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Von TraderFox
05. August 2019

Zum Wochenstart drückt vor allem die sich abzeichnende Zuspitzung des Zollkonflikts zwischen China und den USA den QIX Deutschland ins Minus. Demnach gibt der Index bis zum Nachmittag um 1,7% auf 12.240 Punkte nach. Allianz visiert dank derzeit starker Lebens- und Krankenversicherungs-Geschäfte weiterhin fast 12 Mrd. Euro an operativem Gewinn bis Ende des Jahres an. Daimler führt die aktuelle und 28 Mio. Euro schwere Finanzierungsrunde des Autohändler-Start-ups Carwow an und will damit das Plattform-Wachstum beschleunigen.

Relativ robust zeigt sich heute im Qualitäts-Index die Aktie der Allianz. Aktuell notiert sie dabei leicht im Minus bei 202,90 Euro. Die US-Bank JPMorgan hat nach den jüngsten Zahlen die Einstufung für die Papiere auf "Overweight" mit einem Kursziel von 223 Euro belassen. Die Resultate des Versicherers für das 2.Quartal seien durchwachsen gewesen, schrieben die Analysten in einer Studie. Der operative Gewinn habe leicht über den Erwartungen gelegen, die Kapitalausstattung gemäß Solvency II ein wenig darunter.

Derzeit steuert die Allianz für das laufende Geschäftsjahr auf einen erneuten Rekordgewinn zu. Dabei hatte sich der Vorstand nach einem operativen Gewinn von 11,5 Mrd. im Vorjahr bis Ende 2019 eine Bandbreite von 11 bis 12 Mrd. Euro vorgenommen. Und bereits nach 6 Monaten haben die Münchner mit 6,1 Mrd. schon mehr als die Hälfte davon in der Tasche. Letztlich lief es im 2.Quartal vor allem in der Lebens- und Krankenversicherung besser als gedacht. Dort setzt die Allianz in Anbetracht der Dauer-Niedrigzinsen erfolgreich auf Policen, die deutlich weniger Kapital binden als früher. Folglich kletterte der Quartalsumsatz, also die Summe aus Versicherungs-Prämien und Fonds-Gebühren um 6% auf 33,2 Mrd. Euro. Zugleich schnellte der Nettogewinn dank einer niedrigeren Steuerquote um 13% auf 2,1 Mrd. Euro hoch. Dagegen bröckelte die Solvenzquote des Versicherers von 218% im März wegen der niedrigen Zinsen bis Ende Juni leicht auf 213% ab.

Auch stellte der Finanzvorstand der Allianz eine höhere Dividende in Aussicht. Sie dürfte sogar noch stärker steigen als der Gewinn, weil durch den jüngsten, vor kurzem abgeschlossenen Aktienrückkauf die Zahl der Aktien zurückgegangen sei. Damit bleibt für die Aktionäre deutlich mehr Gewinn je Aktie übrig. Für 2018 jedenfalls hatte der Konzern erst im Mai insgesamt 9,00 Euro ausgeschüttet. Ein mögliches weiteres Rückkaufprogramm komme dem Manager zufolge aber erst Anfang 2020 wieder auf die Tagesordnung. Der Vorstand prüfe erst einmal, ob er das Geld nicht besser für Zukäufe ausgeben könne, betonte der Finanzchef. Weil die Einnahmen wegen der niedrigen Zinsen bröckeln, versucht die Allianz weiterhin mit Zukäufen zu wachsen. Dabei führen die Münchner derzeit etwa in Spanien und Brasilien intensive Übernahmegespräche.

Trotz des heutigen Kursrückgangs wird die Allianz-Aktie derzeit nur mit einem KGV von 11 bewertet. Letztlich ist sie damit nicht nur im Branchenvergleich unterbewertet, sondern zählt auch unter den Werten im Qualitätsaktien-Index mit zu den günstigsten Papieren. Dazu überzeugt neben dem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,7 auch die nach wie vor hohe Dividendenrendite von 4,4%. Die Allianz überzeugt dabei vor allem auch mit seiner langfristigen Ausschüttungspolitik. Alle Anteilseigner wurden dabei in den zurückliegenden 10 Jahren mit einer Rendite von im Schnitt 4,7% verwöhnt. Damit erfüllt die Aktie wichtigen Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Deutlicher im Minus bei 44,00 Euro befindet sich heute im Qualitäts-Index dagegen die Daimler-Aktie. Der Mercedes-Hersteller will viel Geld in die Autokauf-Website Carwow investieren. Wie heute bekannt wurde, führen die Stuttgarter die jüngste und 28 Mio. Euro schwere Finanzierungsrunde des Start-ups an. Das britische Unternehmen will mit den frischen Mitteln vor allem sein Geschäft in den bisherigen Märkten Großbritannien, Deutschland und Spanien ausbauen. Neben Daimler nehmen auch mehrere deutsche Autohändler an der laufenden Finanzierungsrunde teil. Bei Carwow können Nutzer ein Fahrzeug auswählen und werden dann zu Händlern in ihrer Nähe weitergeleitet. Die gesamte Branche muss derweil gerade ihre Geschäftsmodelle anpassen, da vor allem Einwohner von Städten immer seltener eigene Autos kaufen und auch die Markentreue heutzutage viel niedriger ist als früher. Die von Daimler mitfinanzierte Plattform wurde 2012 in Großbritannien gegründet, kam 2016 nach Deutschland und startete dann 2018 in Spanien. Autohändler hinterlegen bei dem Start-up vorab ihre Ermäßigungen, die sie bereit sind, zu gewähren, so dass sie den Nutzern direkt bei der Konfiguration angezeigt werden.

Daten von Carwow gäben Autoherstellern einen Einblick in den Entscheidungsprozess der Käufer, den sie sonst nicht hätten, sagte der Chef von Carwow Deutschland der Deutschen Presse-Agentur. Wir sehen, welche Wettbewerbs-Fahrzeuge hat der Kunde konfiguriert, welche Fahrzeuge hat er beim Händler tatsächlich angefragt und was hat er am Ende zu welchem Preis gekauft. Dem Manager zufolge konfiguriere ein Nutzer bei der Auswahl im Schnitt vier Modelle von drei Marken. Der Daimler-Manager Axel Harries, der Verkaufschef bei Mercedes-Benz Cars ist, wird zudem Mitglied des Verwaltungsrates von Carwow. Die Plattform sei offen dafür, in späteren Finanzierungsrunden weitere Autohersteller aufzunehmen, erklärte er.

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