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Von Liridona Preniqi
20. Juni 2024

Der QIX Deutschland notiert am Donnerstag angesichts der heutigen Zinssignale aus Großbritannien und der Schweiz mit 0,4 % im Plus bei 16.330 Punkten. Beiersdorf bekräftigt erneut mittelfristige Wachstums- und Margenziele und will sein Produktportfolio in 2024 und 2025 noch mehr auf Wachstumsregionen wie China und Indien ausrichten. E-Health-Anbieter CompuGroup will AmbulApps kaufen und dessen innovativen Anamnesetools integrieren.

 

Mit einem leichten Plus bei 140,30 Euro zeigt sich im Qualitäts-Index am Donnerstag die Beiersdorf-Aktie nach den jüngsten Abgaben wieder auf Erholungskurs. Noch am Dienstag waren die Anteilsscheine des Konsumgüterunternehmens angesichts von “nur“ bestätigten Mittelfristzielen unter Druck geraten. Dabei will Beiersdorf das Wachstum in der Hautpflegesparte künftig noch stärker vorantreiben. Und das Konsumentengeschäft, zu dem die weltweit beliebten Marken NIVEA und Eucerin gehören, soll mittelfristig sogar organisch schneller zulegen als der Gesamtmarkt. Dies hatte das Management jedenfalls am Dienstag auf einem Investorentag verkündet. Zwar soll die EBIT-Marge im Konsumentenbereich bei Beiersdorf in den kommenden Jahren um jährlich 0,5 % steigen. Anleger hat sich hier aber wohl mehr erhofft, und die Aktie entsprechend verkauft. 2023 hatte der Hautpflegespezialist in der Sparte eine Umsatzrendite von 12,9 % erzielt, nach 12,3 % im Vorjahr, was die Papiere an der Börse jüngst sogar auf einen Rekordstand getrieben hat. Allerdings wurden die Margenziele von der Unternehmensführung schon vor 2 Jahren kommuniziert. Zukünftig will Beiersdorf sogar weitere Wachstumsfelder erschließen, um die globale Produktpräsenz weiter auszubauen. In den Jahren 2024 und 2025 werde sich das Unternehmen mit verschiedenen Marken seines Produktportfolios vor allem auf die Regionen Indien, China, Nigeria und die USA konzentrieren, hieß es. Von den Aussichten zeigten sich jedenfalls auch Analysten enttäuscht, da die mittelfristigen Ziele lediglich wiederholt worden seien.

Beiersdorf setzte aber im April mit den zuletzt starken Q1-Zahlen auch gleich die Messlatte für 2024 etwas höher. Demnach dürften die Hamburger bis Ende Dezember eine Wachstumsrate von 6,0 bis 8,0 % erreichen, bei einer leicht höheren operativen Marge von 13,4 %. Investoren verwiesen allerdings am Dienstag darauf, das der NIVEA- und tesa-Produzent damit lediglich die Konkurrenz übertreffen will, was nicht ausreichen dürfte, um den Aktienkurs nach seiner langen Kursrally zu stützen. Aktuell wird Beiersdorf trotz aller Qualitätskennzahlen und langfristig soliden Aussichten schon mit einem 2024er-Premium-KGV von 34 bewertet. Geholfen hatte zuletzt zwar die operative Trendwende in der Luxussparte von Beiersdorf rund um die Marken La Prairie und Chantecaille. Dem stehen aber noch immer die anhaltenden Umsatzrückgänge im Klebstoffgeschäft gegenüber. Schließlich war der Absatz mit Klebstoffmitteln der Marke tesa für Elektronikanwendungen wie etwa Smartphones in den ersten 3 Monaten in Asien und Nordamerika erneut rückläufig. Beiersdorf will aber mit dem kriselnden Teil des Konsumgeschäftes, das unter anderem auch die Autoindustrie beliefert, in der 2. Hälfte des Jahres wieder zu Wachstum zurückkehren, was auch bei der Marge zu spüren sein dürfte.



Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden mit einbezogen.



Am Donnerstag kann im Qualitäts-Index auch die CompuGroup Medical-Aktie leicht auf aktuell 24,80 Euro zulegen. Dabei hatte der E-Health-Anbieter in dieser Woche einen weiteren strategischen Zukauf angekündigt. Demnach plant CompuGroup den deutschen Spezialisten für digitale Anamnesetools, AmbulApps, zu übernehmen. Mit den Software-Anwendungen der künftigen Unternehmenstochter lassen sich vor allem Patientendaten organisieren, digitalisieren und entsprechend strukturieren. Die Lösungen von AmbulApps sollen letztlich nicht nur in das eigene Portfolio integriert, sondern auch weiter ausgebaut werden. Für CompuGroup ist der Softwareanbieter auch deshalb so interessant, da die entwickelten Anwendungen neben der digitalen Patientenaufklärung, auch die Anamnese im Wartezimmer sowie bei Hausbesuchen umfassen. Außerdem können sie bei der Erstellung von Therapieplänen oder bei der Dokumentation von Eingriffen helfen. AmbulApps langjährige Erfahrungen im Umfeld von Arzt-, Klinik- und Dokumentenmanagement-Software sowie das große Netzwerk dürften ebenfalls für reichliche Pluspunkte sorgen. CompuGroup gilt zwar mit seinen Software-Plattformen bereits zu den führenden E-Health-Unternehmen Europas, mit der neuen Tochter dürfte die Marktposition aber noch ausgebaut werden.

Zumal der IT-Dienstleister den Anspruch hat, seinen Kundinnen und Kunden im Gesundheitswesen innovative Technologien zur Verfügung zu stellen. Die Expertise von AmbulApps in der digitalen Anamnese ist eine wertvolle Ergänzung und wird in unser bestehendes Angebot integriert, kommentierte der Vorstand von CompuGroup die Übernahmepläne. Und auch der Geschäftsführer von AmbulApps sieht in der Akquisition durch Compugroup viel Positives. Damit können wir die Technologie von AmbulApps einem noch größeren Kundenkreis zur Verfügung stellen und noch umfassender weiterentwickeln, so der Manager. Die ersten 3 Monate des Jahres waren bei Compugroup jedenfalls auch weiterhin stark von der fortschreitenden Digitalisierung des europäischen Gesundheitswesens geprägt. Vor allem in zwei der wichtigsten Märkte des IT-Spezialisten nahm der Austausch digitaler Dokumente deutlich zu. Und der Anteil wiederkehrender Erlöse stieg sogar erstmals auf 75,0 %.

 

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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