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Von Liridona Preniqi
19. Juli 2021

Die wieder zunehmende Furcht vor der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus schickt den QIX Deutschland am Montag auf Talfahrt. Dabei gibt der Index am Nachmittag um 1,9% auf 16.635 Punkte nach. Aufgehellter Konzernausblick von Carl Zeiss Meditec lässt die Aktie nach abgeschlossenem Krisenjahr auf Rekord steigen. Software AG verzeichnet in Q2 im Datenbankgeschäft unerwartet viele Aufträge und bestätigt zudem die Prognose für das Gesamtjahr 2021.

Einen deutlichen Kurssprung verbunden mit einem frischen Jahreshoch konnte am Freitag im Qualitäts-Index die Aktie von Carl Zeiss Meditec hinlegen. Am Montag kommt es jedoch erstmal zu leichten Gewinnmitnahmen auf 171,70 Euro. Bei dem Medizintechnik-Spezialisten läuft nach dem schwierigen Corona-Jahr die Erholung operativ in vollen Zügen. Folglich reihte sich das Management am Freitag ebenfalls in die zunehmende Zahl an Firmen ein, die nach dem starken Lauf der jüngsten Monate ihre Jahresziele anhoben. Im vergangenen Jahresviertel, das für Carl Zeiss Meditec das 3.Geschäftsquartal (bis Ende Juni) war, kletterten die Erlöse vorläufigen Berechnungen zufolge um rund 70% auf gut 431 Mio. Euro. Noch im Vorjahr hatte das Unternehmen, das unter anderem Ausrüstung und Linsen zur Diagnose und Behandlung von Augenkrankheiten sowie Operationsmikroskope herstellt, noch erheblich unter der Virus-Ausbreitung gelitten. Besonders problematisch war dabei, dass wegen Covid-19 weltweit viele Operationen verschoben wurden. Mit der jüngsten Umsatzerholung stieg bei Carl Zeiss Meditec auch das Betriebsergebnis (EBIT) wieder deutlich, und erreichte mit 120,1 Mio. Euro ein Vielfaches des Vorjahreswerts von 9,4 Mio. Euro. Laut Vorstand wirkte sich auch ein günstiger Produktmix mit einem hohen Anteil wiederkehrender Erlöse positiv auf das Ergebnis aus. Hierzu gehören beispielsweise Verbrauchsmaterialien für Laserbehandlung oder auch Implantate bei der Operation des Grauen Star.

Auf Basis der starken Entwicklung erwartet der Medizintechnik-Produzent für das aktuelle Geschäftsjahr bei der Marge jetzt einen Wert von deutlich über dem bisherigen Ziel von etwa 20%. In 2020 waren es nur gut 13,3%. Unterstützung kommt dabei von gegenwärtig niedrigen Vertriebs- und Marketingkosten, da wegen der Pandemie viele Geschäftsreisen wegfallen oder größere Industriemessen online abgehalten werden. Damit könnte Carl Zeiss Meditec das bisherige Umsatzziel von rund 1,6 Mrd. Euro in diesem Jahr auch problemlos überschreiten, was letztlich die gute Performance an der Börse bereits widerspiegelte. Angesichts der jüngsten Kursrally werden die Papiere aber mittlerweile mit einem KGV von über 50 bewertet. Das Jenaer Unternehmen erzielte neben einer hohen Marge in den zurückliegenden 5 Jahren aber eine Eigenkaptalrendite von durchschnittlich 12%. Damit entspricht die Aktie von Carl Zeiss Meditec auch weiterhin wichtigen Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX).

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden mit einbezogen.



Starke Erholungstendenzen in Verbindung mit einem neuen Jahreshöchststand zeigte in den letzten Tagen im Qualitäts-Index auch die Aktie der Software AG. Am Montag steht das Papier aber wieder deutlicher im Minus bei 39,40 Euro. Was den Kurs zuletzt aber antrieb waren Nachrichten, dass der Softwareanbieter im angestammten Datenbankgeschäft im abgelaufenen Quartal viele Buchungen hereingeholt hatte. Der Auftragseingang in der Sparte A&N habe zwischen April und Ende Juni auf etwa 40 Mio. Euro zugelegt und damit währungsbereinigt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 48%, wie das Unternehmen in der Vorwoche auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Das lag dem Management zufolge vor allem an verschobenen Vertragsabschlüssen aus dem 1.Quartal und großen vorgezogenen Abschlüssen. Die Auftragseingänge im von der Software AG erklärten Wachstumsfeld mit Integrationssoftware (DBP) lagen ebenfalls über den Markterwartungen, der Produktumsatz in dem Bereich war sogar um 10% höher ausgefallen. Als Gesamterlöse erwartet der Softwarespezialist für Q2 in etwa 181 Mio. Euro, bei einer EBIT-Marge von rund 27%, und damit deutlich mehr als von Analysten mit knapp 16% veranschlagt.

Auch die Jahresprognose bestätigte das Unternehmen, das derzeit sein Geschäftsmodell rund um Datenbanken und Cloud-Angebote auf Abonnements umstellt, was zunächst hohe Einmaleinnahmen durch Lizenzverkäufe wegfallen lässt, sich aber später unter anderem durch eine stärkere Kundenbindung auszahlen soll. In 2021 will die Software AG deshalb noch einmal 30 bis 40 Mio. Euro ins künftige Wachstum investieren und nimmt dafür auch einen weiteren Rückgang der Umsatzrendite in Kauf. Darüber hinaus plant der IT-Dienstleister in den Gesprächen rund um Vertragserneuerungen mit Kunden weitere Produkte zu verkaufen. Mit einer Eigenkapitalquote von 64% ist die Software AG dabei derzeit auch bestens aufgestellt. Zusätzlicher Rückenwind kommt dazu aus dem makroökonomischen Umfeld, denn die Tendenz zur Digitalisierung wird mit dem Corona-Ende im Unternehmensbereich nicht aufhören.

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