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Von Liridona Preniqi
24. Mai 2024

Der QIX Deutschland wird am Freitag von zunehmenden Zinssorgen belastet. Am Nachmittag liegt er demnach mit 0,3 % im Minus bei 16.880 Punkten. E-Health-Unternehmen CompuGroup will in 2024 dank Digitalisierungstrends im Gesundheitswesen der EU erneut um bis zu 6,0 % zulegen, und hebt Dividende auf einen Rekordwert an. Pharmakonzern Merck will US-Laborzulieferer Mirus Bio vom Finanzinvestor KKR für 600,0 Mio. USD übernehmen.

Einer der Tagesgewinner mit 0,5 % Plus ist am Freitag im Qualitäts-Index die CompuGroup Medical-Aktie, die damit bei gegenwärtig 27,65 Euro steht. In dieser Woche hatte das E-Health-Unternehmen auf seiner Hauptversammlung die Dividendenzahlung für 2023 auf 1,00 Euro je Aktie festgelegt. Damit wurde die Ausschüttung im Vergleich zum Vorjahr immerhin verdoppelt. Insgesamt fließen den Aktionären diesbezüglich 51,70 Mio. Euro zu, die zugleich mit einer beachtlichen Kapitalrendite von fast 4,0 % verwöhnt werden. Zudem zeigte sich der Vorstand für die Produktpalette von CompuGroup, die in erster Linie die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreibt, auf der HV für dieses Jahr durchweg zuversichtlich. Die Medizin der Zukunft wird digital, datenbasiert und vernetzt sein, betonte der Manager. Deshalb fokussieren wir uns auf datenbasierte Lösungen, Künstliche Intelligenz, die Analyse medizinischer Daten und den Zugriff in Echtzeit. Hierfür dürfte der IT-Dienstleister, der mit seinen Software-Plattformen mit zu den führenden Anbietern Europas zählt, auch bestens positioniert sein. Zu den Kommunikations-Lösungen von CompuGroup gehören dabei unter anderem Online-Informationsdienste, die einen sicheren Austausch medizinischer Daten sowie internetbasierte Abrechnungs- und Bürodienste für Ärzte ermöglichen. Das Unternehmen verfügt damit über ein starkes und zukunftsträchtiges Geschäftsmodell. Zwar zeigte die Compugroup-Aktie zuletzt eine deutliche Kursschwäche, diese war aber auf den Inflationsdruck und der schwierigen Situation im deutschen Gesundheitssektor ein Stück weit zurückzuführen.

Im vergangenen Jahr hatte Compugroup zudem noch zusätzliche Erlöse durch den Wechsel von Konnektoren für die Telematik-Infrastruktur im Zusammenhang mit der Einführung des E-Rezepts eingefahren, die nun fehlen. Bei dem auf Arztpraxen und Krankenhäuser spezialisierten Softwareanbieter gingen folglich auch im 1. Quartal die Einnahmen um 2,0 % auf 284,6 Mio. Euro zurück. Analysten hatten sich bei der generellen Umsatzentwicklung etwas mehr erhofft. Dennoch waren die ersten 3 Monate bei Compugroup geprägt von der fortschreitenden Digitalisierung des europäischen Gesundheitswesens. Vor allem in zwei der wichtigsten Märkte des IT-Spezialisten nahm der digitale Austausch von Dokumenten stark zu. Und der Anteil wiederkehrender Erlöse stieg sogar erstmals auf 75,0 %. Die Unternehmensführung sprach zudem von einer kontinuierlichen Umsatzrealisierung von Aufträgen im Klinikbereich. Auch wurde von Compugroup die Guidance für 2024, die ein organisches Wachstum von 4,0 bis 6,0 % vorsieht, jüngst bestätigt. Der E-Health-Anbieter war mit seinen stabilen Geschäftsfeldern zuletzt auch renditestark unterwegs, dennoch ist die EBIT-Marge von 6,0 % sowie die Eigenkapitalrendite von 7,0 % weiter ausbaufähig.

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden mit einbezogen.

Leichte Abgaben verzeichnet am Freitag im Qualitäts-Index dagegen die Aktie von Merck, die demnach bei aktuell 166,80 Euro steht. Zwar setzen Investoren derzeit bei dem Pharma- und Spezialchemieanbieter vor allem auf einen “Turnaround“ in den Elektronik- und Life Science-Sparten. Zugleich will Merck sein zuletzt schwächelndes Laborgeschäft mit der Übernahme der US-Firma Mirus Bio ausbauen. Wie das Unternehmen am Mittwoch meldete, biete man 600,0 Mio. USD (550,0 Mio. Euro) dem bisherigen Eigentümer Gamma Biosciences, die zur US-Investmentfirma KKR gehört. Sofern die Behörden grünes Licht geben, solle der Zukauf des Spezialisten für Transfektionsreagenzien aus dem US-Bundesstaat Wisconsin im 3. Quartal abgeschlossen werden. Merck plant mit dem Mirus Bio-Erwerb seine Laborsparte, mit der die Darmstädter derzeit am Markt die Nr. 3 sind, zu stärken. Erst Anfang März hatte die Finanzchefin des Pharma- und Halbleiterzulieferers Pläne für ergänzende Zukäufe einmal mehr bekräftigt. 2023 hatte das Merck-Management hierfür sogar bis zu 20 Mrd. Euro für strategische Akquisitionen in der Hinterhand.

Das Geld sollte aber vorrangig für Ergänzungen im Laborgeschäft und Einlizensierungen von Medikamenten ausgegeben werden, was wiederum dem wachsenden Pharmageschäft von Merck weitere Impulse verleihen soll. Wir schauen uns weiter um, betonte die Finanzchefin jedenfalls in dieser Woche. Dabei hatte das Unternehmen lange während es Corona-Booms von der starken Nachfrage von Impfstoffherstellern und -forschern profitiert. Inzwischen aber schwächelt der Bedarf, besonders aus der Biotechindustrie, da viele Kunden ihre in der Pandemie aufgestockten Lager abbauen. Bei Merck hatte dies wiederum in der Laborsparte in 2023 für stark rückläufige Erlöse gesorgt. Wegen der schwierigen Situation hatte die Unternehmensführung zugleich auch Konsequenzen gezogen, und bis Ende dieses Jahres in Mercks eigentlich robuster Pharmasparte rund 200 Stellen gestrichen.

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

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