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Von Christina Rothfuß
24. Juni 2022

Nach einer Berg- und Talfahrt haben die US-Aktienmärkte am Donnerstag trotz neuerlicher Zins-Aussagen des Notenbankchefs im Plus geschlossen. Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index legte in diesem Umfeld sogar um 2,8 % auf 23.056 Punkte zu. FactSet wächst in Q3 um 22 % und baut seinen institutionellen Kundenkreis auf nunmehr 7.319 aus. Reinigungs-Spezialist Rollins tätigt zum Jahresstart gut 8 Zukäufe und legt derzeit in Kanada, Australien und Großbritannien am stärksten zu. 

 

Am Donnerstag schoss im TraderFox-Index die Aktie von FactSet Research Systems um 8 % nach oben und beendete den Tag bei 388,75 USD. Der US-Informations- und Analysedatenanbieter, der Firmenkunden umfassende Börsen- und Finanzmarktdaten liefert, konnte gestern mit starken Wachstumszahlen glänzen. Für das 3. Quartal, das Ende März endete, lag das Umsatzplus mit 488 Mio. USD gut 22 % über dem Vorjahreszeitraum. Aber auch die organischen Zuwächse fielen mit +10 % beachtlich aus. FactSet verkauft seine Marktanalysen, Finanzdatenangebote und Software-Management-Lösungen hauptsächlich an institutionelle Anleger wie Hedgefonds, Pensionskassen und Banken. In dem jüngsten Jahresviertel profitierte das Abo-pflichtige Datengeschäft vor allem auch von den kürzlich getätigten Zukäufen. Und hier ganz besonders von dem Kauf von CUSIP Global Services (CGS), einer Software für gezielte Aktien- und Anleiheauswahl, die von S&P Global für 1,9 Mrd. USD erworben wurde. Im letzten Quartal konnte FactSet auch seine Kundenbasis weiter ausbauen, was Investoren besonders gefreute haben dürfte. Immerhin kletterte der Anteil institutioneller Abo-Kunden per Ende März auf nunmehr 7.319, was ein Plus von 147 Neukunden darstellt. Aber auch die User-Konten von Interessenten, die den Abo-pflichtigen Zugang des Unternehmens zu Finanzmarktdaten nur teilweise nutzen, stiegen um 2.357 auf 173.698.

Selbst die Bindungsrate der Abo-Kunden war in den letzten 3 Monaten mit 95 % weiterhin hoch. Dank dieser starken Entwicklung erwartet das Management des Informations-Dienstleisters für das Gesamtjahr 2021/22 auch ein Erreichen der oberen Spanne beim Umsatz (1,8 bis 1,83 Mrd. USD). FactSet dürfte dabei zudem auch weiterhin hochprofitabel bleiben, denn bis Ende Juni soll die Gewinnmarge zwischen 25 bis 26 % liegen. Das Unternehmen verfügt angesichts der stetigen technologischen Weiterentwicklung somit auch weiterhin über ein verlässliches Wachstumspotenzial. Schon in den letzten 5 Jahren war der Analysedaten-Anbieter beständig um im Schnitt 7 % gewachsen. Und seit 2019 hatte sich zugleich auch der freie Cashflow aus dem Geschäft um 50 % erhöht. Die FactSet-Aktie notiert aber noch immer mit einem KGV von 27, Qualität hat also nach wie vor ihren Preis.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird.  Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung, müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Mit Kursgewinnen von 3,3 % auf 34,15 USD war am Donnerstag im TraderFox-Index auch die Aktie von Rollins einer der stärksten Performer. Vom Allzeithoch aus dem letzten Jahr bei rund 43,00 USD ist das Papier aber weit entfernt. Zudem ist das derzeitige KGV mit 42 noch immer nicht als günstig zu bezeichnen. Dafür aber verzeichnet der Schädlingsbekämpfungs-Spezialist einen seit Jahren anhaltenden Wachstumstrend, der dank margenstarker Hygienedienste und zahlreicher Übernahmen erst möglich wurde. In den zurückliegenden Jahren war dies bei Rollins auch ein Teil der Firmenstrategie, kleinere Konkurrenten zu kaufen, und diese dann in die eigene Orkin-Tochter zu integrieren. Insgesamt zählt aber das internationale ausgerichtete Geschäftsmodell der Amerikaner als rezessions- und pandemiesicher. Deswegen dürften die Reinigungs- und Desinfektionssparten des Unternehmens an der Börse auch kaum günstig zu haben sein. Selbst die Finanzkrise 2008/09 machte sich operativ kaum bemerkbar. Insgesamt verbuchte Rollins in den letzten 30 Jahren nur in einem einzigen Jahr weniger Umsatz als im Vorjahr. Allerdings wurde in dieser Zeit niemals mehr als ein jährliches Erlösplus von 14 % ausgewiesen, allein für 2021 lag es bei 12 %. Und gerade diese Beständigkeit führt bei der Aktie zu einer einzigartigen Premiumbewertung. Seit 2017 liegt diese bei einem durchschnittlichen KGV von 45.

Aber der Schädlingsbekämpfer expandiert natürlich auch wie zuletzt in Singapur kontinuierlich in neue Marktnischen und erwirbt neue, zumeist auch kleinere Wettbewerber. Im 1. Quartal wurden folglich erneut 8 Zukäufe getätigt. In den zurückliegenden 3 Jahren summiert sich bei Rollins die Zahl sogar auf 100 Transaktionen. Das Management verzeichnete jüngst auch die stärksten Wachstumsimpulse neben den USA vor allem in Kanada, Australien und Großbritannien. Und der globale Markt für Schädlingsbekämpfungs-Dienste dürfte laut Schätzungen auch beflügelt von wärmeren Temperaturen in den nächsten 6 Jahren von derzeit 20 Mrd. auf bis zu 30 Mrd. USD jährlich zulegen. Dies bedeutet für Rollins gute Gelegenheiten, dank der anhaltend hohen Fragmentierung des Marktes operativ weiter zuzulegen. Und die Renditen in dem Hygiene-Geschäft sind für den Dienstleister jedenfalls sehr solide, zuletzt lag die Gewinnspanne bei 13 %.

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