerika haben wir mit unserer Marketingkampagne die Grundsteine gelegt, als unabhängiger Partner der Kunden auf dem wichtigen Markt noch relevanter zu werden, ergänzte der Manager. Beim Auftragseingang schnitt die Software AG im Quartal auch in etwa wie erwartet ab. Dieses Jahr will das Unternehmen ohnehin noch einmal 30 bis 40 Mio. Euro ins künftige Wachstum investieren und nimmt dafür auch einen weiteren Rückgang der operativen Marge in Kauf. Zudem sollen in den Gesprächen rund um Vertragserneuerungen mit Kunden auch weitere Produkte verkauft werden. Dazu könnten auch noch Zukäufe kommen. Dementsprechend sieht sich die Software AG mit ihrer Eigenkapitalquote von 64% derzeit bestens aufgestellt, zumal auch Rückenwind aus dem Makroumfeld kommt, denn die Tendenz zur Digitalisierung wird mit dem Ende der Pandemie nicht aufhören.

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