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Von Christina Rothfuß
24. Juni 2024

Trotz Hoffnung auf eine Lösung im E-Auto-Zollstreit zwischen der EU und China liegt der TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index am Montag leicht im Minus bei 120,90 Punkten. Private-Equity-Investor Partners Group setzt mit der Expansion nach Hongkong auf zunehmendes Interesse der Investoren an Privatmärkten im Großraum China. Geberit will für die Zeit von 2024 bis 2026 ein neues Aktienrückkauf-Programm von bis zu 300 Mio. CHF auflegen, was seit 2014 der vierte Rückkauf hintereinander wäre.



Am Montag liegt im Qualitäts-Index nach der zuletzt robusten Performance die Aktie von Partners Group leicht im Plus bei 1.218,00 Euro. Für die derzeit gute Käuferstimmung sorgen bei den Papieren des Schweizer Vermögensverwalters neben der Expansion nach Hongkong auch die jüngsten Kapitalzusagen von 15 Mrd. USD für das 5te Private-Equity-Programm des Unternehmens. In der Vorwoche gab Partners Group als einer der größten globalen “Private-Markets“-Investoren bekannt, seine Präsenz in Asien mit der Eröffnung eines Büros in Hongkong ausgebaut zu haben. Damit ist dies der 7. Standort der Gesellschaft in der asiatischen Region und erhöht die Gesamtzahl der weltweiten Partners Group-Offices auf nunmehr 21. Als wichtiges Wirtschaftszentrum und regionales Drehkreuz für die “Greater Bay Area“ spielt Hongkong eine Schlüsselrolle für die Privatmärkte, erklärte Kevin Lu, Partner und Vorsitzender von Partners Group Asia die Entscheidung. Wir haben ein deutlich gestiegenes Interesse der Investoren an Privatmärkten im Großraum China festgestellt und freuen uns darauf, unsere Beziehungen zu Kunden und Investitionspartnern hier zu vertiefen. Partners Group hat seine Präsenz in Asien im Jahr 2004 mit der Eröffnung des damals ersten Büros in Singapur gestartet, das auch noch immer als regionaler Hauptsitz des Private-Equity-Investors dient. Heute beschäftigten die Schweizer, die in erster Linie für global angesiedelte Pensionskassen Gelder investieren, mehr als 550 Mitarbeiter in der gesamten Region. Die wichtigsten Büros von Partners Group befinden neben Singapur dabei auch noch in Tokio, Shanghai und Seoul, sowie in Manila und Mumbai.

Zudem konnte der Private-Equity-Spezialist zuletzt auch sein 5tes direktes Private-Equity-Programm abschließen und übertraf dabei die Kapitalzielgröße von 15,0 Mrd. USD. Das Programm umfasst diesbezüglich Zusagen für den Private-Equity-Direkt- und Direct Equity V-Fonds von Partners Group sowie für die maßgeschneiderten Kundenlösungen und offene Fonds, die auf dieselbe Private-Equity-Direktstrategie ausgerichtet sind. Laut Vermögensverwalter wird das Programm künftig von einem der größten Private-Equity-Teams der Branche mit Bezug zum mittleren Marktsegment unterstützt, das aus rund 200 Investmentexperten besteht. Diese Teams versuchen dabei marktführende Unternehmen mit Transformationspotenzial zu identifizieren. In den zukünftigen Portfoliounternehmen fungiert Partners Group dann als operative Direktoren, um die Wertschöpfung und das Unternehmertum auf Vorstandsebene voranzutreiben. Bereits mit den 3 Vorgängern des neu aufgelegten Private-Equity-Fonds wurden von dem Kapitalanlagespezialist in den letzten Jahren beeindruckende historische Performancezahlen erreicht. Der 4.te Private-Equity-Fonds befindet laut Partners Group derzeit noch in der frühen Phase der Wertschöpfung. Und schon im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen Neugelder in Milliardenhöhe anziehen und die verwalteten Vermögen steigert. Dabei lagen die von Partners Group verwalteten Vermögen Ende 2023 bei 146,9 Mrd. USD, nach 135,4 Mrd. im Jahr zuvor.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.



Eine leichte Kurserholung zeigt am Montag im Qualitäts-Index auch die Aktie von Geberit, die damit bei aktuell 567,90 Euro steht. Unterstützung bekommt das Papier des Sanitär- und Rohrleitungsherstellers dabei von den jüngsten Aussagen des Managements. Schließlich hatte die Unternehmensführung nach der Beendigung der seit 2022 laufenden Aktienrückkäufe zuletzt ein weiteres Rückkaufprogramm angekündigt. Geberit hatte seit Mitte 2022 bis Anfang 2024 knapp 1,26 Mio. eigene Wertpapiere für rund 600 Mio. CHF (629,0 Mio. Euro) zurückgekauft und damit im Sinne der Anteilseigner agiert. Immerhin entsprach dies gut 3,6 % aller umlaufenden Stücke. Nach dem Auslaufen hatte Anfang Mai der Geberit-Vorstand jedenfalls angekündigt, dass der Anbieter von Sanitärkomponenten für Wohngebäude und Gewerbeeinrichtungen im 3. Quartal 2024 ein neues Programm starten will. Dabei sollen von Geberit über den Zeitraum von 2 Jahren erneut eigene Aktien bis zu einem Betrag von 300 Mio. CHF zwecks Kapitalherabsetzung über die Börse eingezogen werden. Zugleich wurde die Zürcher Kantonalbank mit dem Aktienrückkauf beauftragt. Dabei denkt der Sanitärspezialist schon seit Jahren an seine Aktionäre, denn das neue Rückkaufprogramm ist seit 2014 bereits das 4te seiner Art, mit jeweils zweijähriger Laufzeit.



Geberit ist allerdings schon seit 1999 börsennotiert, und seit 2012 sogar Bestandteil des Schweizer SMI-Index (Swiss Market Index). Die weltweit tätige Gruppe ist europäischer Marktführer für Sanitärprodukte und feiert im Jahr 2024 immerhin ihr 150-jähriges Bestehen. Mit rund 11.000 Mitarbeitern in rund 50 Ländern kam das Unternehmen im letzten Jahr auf einen Nettoumsatz von 3,1 Mrd. CHF. Und Geberit will unabhängig vom herausfordernden Marktumfeld in 2024 sogar erneut Marktanteile dazugewinnen. Mit der anhaltend hohen operativen Marge von über 30,0 % ist der Sanitär- und Rohrleitungsproduzent jedenfalls auch beeindruckend profitabel.

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