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Von TraderFox
19. Oktober 2018

Die weiter anziehenden US-Anleiherenditen und das schwächere Wachstum in China drücken beim QIX Deutschland heute auf die Stimmung. Dabei gibt der Index erneut leicht nach und notiert am Nachmittag bei 12.895 Punkten. Beiersdorf kündigt dank des diesjährigen Jahrhundertsommers und dem passenden Kosmetiksortiment starke Zahlen an. Bayer muss nach der Übernahme von Monsanto sparen und prüft deshalb Ausgliederungspläne im Forschungssektor.

Mit einem leichten Plus auf 92,90 Euro präsentiert sich heute im Qualitäts-Index die Beiersdorf-Aktie als einer der Gewinner. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Aktie vor Zahlen zum 3.Quartal auf "Overweight" belassen. Sie rechnen mit durchwachsenen Resultaten der Konsumgüterhersteller, wobei der Fokus auf der Preisentwicklung in den Industrieländern sowie der Luxusgüter- und Nahrungsmittelnachfrage aus China liege, schrieben die Analysten in einer Branchenstudie. Hinweise auf höhere Preise könnten zum Jahresende hin zu einer breiteren Sektor-Rally führen. Beiersdorf dürfte im Konsumgütergeschäft an die zuletzt gute Entwicklung anknüpfen, wogegen sich das Klebstoffgeschäft abgeschwächt haben dürfte.

Der Hamburger Konsumgüterproduzent war dank seiner innovativen und umfangreichen Produktpalette einer der Hauptprofiteure des langen und von immer neuen Hitzerekorden geprägten Sommers. Während einige Unternehmen dabei zum Teil deutliche Umsatzeinbrüche und damit Gewinnwarnungen vermelden mussten, dürfte Beiersdorf zumindest mit einem lächelnden Auge auf die heißen Temperaturen zurückblicken. Vor allem die Geschäfte rund um Sonnencremes, Deodorants und Luxuskosmetik liefen den Wetterbedingungen entsprechend prächtig. Alleine in Deutschland stieg der Umsatz mit Sonnenschutzmitteln branchenweit um 20 bis 30%, sagte jüngst der Vorstand und gab damit einen kleinen Vorgeschmack auf die kommenden Geschäftszahlen. In der wichtigen Konsumsparte konnte Beiersdorf schon in der 1.Jahreshälfte beim Umsatz organisch um 7% wachsen. Alleine die immer besser laufende Luxusmarke La Prairie legte dabei einen Umsatzsprung von 56% hin. Auch die etablierten Nivea-Markenprodukte konnten ein Umsatzplus von 3,5% verbuchen. Der Konzernchef erklärte diese positive Entwicklung letztlich damit, dass die einzelnen Marken unabhängig voneinander agieren können. Zudem verlieh die Nachfrage besonders aus der asiatischen Elektro- und Halbleiterindustrie nach Klebstoffen der Tochter Tesa zusätzliche Dynamik. Die Beiersdorf-Sparte legte in den ersten 6 Monaten beim organischen Umsatz immerhin zweistellig zu. Dank der außerordentlich guten Entwicklung hatte das Management letztlich auch die Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben. Demnach soll das Umsatzwachstum bei etwa 5% liegen, die Umsatzmarge dagegen wird unverändert auf Vorjahresniveau erwartet.

Beiersdorf als Qualitätsunternehmen erzielt schon seit etlichen Jahren operativ neben der soliden EBIT-Marge von 15% auch eine beachtliche Eigenkapitalrendite. Derzeit liegt sie bei 16%. Zudem verfügt der Kosmetikhersteller mit einer Eigenkapitalquote von 62% über eine kerngesunde Bilanz. In den zurückliegenden 5 Jahren ist das Unternehmen im Schnitt mit beiden Sparten um 3% gewachsen. Das durchschnittliche Gewinnwachstum in dieser Zeit lag bei über 9%. Mit diesen Wachstumszahlen entspricht die Aktie wichtigen Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Leichte Abgaben dagegen zeigt heute im Qualitäts-Index die Bayer-Aktie. Derzeit notiert sie damit bei 78,10 Euro. Der Saatgut- und Pharmahersteller erwägt offenbar eine Auslagerung von Pharmaforschungsaktivitäten. Der Vorstand habe Ende September auf einer Betriebsversammlung über das schwächer werdende Wachstum des Pharmageschäfts gesprochen und Gedanken geäußert, dass Ausgaben für die Forschung nach außen verlagert werden könnten, erklärte der Bayer-Gesamtbetriebsrat in einem veröffentlichen Infobrief. Schon seit Jahresbeginn überprüft der Konzern weltweit alle Pharma-Standorte für Forschung und Entwicklung unter dem Projektnamen “Super Bowl“. Erst im September hatte die Nachrichtenagentur Reuters von einem Insider erfahren, dass Stellenkürzungen, die Verlagerung von Arbeitsplätzen oder auch die Auslagerung von Medikamententests möglich seien. Es werde kräftige Veränderungen bei Bayer geben. Erste Ergebnisse der Überprüfung seien im November zu erwarten. Auch der Betriebsratschef erwartet vom Vorstand weitere Erklärungen. Der Vorstand müsse klarstellen, welche Folgen die mit der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto angekündigten Einsparungen für die Beschäftigten hätten, forderte er. Bayer selbst hatte jährliche Beiträge ab 2022 zum bereinigten Ergebnis (EBITDA) von 1,2 Mrd. USD durch Synergien in Aussicht gestellt. Ein Konzern-Sprecher erklärte dazu, der Vorstand habe sich bei der Veranstaltung auf bereits geäußerte Absichten bezogen, künftig verstärkt auf externe Kooperationen setzen zu wollen. Konkrete Beschlüsse seien aber noch nicht gefasst worden.

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