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Von TraderFox
27. August 2019

Die Aussicht auf die Wiederaufnahme von Verhandlungsgesprächen im US-chinesischen Handelskrieg hat am Montag dem QIX Deutschland wieder Auftrieb verliehen. Dabei klettert der Index bis zum Nachmittag um 0,4% auf 12.230 Punkte. Continental plant infolge der rückläufigen Autoproduktion weltweit bis zu 9 Werke seiner Powertrain-Sparte zu schließen. Allianz baut sein Brasilien-Geschäft mit dem Kauf der Autoversicherungs-Sparte von Sul America für fast 700 Mio. Euro aus.

Der sich immer stärker abzeichnende Konzernumbau kann am Montag im Qualitäts-Index die Continental-Aktie kräftig beflügeln. Somit steigt sie um 1,6% auf 108,70 Euro. Da der Autozulieferer die derzeit kriselnde Autoindustrie immer deutlicher zu spüren bekommt, plant das Unternehmen, einem Zeitungsbericht zufolge, die Schließung von 9 der weltweit 32 Werke seiner Antriebssparte Powertrain. Auch deutsche Standorte könnten von dem Stellenabbau betroffen sein, berichtete am Freitag die "Hannoversche Allgemeine Zeitung". Conti selbst verwies aber zunächst auf die laufenden Gespräche. Ziel sei es, gemeinsam mit den Arbeitnehmern Lösungen für die Sicherung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit zu finden, betonte ein Sprecher. Erst Anfang August hatte das Management in Anbetracht der schwächelnden Autokonjunktur und eines Gewinneinbruchs angekündigt, Stellen streichen zu wollen. Für die Abspaltung des Powertrain-Geschäfts, die der Reifenhersteller im kommenden Jahr an die Börse bringen will, wurde 2018 vom Conti-Vorstand jedoch eine fünfjährige Beschäftigungssicherung abgegeben. Diese gelte allerdings nur für gesellschaftsrechtliche Veränderungen, heißt es nun von Unternehmensseite. Sonstige Maßnahmen zum Erhalt oder Wiedergewinnung von Wettbewerbsfähigkeit, die etwa auf Grund von sich verändernden Marktbedingungen erfolgen könnten, werden nicht von den Regelungen des Eckpunktepapiers abgedeckt, teilte der Konzern vergangene Woche mit.

Aufgrund der laufenden Umstrukturierung und der weiterhin attraktiven Bewertung hat die Continental-Aktie enormes Erholungspotenzial. Dabei liegt das aktuelle KGV der Qualitätsaktie nur bei niedrigen 9. Und auch die gegenwärtige Dividendenrendite von 3,8% ist keinesfalls zu verachten. Mit der Eigenkapitalquote von 41% und einer starken Eigenkapitalrendite von 19% ist die Gesellschaft außerdem operativ bestens aufgestellt. Die Aktie erfüllt damit wichtigen Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Mit einem deutlichen Kursplus von 1,0% auf 199,30 Euro ist heute auch die Aktie der Allianz zu einem der Gewinner im Qualitäts-Index aufgestiegen. Der Versicherungskonzern steigt mit einer Übernahme in Brasilien zum zweitgrößten Autoversicherer des Landes auf. Die Münchner zahlen dabei insgesamt 3 Mrd. Real (667 Mio. Euro) für das vor allem aus Auto-Policen bestehenden Schaden- und Unfallgeschäft der brasilianischen Sul America, wie beide Unternehmen am Freitag mitteilten. Damit setzt die Allianz im Wesentlichen darauf, dass der bislang wenig erschlossene Markt so stark wächst wie zuletzt. Zurzeit liegt das Unternehmen in Brasilien nur auf Platz 8 in der Autoversicherung, Sul America ist die Nummer 5. Auch der Vorstand sprach von einem großen Schritt bei der strategischen Repositionierung unseres Lateinamerika-Geschäfts. Dabei hat sich der Allianz-Manager schon seit geraumer Zeit das Ziel gesetzt, in möglichst vielen Ländern den Versicherer in eine führende Position zu bringen, oder dort entsprechend auszusteigen. Zuletzt hatte das Management bereits eine Reihe kleine und mittelgroße Versicherungsgeschäfte zugekauft, nachdem sich erneut keine Gelegenheit für eine größere Akquisition ergab.

Allein in diesem Jahr stehen der Konzernführung dafür rund 1,5 Mrd. Euro zur Verfügung. Und mit dem jüngsten Kauf des Schaden- und Unfall-Geschäfts von Legal & General avancierte die Allianz in Großbritannien in der Sachversicherung sogar zur Nummer 2. Derweil kommen in Brasilien mit Sul America umgerechnet 806 Mio. Euro an Beitragseinnahmen zum Konzerngeschäft hinzu, 95% davon in der Autoversicherung. Insgesamt erreichen die Münchner damit dort Prämieneinnahmen in Höhe von gut 1,5 Mrd. Euro und einen Marktanteil von 15% in der Auto-Sparte.

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