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Von TraderFox
12. August 2020

Der QIX Deutschland zeigt sich am Mittwoch angesichts der noch immer fehlenden Einigung in der US-Politik auf ein weiteres Corona-Konjunkturprogramm so gut wie unverändert. Am Nachmittag verbucht er dabei leichte Abgaben auf 13.375 Punkte. IT-Anbieter Bechtle verdient während der Covid-19-Krise mit Gewinnzuwächsen von über 4% unerwartet viel. United Internet wird fürs Jahr dank 1&1 Drillisch zuversichtlicher und bleibt mit einem KGV von 16 unterbewertet.

Trotz guter Zahlen gibt im Qualitäts-Index am Mittwoch die Bechtle-Aktie unerwartet deutlich nach. Aktuell notiert sie damit bei 161,70 Euro. Das Technologieunternehmen profitiert ungeachtet der anhaltenden Corona-Umstände weiterhin von der Nachfrage nach IT-Infrastruktur und entsprechenden Dienstleistungen. Zwar spürten die Baden Würtenberger gerade im Onlinegeschäft mit Produkten wie Netzwerkgeräten, Laptops und anderem IT-Bedarf die Kaufzurückhaltung von Kunden zuletzt deutlich. Beim Management von IT-Systemen in Firmen und Behörden vor allem in Österreich und der Schweiz konnte Bechtle aber weiter punkten. Insbesondere die Ausstattung von Homeoffices und technische Lösungen rund um die Umsetzung virtueller Formen der Zusammenarbeit waren erneut Schwerpunkte des jüngsten Quartals. Letztlich sei der Umsatz von April bis Juni um 3,9% auf 1,31 Mrd. Euro gesteigert worden, wie das Unternehmen heute mitteilte. Unter dem Strich lag der Gewinn mit 40,8 Mio. Euro ebenfalls gut 4,1 % über dem Vorjahreswert. Die Pandemie hat einmal mehr den hohen Stellenwert der Informationstechnologie gezeigt, betonte der Bechtle-Vorstand zugleich. Nach wie vor geht das Management auch davon aus, dass sich die Rahmenbedingungen für das Unternehmen im Verlauf des weiteren Jahres wieder normalisieren dürften.

Der IT-Dienstleister will dementsprechend bei Umsatz und Vorsteuerergebnis in 2020 weiterhin um mehr als 5% zulegen. Und auch die mittel- bis langfristigen Wachstumsaussichten sind, angesichts der stetigen Nachfrage nach dem Hard- und Softwaresortiment der unternehmenseigenen E-Commerce Plattformen, mit dem Kunden ihre Digitalisierung vorantreiben, nach wie vor intakt. Bechtle wird damit letztlich auch zu Recht als Qualitätsunternehmen bezeichnet. Für den Erfolg des Unternehmens ist dabei aber neben der hohen Eigenkapitalquote von 43% auch die durchaus solide Eigenkapitalrendite von 17% einer der bedeutendsten Treiber. Und mit diesen Kennzahlen erfüllt die Aktie zudem wichtige Aufnahmekriterien im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.



Mit einem deutlichen Kursplus von zeitweise über 2% war am Mittwoch im Qualitäts-Index die United Internet-Aktie anfangs einer der größten Gewinner. Aktuell gibt sie aber wieder einen Teil davon ab und steht bei 40,90 Euro. Überraschenderweise hat der Internet- und Mobilfunkanbieter vor dem Hintergrund des bisherigen Geschäftsverlaufs heute seine Jahresprognose konkretisiert, und damit seine Anleger erfreut. Es werde nun ein Umsatzwachstum von rund 4% erwartet, gab das Unternehmen dazu bekannt. Bisher wurde nur damit gerechnet, in etwa das Vorjahresniveau von 5,194 Mrd. Euro halten zu können. Bei der Tochter 1&1 Drillisch, unter deren Dach auch die Mobilfunkmarken Yourfone und Smartmobil laufen, dürfte der Umsatz aus Mobilfunkdienstleistungen aufs Jahr gesehen um 2 bis 3% steigen, hieß es weiter. Inklusive der üblicherweise stärker schwankenden Erlöse mit unter anderem Smartphones und Tablets könnte die Unternehmenssparte sogar auf 3,67 Mrd. Euro um rund 4% zulegen. United Internet selbst machte allerdings zum Geschäft des abgelaufenen Quartals noch keine näheren Angaben, begründete die besseren Aussichten aber mit der bisherigen Entwicklung.

Der Telekommunikations-Dienstleister will für sich und seine Tochter erst am Donnerstag (13. August) die Zahlen zum 2.Quartal vorlegen. Aber ungeachtet des Corona-Ausbruchs und Milliardenkosten für den angekündigten Ausbau der 5G-Infrastruktur war das Unternehmen bereits ordentlich in das Jahr 2020 gestartet. Von Januar bis März konnte dank gut laufender Service-Geschäfte bei 1&1 Drillisch der Umsatz um beachtliche 4% auf 1,33 Mrd. Euro gesteigert werden. Und auch die Zahl der Neukunden erhöhte sich bei United Internet um knapp 170.000 auf nunmehr rund 25 Millionen. Die Aktie wird aber selbst nach dem jüngsten Anstieg weiter nur mit einem KGV von 16 und einem KUV von 1,3 bewertet, was für eine innovative Wachstumsfirma einfach viel zu niedrig ist.

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