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Von TraderFox
16. Februar 2021

Angesichts des positiv ausgefallenen ZEW-Index kann der QIX Deutschland am Dienstag erneut leichte Zuwächse verbuchen. Am Nachmittag liegt er dabei folglich mit 0,3% im Plus bei 15.685 Punkten. Preissteigerungen und spürbar hohe Nachfrage in den Bereichen Polyurethan und Polycarbonat treiben Kunststoffproduzent Covestro auf Jahreshöchststand. Höhenflug der CTS EVENTIM-Aktie wird von Hoffnungen auf politische Unterstützung für das 2021er Veranstaltungsgeschäft getrieben.

In Anbetracht der zuletzt vermeldeten höheren Nachfrage und Preissteigerungen klettert die Covestro-Aktie am Dienstag im Qualitäts-Index auf ein neues Jahreshoch. Aktuell steht sie dabei mit 0,4% im Plus bei 59,40 Euro. Für den Hersteller von Hightech-Polymerwerkstoffen hat sich nach dem schwierigen und Pandemie-beeinflusstem Halbjahr des Vorjahres die Lage inzwischen wieder entspannt. Immerhin lag das Umsatzminus in den ersten 6 Monaten bei rund 23%, und auch das Ergebnis war von 2,01 auf -0,17 Euro je Aktie regelrecht eingebrochen. In den zurückliegenden Monaten musste Covestro vor allem in der Sparte mit Vorprodukten für Hart- und Weichschäume ein schwaches Auftragsgeschäft aus der Automobilbranche sowie der Möbel- und Holzverarbeitungsindustrie verkraften. Zwar betrugen im 3.Quartal die Umsatzeinbußen noch einmal gut 13%. Dank entsprechender Sparmaßnahmen war der Kunststoffproduzent aber wieder profitabel geworden. Zudem wurde vom Management im Herbst der Ausblick aufgrund immer besser laufender Geschäfte abermals angehoben. Für 2020 wird demnach mit einem EBITDA von knapp 1,47 Mrd. Euro gerechnet, und liegt dabei deutlich über den zuvor anvisierten 1,2 Mrd. Euro. Auch würde sich das operative Ergebnis damit sogar schon wieder in Richtung der Rekordjahre 2017 und 2018 bewegen, als Covestro von Produktionsausfällen der Konkurrenz profitiert hatte. Das Unternehmen begründete die kürzlich erfolgte Anhebung jedenfalls mit Preissteigerungen in den Bereichen Polyurethan und Polycarbonat aufgrund der nachhaltig hohen Nachfrage bei gleichzeitig begrenzten weltweiten Produktionskapazitäten.

Ungeachtet dessen rechnet der Vorstand für das abgelaufene Jahr aber mit einer insgesamt niedrigeren Mengenentwicklung im Kerngeschäft. Den bislang guten Lauf der Aktie hat auch nicht die zuletzt angekündigte Kapitalerhöhung ausgebremst. Über diesen Weg will sich die ehemalige Bayer-Tochter 450 Mio. Euro beschaffen, und so die Übernahme der Sparte für harzbasierte Farben (RFM) des niederländischen Chemiekonzerns Royal DSM für 1,61 Mrd. Euro finanzieren. Covestro erhofft sich mit dem Zukauf allerdings bis 2025 umfassende Synergieeffekte von jährlich 120 Mio. Euro. Analysten bewerten den Schritt durchaus positiv, sehen aber keine Notwendigkeit einer Kapitalerhöhung, da das Unternehmen neben einer geringen Verschuldung derzeit auch über erhebliche Barmittel-Reserven verfügen würde. Das Covestro-Papier ist aber weiterhin moderat bewertet und kommt beim gegenwärtigen Kursniveau neben dem überschaubaren KGV von 18 noch immer auf eine solide Dividendenrendite von 2,1 %.

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden mit einbezogen.

Einer der größten Gewinner der Vorwoche war im Qualitäts-Index die Aktie von CTS EVENTIM, die heute jedoch im Minus bei 54,95 Euro notiert. Ein entscheidender Kurstreiber für die Papiere des Eventveranstalters und Ticketvermarkters war dabei unter anderem die Nachricht, dass eine Gruppe von Unions-Wirtschaftspolitikern bei den versprochenen Corona-Hilfen für Kultur-Events Druck auf Finanzminister Olaf Scholz (SPD) machen würde. Wer den Großevent-Veranstaltern gönnerhaft Hilfen verspreche, aber mehr als 2 Monate später noch nicht einmal ein Konzept vorlegen kann, enttäusche die Hoffnungen einer ganzen Branche, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Joachim Pfeiffer (CDU), der “Deutschen Presse-Agentur“. Für CTS EVENTIM, dessen Erlöse in den ersten 9 Monaten des letzten Jahres im Zuge der Pandemie und den damit praktisch zum Stillstand gebrachten Geschäften um fast 80 % unter dem des Vorjahreszeitraums lagen, gab es vom Bundesfinanzminister im Dezember hierfür Unterstützung. Dabei hatte Olaf Scholz Unternehmen der Event-Branche ermuntert, für die zweite Jahreshälfte 2021 wieder Veranstaltungen zu planen. Zugleich versprach er die Erstattung von anfallenden Kosten, falls sie Corona-bedingt doch abgesagt werden müssten.

Der Finanzminister müsse seinen Worten jetzt endlich Taten folgen lassen, und der Veranstaltungswirtschaft eine Perspektive und ein Minimalmaß an Planungssicherheit bieten. forderte der CDU-Politiker weiter. Dabei war für die Aktie der EVENTIM-Gruppe im November schon die Nachricht über einen potenziellen Corona-Impfstoffkandidaten ein starker Kurstreiber. Vom Management des Ticketanbieters wurden zudem schon im Sommer umfassende Sparmaßnahmen in zweistelliger Millionenhöhe eingeleitet, die für operative Entlastung sorgten. Der derzeitige Höhenflug bei der CTS EVENTIM-Aktie lässt sich aber vor allem damit begründen, dass der Veranstaltungsspezialist, wenn nicht 2021, so doch 2022 wieder die Gewinnlevels von 2019 erreichen könnte. Insbesondere dann, wenn womöglich viele Konzerte und Events wie Festivals nachgeholt werden dürften.

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