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Von Christina Rothfuß
31. Mai 2022

Der QIX Deutschland wird am Dienstag von wieder steigenden Ölpreisen und EU-Inflationsdaten belastet. Am Nachmittag verbucht er dabei leichte Abgaben auf 14.450 Punkte. Aktie des IT-Dienstleisters CANCOM notiert derzeit laut Analysten mit einem deutlichen Bewertungsabschlag und bietet ein attraktives Chance/Risiko-Verhältnis. Deutsche Post findet dank steigender Frachtraten mit der Luft- und Seefrachtsparte einen neuen Wachstumstreiber und bietet fast 5 % Dividende.

 

Einer der Tagesfavoriten war am Montag im Qualitäts-Index die CANCOM-Aktie, die dabei kräftig um über 3 % anstieg. Heute aber steht sie wieder leicht im Minus bei 37,00 Euro. Profitiert hatten die Papiere des IT-Unternehmens gestern von einer Kaufempfehlung und Kurszielerhöhung auf 50,00 Euro durch das Research- und Beratungshaus Kepler Cheuvreux. Bei CANCOM sei der Bewertungsabschlag gegenüber Bechtle aktuell doppelt so hoch wie im Schnitt der vergangenen 5 Jahre, betonten die Analysten in einer Studie. Dank des erwarteten Ergebniswachstums, der Aktienrückkäufe und Übernahmefantasien sei das Verhältnis zwischen Chancen und Risiken attraktiv. CANCOM selbst hat sich in den letzten Jahren in einem wachstumsstarken IT-Bereich etabliert und unterstützt hierbei seine Firmenkunden sowie den öffentlichen Sektor bei der digitalen Transformation. Wobei das Angebotsspektrum der Münchner dabei von der Konzeption von IT-Infrastrukturen über die Beschaffung von Datenzentren bis hin zur Implementierung von Lösungen zur Prozessautomatisierung reicht. Allein in den letzten 10 Jahren stieg folglich auch der Umsatz der IT-Gruppe mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund auf 12 % auf zuletzt 1,30 Mrd. Euro. Und abgesehen von den Lieferschwierigkeiten bei Hardware-Komponenten läuft es operativ für CANCOM dank anhaltend hoher Nachfrage nach IT-Systemen und entsprechenden Services gegenwärtig eigentlich hervorragend. Dennoch wurde vom Management für die Zeit von Januar bis März ein Rückgang der Gesamterlöse um gut 11 % auf 301 Mio. Euro vermeldet, was den Aktienkurs zuletzt belastete.

Im Projektgeschäft ging der Umsatz wegen Engpässen in der Lieferkette zurück, konnte aber durch das Dienstleistungs- und As a Service-Geschäft kompensiert werden, erklärte der Vorstand die operative Entwicklung. Abgesehen vom daraus resultierenden negativen Cashflow verbesserte sich aber das EBITDA des IT-Beratungshauses im 1. Quartal um über 6,0 % auf 27,2 Mio. Euro. CANCOM rechnet aber für das Gesamtjahr 2022 mit einem deutlichen Wachstum bei Umsatz, Rohertrag und EBITDA, und das, obwohl die Planbarkeit unter anderem wegen der globalen Halbleiterknappheit erschwert wird. Impulse sollen laut Unternehmensführung aber vor allem aus dem Segment Cloud Solutions kommen. Durch die laufende Umstrukturierung inklusive Ausbau des eigenen Cloud-Geschäfts hat die CANCOM-Aktie jedenfalls eine deutliche Höherbewertung verdient. Immerhin ist der IT-Infrastrukturanbieter, der auch Partnerschaften mit den Technologieriesen wie Microsoft, IBM und Apple betreibt, durchaus profitabel und erzielte in den letzten Jahren immer solide Eigenkapitalrenditen, die meist über 10 % lagen. Auch die Eigenkapitalquote von 57 % weist bei CANCOM auf eine solide Bilanz hin. Mit diesen Kennzahlen erfüllt das Papier letztlich wichtige Aufnahmekriterien im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Deutlich gelitten hat im zuletzt schwierigen Marktumfeld im Qualitäts-Index auch die Aktie der Deutschen Post, die heute leicht im Minus bei 38,50 Euro notiert. Dabei gab es bei dem Logistik-Spezialisten unter Anlegern jüngst Wachstumssorgen bezüglich des seit dem Ausbruch der Pandemie boomenden Paketgeschäfts. Dank der Vielzahl an Geschäftsfeldern haben die Bonner aber inzwischen mit der Luft- und Seefrachtsparte einen neuen Wachstumstreiber gefunden. Dabei profitiert die Deutsche Post auch von den Auswirkungen der bis Ende Mai laufenden strengen chinesischen Corona-Lockdowns, die nach wie vor zahlreiche Städte betreffen. Und hier gilt als besonders problematisch die Schließung des Wirtschaftszentrums Shanghai, mit der Behinderung der Abfertigung am weltweit verkehrsreichsten Container-Hafen. Letztlich führten die angespannten Lieferketten dazu, dass Firmen weltweit händeringend Transportkapazitäten suchten. Folglich waren in den letzten Monaten die globalen Frachtraten gerade in der Luft- wie Seefahrt enorm gestiegen. Und die Deutsche Post war angesichts dieser Nachfrage mit ihren internationalen Logistik-Infrastrukturen ein Hauptprofiteur, wie sich in den ersten 3 Monaten des Jahres zeigte.

Während das Unternehmen von Januar bis März tatsächlich einen Rückgang des Paketvolumens in der Sparte Post & Parcel Germany um 19 % verbuchte, war die Tochter DHL Global Forwarding & Freight (DGFF) mit 55 % Umsatzplus und einer EBIT-Verdreifachung auf über 600 Mio. Euro der absolute Gewinner. Damit stieg die DGFF-Sparte dank der zuletzt gestiegenen Frachtraten erstmals auch zum größten Gewinnbringer innerhalb der Logistikgruppe auf. Aber auch die Dienste der Deutschen Post mit dem Namen DHL Supply Chain, die etwa Lagerhaltung anbietet, waren bei vielen global ausgerichteten Firmenkunden im 1. Quartal begehrt. Hier zog der operative Gewinn auch um über 20 % auf 205 Mio. Euro an. Damit dürfte der Transport-Dienstleister auch für längere Zeit auf seinem Wachstumspfad bleiben, und künftige Dividendenzahlungen solide finanzieren. Die derzeitige Kapitalrendite liegt bei der Deutschen Post aufgrund der zuletzt schwachen Kursperformance sogar mit aktuell 4,8 % über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre.

 

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

 

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