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Von Christina Rothfuß
11. August 2022

Nach dem unerwarteten Rückgang der US-Inflation bleiben die Anleger auch am Donnerstag in Kauflaune. Der QIX Deutschland liegt dementsprechend am Nachmittag gut 0,6 % im Plus bei 14.320 Punkten. Brenntag bleibt dank anhaltend starker Nachfrage auch in Q2 auf Wachstumskurs und will Sparziele schon Ende 2022 erreichen. Immobilien-Plattformbetreiber Scout24 erwartet durch robustes Anzeigengeschäft im jüngsten Quartal für dieses Jahr einen Umsatzanstieg von bis zu 15 %.

 

Am Donnerstag ist im Qualitäts-Index, wie schon am Vortag, die Brenntag-Aktie erneut einer der Tagesgewinner. Aktuell zieht sie dabei leicht auf 70,00 Euro an. Von den Tiefs im Juli hat sie damit fast 20 % zugelegt. Und die gestrigen Kurszuwächse kamen nicht von ungefähr. Schließlich hat der Chemikalien-Vertriebshändler dank anhaltend starker Nachfrage und höherer Verkaufspreise mit seinem Q2-Zahlenwerk überzeugen können. Brenntag bleibe auf Wachstumskurs, sagte der Vorstand am Mittwoch. Das habe das Unternehmen im 2. Quartal erneut bewiesen. Das bisherige Sparziel des gruppenweiten Umbaus soll laut Manager zudem schon Ende 2022 erreicht werden und damit ein Jahr früher als geplant. Das brummende Geschäft zeigte sich aber schon von April bis Juni, immerhin kletterten die Erlöse in der Zeit um beachtliche 46 % auf knapp 5,1 Mrd. Euro. Dabei profitierte Brenntag auch vom schwächeren Euro, aber selbst bereinigt um Währungseffekte betrug das Plus noch gut 37 %. Dies ist umso erstaunlicher, machten dem Händler von Industrie- und Spezialchemikalien doch zuletzt vor allem die Herausforderungen in Bezug auf die globalen Lieferketten zu schaffen. Im Tagesgeschäft lief es in beiden wichtigen Bereichen auch besser als erwartet, wobei die Sparte „Specialties“ erneut deutlich stärker zulegte als „Essentials“. Im ersten Geschäftsfeld konzentriert sich Brenntag vor allem auf den Vertrieb von Inhaltsstoffen für ausgewählte Branchen. Im Essentials-Segment vermarktet das Unternehmen hauptsächlich Prozesschemikalien.

Unter dem Strich blieb auch ein Quartalsgewinn von 287,5 Mio. Euro hängen und damit etwas mehr als das Doppelte wie im Vorjahr. Und der positive Trend soll auch im 2. Halbjahr anhalten. Das Unternehmen wäre auch anders als reine Chemieunternehmen von einer deutlichen Gas-Verknappung nur gering betroffen, erläuterte der Vorstand. In diesem Fall könnten alle Standorte weiter voll betreiben werden. Als Distributor wäre Brenntag aber indirekt betroffen, wenn energiesensible Produkte wie etwa Ammoniak und Harnstoff wegen eines Gasmangels in der Produktion der Lieferanten knapp werden würden, betonte der Manager. Im Bedarfsfall könne man aber die Beschaffungsketten flexibel anpassen. So habe Brenntag mit der Präsenz in 78 Länder die Möglichkeit, Materialien von Lieferanten aus anderen Regionen zu beziehen. Zuletzt erzielte der Chemikalien-Spezialist auch eine starke Eigenkapitalrendite von 12 %. Und fundamental bleibt die Aktie mit dem 18-fachen KGV auch weiterhin moderat bewertet. Letztlich notiert Brenntag damit auch zu Recht im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Unter leichtem Abgabedruck steht trotz guter Zahlen am Donnerstag im Qualitäts-Index dagegen die Aktie von Scout24, die dabei auf aktuell 57,75 Euro nachgibt. Dabei sorgte das Kerngeschäft des Online-Immobilienmarktplatzes mit Maklern und der Vertrieb von Mitgliedschaften zuletzt erneut für einen Umsatzsprung. Außerdem entwickelten sich im 2. Geschäftsquartal vor allem Premium-Abos überdurchschnittlich stark. Wie das Management in dieser Woche mitteilte, dürfte die Dynamik trotz aller operativen Schwierigkeiten auch im 2. Halbjahr anhalten. Scout24 hatte immer wieder auf die bislang widerstandskräftige Geschäftsentwicklung hingewiesen. Schon für die ersten 3 Monate verkündete der Vorstand  der Immobilienanzeigen-Plattform mit Plus 15 % einen der stärksten Umsatzanstiege seit Jahren. Der gesamten Branche bereiten derzeit vor allem die zügig steigenden Zinsen sowie die explodierenden Energiekosten einiges an Kopfzerbrechen. Von April bis Juni stiegen aber dennoch die Erlöse des Unternehmens im Vorjahresvergleich um 14 % auf knapp 110 Mio. Euro. Damit bestätigte Scout24 nicht nur die bisherigen Eckdaten, sondern setzt sich mit diesen Zahlen auf von den Wettbewerbern am deutschen Immobilienmarkt ab. Und für das Gesamtjahr 2022 wird letztlich auch ein Umsatzwachstum am oberen Ende der prognostizierten Spanne von 13 bis 15 % gesehen.

Nach wie vor kommt dabei der Löwenanteil der Einnahmen aus dem Geschäftskunden-Bereich. Während hier unter anderem die Vermittlung von Verkaufsmandaten im letzten Quartal ein deutliches Umsatzplus erzielte, profitierte Scout24 in der Privatkunden-Sparte vor allem vom Erlös mit den angebotenen „Plus-Produkten“. Und das Immobilien-Anzeigengeschäft gilt weiterhin als lukrativ und hochprofitabel. Allein im jüngsten Quartal sprang der operative Gewinn (EBITDA) durch Mandate für Vermietungen oder Verkäufe von Privatpersonen um über 50 % auf 15,4 Mio. Euro. Neben einem starken Wachstum im Werbegeschäft machten sich bei Scout24 dabei zudem auch Skaleneffekte bei Plus-Produkten bemerkbar. Die Aktie des führenden Dienstleisters für digitale Immobilienanzeigen in Deutschland hat sich in den vergangenen Monaten an der Börse folglich nicht ganz ohne Grund so stabil gezeigt.

 

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

 

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