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Von TraderFox
10. Dezember 2020

Angesichts des heutigen EZB-Sitzungstages zeigt der QIX Deutschland am Donnerstag kaum neue Impulse. Am Nachmittag liegt er dabei folglich unverändert bei 11.170 Punkten. Covestro hebt den Jahresausblick 2020 angesichts immer besser laufender Geschäfte rund um Hartplastik und Schaumstoffen abermals an. Hannover Rück rechnet bei der Vertrags-Erneuerungsrunde zum 01.01. mit teils deutlichen Preissteigerungen aufgrund von Corona- Belastungen.

In Anbetracht höher geschraubter Prognosen schoss am Mittwoch die Covestro-Aktie im Qualitäts-Index nach oben. Und auch heute steht sie mit 1,4% im Plus bei 50,55 Euro und markiert damit ein frisches Jahreshoch. Immerhin hat der Hersteller von Hightech-Polymerwerkstoffen seinen Jahresausblick aufgrund immer besser laufender Geschäfte abermals angehoben. So rechnet das Management für 2020 der jüngsten Meldung zufolge nun mit einem Betriebsgewinn (EBITDA) von 1,44 bis 1,5 Mrd. Euro. Das ist deutlich mehr als die zuletzt in Aussicht gestellten knapp 1,2 Mrd. Euro. Damit würde sich das operative Ergebnis sogar schon wieder in Richtung der Rekordjahre 2017 und 2018 bewegen, als Covestro von Produktionsausfällen der Konkurrenz und einer starken Nachfrage profitiert hatte. Begründet wurde der neue Ausblick von Unternehmensseite mit einer besseren Margenentwicklung im Geschäft mit Vorprodukten für Hart- und Weichschäume (PUR, Polyurethane), die etwa in Autositzen und Stühlen oder auch als Dämmstoffe eingesetzt werden. Bereits im 3.Quartal hatte der Kunststoffproduzent von einer Erholung insbesondere in Asien sowie von Kostensenkungen profitiert. Beigetragen hatten dazu auch eine eher ungewöhnliche Knappheit beim Schaumstoffvorprodukt TDI sowie die höhere Nachfrage nach dem Polycarbonat-Vorprodukt Bisphenol in China. Und auch beim freien operativen Cashflow zeigt sich Covestro optimistischer und rechnet bis zum Jahresende mit 400 bis 550 Mio. Euro, nach bisher nur erwarteten 300 Mio. Euro. Dies dürfte auch etwaige Dividendensorgen entschärfen, hatte sich doch bei Investoren diesbezüglich Verunsicherung aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen durch die Corona-Umstände breit gemacht.

Ungeachtet der wieder besser laufenden Geschäfte rechnet der Vorstand für 2020 aber weiterhin mit einer niedrigeren Mengenentwicklung im Kerngeschäft. Der Rückgang dürfte 5 bis 6% betragen, betonte der Manager. Dabei musste Covestro in den zurückliegenden Monaten vor allem in der Sparte mit Vorprodukten für Hart- und Weichschäume eine schwache Nachfrage aus der Automobilbranche sowie der Möbel- und Holzverarbeitungsindustrie verkraften. Durchstarten wollen die Leverkusener aber mit ihrer CAS-Sparte, die Ende September durch die angekündigte Übernahme des Geschäfts mit nachhaltigen Beschichtungsharzen vom niederländischen Chemiekonzern DSM gestärkt wurde. Das Management hatte hierfür immerhin gut 1,6 Mrd. Euro auf den Tisch gelegt. Die Covestro-Aktie selbst ist aber weiter attraktiv und kommt beim gegenwärtigen Kursniveau neben dem überschaubaren KGV von 15 noch immer auf eine solide Dividendenrendite von 2,7 %.

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden mit einbezogen.

Kaum verändert bei 134,70 Euro zeigt sich am Donnerstag dagegen im Qualitäts-Index die Aktie der Hannover Rück. Das Unternehmen, das im Versicherungsgeschäft mit seinen beiden Sparten, die Schaden- und Personen-Rückversicherung, vor allem das weltweite Rückversicherungs-Spektrum abdeckt, rechnet in der Vertragserneuerungsrunde zum 01.01. 2021 mit teils deutlichen Preissteigerungen. Der Grund dafür sind die Belastungen für Erst- und Rückversicherer, die sich aus der Covid-19-Pandemie, den weiterhin niedrigen Zinsen sowie den Großschäden der vergangenen 3 Jahre ergeben. Unser Geschäftsmodell und unsere Kapitalausstattung seien auf die Bewältigung von Extremszenarien ausgelegt, sagte der Vorstand der Hannover Rück erst im September. Dies erfordere eine hohe Disziplin bei der Preisfindung, da die Profitabilität der Versicherung etwaige Rückgänge aus den Kapitalanlageerträgen noch stärker ausgleichen müsse. Deshalb seien Preiserhöhungen auf der Erst- und Rückversicherungsseite im Januar und darüber hinaus unumgänglich, so der Manager. Derzeit fragen Erstversicherer bei dem Unternehmen neben hochwertigem Rückversicherungsschutz vermehrt auch maßgeschneiderte Lösungen zur Solvenz-Entlastung nach. Hier kommt der Hannover Rück mit ihrer besonders großen Risikotragfähigkeit und dem überdurchschnittlich solidem Rating zum Zuge. Wobei das Risikomanagement in erster Linie aber auf die Erhaltung der bislang starken Finanzkraft ausgerichtet ist. Immerhin lag die Solvenzquote des Rückversicherers Ende September bei 222 %.

Schon bei der zurückliegenden Erneuerungsrunde Anfang 2020 hatte das Management teils deutliche Konditionsverbesserungen und Preissteigerungen durchsetzen können. Insbesondere bei schadenbetroffenen Verträgen waren Prämienerhöhungen im zweistelligen Prozentbereich zu verzeichnen gewesen. Allerdings sind auch diese für die Hannover Rück aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsen noch immer nicht ausreichend, sodass weitere Preiserhöhungen zu notwendig sind. Die Corona-Pandemie wirkt sich dagegen in unterschiedlichen regionalen Ausmaßen auf die weltweiten Rückversicherungsmärkte aus. So wurden von dem Unternehmen bislang größere Schäden durch Betriebsunterbrechungen, bei Warenkrediten und Veranstaltungsausfällen beglichen. Dennoch bleibt die Aktie der Hannover Rück dividendentechnisch interessant. Immerhin wird seit Jahren eine stabile und zugleich stattliche Dividende von zuletzt 5,50 Euro ausgezahlt. Zurzeit bringt diese Gewinnausschüttung immerhin eine stattliche Kapitalrendite von 4,1%.

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