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Von Liridona Preniqi
24. Mai 2022

Die anhaltenden Wachstumssorgen belasten den QIX Deutschland ungeachtet der Vortageserholung am Dienstag erneut. Am Nachmittag verbucht der Index dabei Abgaben von 0,8 % auf 14.120 Punkte. Beiersdorf setzt nach starkem Q1-Wachstum zahlreiche Preiserhöhungen durch und bekräftigt trotz China-Lockdowns die Jahresziele. Merck rechnet für alle 3 Sparten trotz zahlreicher operativer Widrigkeiten für 2022 weiterhin mit einem robusten Wachstum zwischen 7 und 10 %.

Sehr robust zeigt sich am Dienstag im Qualitäts-Index erneut die Beiersdorf-Aktie, die dabei um 1,0 % auf gegenwärtig 96,50 Euro anzieht. Die aktuelle Stärke beweist einmal mehr den defensiven Charakter des Papiers, zudem war der Konsumgüterproduzent mit einem soliden Wachstum ins neue Jahr gestartet. Außerdem dürfte die Nachfrage nach gutem Sonnenschutz derzeit wieder ansteigen. Davon sollte Beiersdorf letztlich mit seinen Marken Nivea, Florena und der US-Tochter Coppertone durchweg profitieren. Allerdings stimmte das Management zuletzt Investoren auch auf ein schwieriges 2. Quartal ein. Das Wiederaufflammen der Corona-Pandemie und der strikte Lockdown in Teilen Chinas dürfte das Geschäft mit der margenstarken Luxuspflegemarke La Prairie ebenso belasten wie die Klebstoffsparte tesa, hieß es seitens der Unternehmensführung. Gerade die tesa-Tochter zählt bei technischen Klebebändern, wie sie beispielsweise mit mehr als 130 Bändern in modernen E-Fahrzeugen oder auch neuen Handys verbaut werden, zu einem wichtigen globalen Player. Zum Einsatz kommen die Klebstoff-Produkte von Beiersdorf aber nicht nur im Elektronik- und Automobilbereich sondern verstärkt auch in der Bauindustrie sowie der Papier- und Pharmabranche. Was Anleger aber jüngst ebenfalls positiv aufgenommen haben, waren die von dem Unternehmen bereits ergriffenen Maßnahmen, um den derzeitigen Kostendruck abzumildern. So setzten die Hamburger in den letzten Wochen zahlreiche Preiserhöhungen durch, weitere sollen folgen. Zudem wird das Investitionsprogramm des Nivea-Herstellers, das insbesondere auf die Ankurbelung des Wachstums in der Hautpflege abzielt, unvermindert fortgesetzt.

Beiersdorf rechnet für 2022 dabei insbesondere im Konsumentengeschäft trotz erheblicher Risiken im Zusammenhang mit den China-Lockdowns mit einer leichten Steigerung der Profitabilität. Im 2. Halbjahr soll sich die Situation auch wieder entspannen. Dementsprechend wird mit Blick auf den Jahresumsatz weiterhin mit einem Plus im mittleren einstelligen Prozentbereich gerechnet. In den ersten 3 Monaten war vor allem die Konsumentensparte von Beiersdorf stark gewachsen und hatte die Erlöse um über 15 % gesteigert. Getrieben wurde das Wachstum von Eucerin, der medizinischen Hautpflegemarke, die deutlich stärker als der Markt zulegen konnte. Aber auch Nivea konnte dabei erneut Marktanteile über alle Regionen hinweg gewinnen. Die Aktie jedenfalls weist bei Bewertungskennziffern derzeit weiterhin erhebliche Abschläge gegenüber Vergleichsunternehmen wie L'Oreal auf. Dabei glänzt Beiersdorf operativ schon seit Jahren neben soliden Margen auch mit einer Eigenkapitalrendite von 10 %. Daneben verfügt das Unternehmen mit einer Eigenkapitalquote von 61 % auch über eine gesunde Bilanz. Damit entspricht das Papier wichtigen Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Angesichts solider Perspektiven gehörte in den zurückliegenden Wochen im Qualitäts-Index auch die Aktie von Merck zu den relativ stabilen Werten. Am Dienstag liegt sie allerdings kaum verändert bei 176,50 Euro. Unterstützt wurden die Papiere zuletzt vor allem von den Nachrichten, dass die Geschäfte des Spezialchemieanbieters trotz nachlassender Konjunktur unverändert brummen. In den zurückliegenden 3 Monaten verzeichnete das Laborgeschäft des Unternehmens sogar erneut ein Rekordquartal, obwohl der Schub durch die Corona-Pandemie dort inzwischen nachlässt. Und auch in der Pharma- und Halbleitersparte wuchsen zuletzt die Erlöse kräftig. Merck sei vielversprechend in das Jahr gestartet, betonte letztlich die Vorstandschefin. Dabei hat das Darmstädter Unternehmen durch die Pandemie-Umstände 2 überaus erfolgreiche Jahre hinter sich, in denen vor allem das Laborzuliefergeschäft von der starken Nachfrage von Impfstoffforschern und -herstellern profitierte. Merck beliefert dabei unter anderem die Mainzer Firma Biontech mit Lipiden für deren Corona-Vakzin. Der Pandemie-Bonus lässt derzeit jedoch nach. Dafür steigt gegenwärtig aber die Nachfrage im Kerngeschäft des Unternehmens wieder. Allein im 1. Quartal kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 12 % auf knapp 5,2 Mrd. Euro.

Der Pharma- und Halbleiterspezialist schlug sich damit in einem von Unsicherheit geprägten wirtschaftlichen Umfeld sehr gut. Und dies, obwohl die Lockdowns in China auch einige Konzernstandorte stärker treffen. Immerhin ist China für Merck der weltweit zweitgrößte Markt. Das Unternehmen geht jedoch davon aus, verzögerte Lieferungen in den kommenden Quartalen nachholen zu können. Merck steuere durch die Situation aus einer "Position der Stärke" heraus, erklärte jüngst die Unternehmenschefin. Unsere Systeme sind so flexibel, dass wir uns jederzeit anpassen können. Auch ein mögliches Gasembargo gegen Russland hält die Führung für verkraftbar, schließlich arbeitet das Management bereits seit längerem an einem Notfallplan. Nach den Rekordzuwächsen in 2021, die neben dem boomenden Laborgeschäft auch von der Pharmasparte und dem Elektronikgeschäft mit Halbleitermaterialien getragen wurden, soll im laufenden Jahr eine Umsatzgröße von 21,6 bis 22,8 Mrd. Euro erreicht werden. Für Merck wäre dies angesichts zahlreicher operativer Widrigkeiten immerhin ein robustes Wachstum zwischen 7 und 10 %.

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

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