fb-qix
34
Von TraderFox
11. Februar 2021

Vor dem am heutigen Mittwoch angesetzten Corona-Gipfel fehlt dem QIX Deutschland zunächst frischer Schwung. Dementsprechend liegt der Index am Nachmittag unverändert bei 15.415 Punkten. Deutsche Börse dürfte mit seinen Finanzgeschäften in Anbetracht hoher Corona-bedingter Volatilität und starker Marge (40%) auch im letzten Jahr auf Wachstumskurs geblieben sein. MTU verdient in Pandemie-Zeiten auch mit seiner militärischen Luftfahrtsparte sowie dem Instandhaltungsgeschäft gutes Geld und will ab 2021 wieder wachsen.

Im heutigen Marktumfeld zeigt sich im Qualitäts-Index die Aktie der Deutschen Börse kaum verändert und steht damit aktuell bei 135,00 Euro. Die Papiere des Börsendienstleisters haben sich in den letzten Monaten eher unterdurchschnittlich entwickelt. Dabei dürfte das Unternehmen angesichts der hohen Finanzmarkt-Schwankungen in 2020 so viel erlöst und verdient haben wie noch nie. Heute Abend wird das Management für das abgelaufene und ereignisreiche Börsenjahr jedenfalls die mit Spannung erwartete Bilanz veröffentlichen. Analysten rechnen bei der Deutschen Börse derweil mit durchaus kräftigen Zuwächsen. Dank der zuletzt wieder erhöhten Volatilität an den Aktienmärkten erwarten die Experten einen Umsatzanstieg zum Vorjahr um 8% auf rund 3,2 Mrd. Euro. Der Gewinn sollte demnach auch um 10% auf gut 1,1 Mrd. Euro gestiegen sein. Werden die Erwartungen erfüllt, dann wären dies nach den 2019er Rekordwerten erneut Bestmarken. Profitiert haben die Frankfurter dabei von ihrem Produktportfolio, das die gesamte Prozesskette vom Wertpapier- und Terminhandel über Clearing und Settlement umfasst. Neben dem regen Handel an den Märkten infolge der Corona-Unsicherheiten machten sich bei der Deutschen Börse aber auch die Übernahmen der vergangenen Jahre bemerkbar.

Mit gezielten Zukäufen vor allem außerhalb des eigentlichen Aktien- und Derivategeschäfts will der Vorstand das Unternehmen letztlich noch unabhängiger von den starken Schwankungen an den Märkten machen. So wurde unter anderem im Herbst für 80% der Anteile des US-Stimmrechtsberaters Institutional Shareholder Services (ISS) ein Milliardenbetrag hingelegt. ISS liefert institutionellen Investoren in erster Linie Daten und Dienstleistungen im Bereich Unternehmensführung. Bis zuletzt waren die von der Deutschen Börse angebotenen Finanzgeschäfte für das Unternehmen auch weiterhin sehr rentabel. Immerhin belief sich die Gewinnmarge jüngst noch auf überragende 30%. Und auch die Eigenkapitalrendite von 17% konnte sich sehen lassen. Die Aktie selbst wird gegenwärtig mit einem 2021er KGV von gut 20 bewertet, und ist damit nicht zu teuer. Mit diesen Kennzahlen entspricht sie auch wichtigen Aufnahmekriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Deutliche Abgaben auf aktuell 196,80 Euro verzeichnet am Mittwoch im Qualitäts-Index dagegen die Aktie von MTU Aero Engines. Der Münchener Triebwerksbauer hat nach den herben Produktionskürzungen vieler Flugzeuggesellschaften des letzten Jahres im Zuge der Corona-Krise nun offenbar die operative Talsohle durchschritten. Mit seinem Geschäftsmodell ist MTU zwar nicht nur von Kunden aus der zivilen Luftfahrt abhängig. Das Unternehmen verdient gutes Geld auch mit seiner militärischen Luftfahrtsparte sowie dem Instandhaltungsgeschäft. Und für die größte Sparte, die Zivile Instandhaltung, rechnet der Vorstand in diesem Jahr sogar mit einem Umsatzwachstum von über 20%. In der Instandsetzung habe man selbst im schwierigen Jahr 2020 Neuaufträge von 5 Mrd. Euro akquirieren können, betonte der Manager zuletzt in einem Interview mit der Euro am Sonntag. Das zeige, dass wir mit unserem Geschäftsmodell gut aufgestellt sind. Der Bereich Zivile Instandhaltung macht bei MTU gegenwärtig immerhin rund 58% des Gesamtumsatzes aus. Für die Ersatzteilsparte sowie das Geschäft mit Militärkunden erwartet der Vorstandchef dagegen nur ein leichtes Umsatzwachstum. Zudem verfügt der Triebwerkspezialist weiterhin über ein Auftragspolster von knapp 20 Mrd. Euro.

Die meisten Airlines hätten ihre Aufträge auf der Zeitachse lediglich verschoben, es gab nur vereinzelte Stornierungen, hob der Manager hervor. Dabei war MTU bis zu Beginn der Pandemie im zivilen Luftfahrtgeschäft mit seinen Produkten in allen Schub- und Leistungsklassen stark präsent. Dazu zählten alle Flugzeugtypen, vom kleinen Privatjet über Hubschrauber bis hin zum größten Passagierflugzeug der Welt, dem Airbus A380. Für 2020 wurde jedenfalls der Ausblick erneut bestätigt. Demnach dürfte der Umsatz um 10 bis 13% auf 4 bis 4,2 Mrd. Euro, bei einem deutlich positiven Cashflow, gefallen sein. Genauere Zahlen legt das Unternehmen diesbezüglich dann am 18.Februar vor.

Teilen

TraderFox
TraderFox
Realtime Stock Screening

Die TraderFox GmbH ist eine Tochterfirma von finanzen.net und Axel Springer. Wir erforschen Börsenerfolg und erstellen regelbasierte Portfoliokonzepte zu den besten Anlagestrategien der Börsengeschichte mit dem Ziel den Markt langfristig deutlich zu schlagen.

Unsere Redakteure berichten in den Kategorien Marktberichte Deutschland und Marktberichte International über das aktuelle Börsengeschehen